Sonntag, 2. November 2014


Unter der Laterne




Vor der Kaserne
vor dem großen Tor
stand eine Laterne
und steht sie noch davor,
so woll'n wir uns da wieder seh'n
bei der Laterne wollen wir steh'n
|: Wie einst Lili Marleen. :|

Das Lied „Lili Marleen“ wurde zu dem Soldatenlied über Abschied, Trennung und ungewisse Wiederkehr, sowohl national als international. Der Schriftsteller Hans Leip schrieb es während einer Wache vor der Gardefüsilierkaserne in Berlin im April 1915. Es gab später zwei Versionen der Vertonung, von der die melancholischere von Rudolf Zink durch Lale Anderson zum Kassenschlager wurde, während die andere gerade einmal 700 Mal verkauft wurde.     

Dieser Aufstieg begann aber erst, als der sehr sendestarke Sender Belgrad nach der Besetzung Jugoslawiens mit der Ausstrahlung begann und alle Kriegsgebiete von Narwik bis Kairo erreichte. Da man nur wenige Schallplatten hatte, gab es viele Wiederholungen. Nach einer Absetzung erhob sich ein solcher Proteststurm, dass ab dem 18. August 1941 allabendlich um 21.57 Uhr vor den letzten Nachrichten des Tages um 22 Uhr und vor Sendeschluss das Lied ausgestrahlt wurde.

In Wiesbaden wird mancher Rheingauer abends als Angehöriger des Infanterie-Regiments 87(siehe auch weiße Paspelierung) vor der Ochamps-Kaserne (heute Europa-Viertel), einem belgischen Ort, an dem das Regiment im ersten Weltkrieg erfolgreich gekämpft hatte, diese Szene erlebt haben. 
 
 
Die Darstellung in einer kleinen Buchform.

Vorbereitungen zum Gegenangriff
13. August 1944 in Polen
Das Kradschützenbataillon 3 wurde als schneller, motorisierter Infanterieverband der 3. Panzer-Division/Berlin-Brandenburg am 15. Oktober 1935 in Bad Freienwalde aus Teilen des Reiterregiments 6 aufgestellt; deshalb Traditionsabzeichen Schwedter Adler. Durch die Nähe zur Forstakademie in Eberswalde dienten hier viele Forstleute. Im April 1942 wurden die Kradschützen mit den Resten des Panzeraufklärungsbataillons 1 verschmolzen und im April 1942 zum Panzeraufklärungsbataillon 3 umgegliedert.
Per Eisenbahntransport aus Ungarn wurde die 3. Panzerdivision in den ersten Augusttagen 1944 in den Raum nord-ostwärts Krakau verlegt. Der kampfstarke Verband wurde am 10. und 11. August bei Chmielnik, südlich Kielce, eingesetzt. Ein weiterer Angriff galt am 13. August weiter ostwärts Rakow.

Die Gruppe der Kompanie-Chefs um den umsichtigen, hochdekorierten Kommandeur, Major Deichen, - Brillenträger mit Karte - observiert mit dem Fernglas das Angriffsterrain.  Von rechts kommt der junge Adjutant des Kommandeurs, der Leutnant Berthold, der als angehender preußischer Forstmann Reserveoffizier sein musste. Hätte er doch besser an dem Tag wie die anderen den Stahlhelm getragen, die Gewehrkugel wäre später vermutlich nur abgeprallt  und er hätte keinen Kopfstreifschuss davon getragen. Die im Laufe des Angriffs ausbleibenden Kampfgeräusche veranlassten ihn,  zur besseren Lagebeurteilung den Kopf herauszustrecken. Der Rückgriff seines Kommandeurs verhinderte Schlimmeres.
Hinter der Gruppe prüfen noch ein paar Soldaten das Getriebe am Kommandeursfahrzeug (Kennung 3003), einem Schützenpanzer kurz (SdKfz. 250), wie er nun zur Standardausrüstung der Panzeraufklärer gehört. Er trägt auch die typische Mastantenne, allerdings ist das MG noch nicht montiert. Dahinter wartet das Chef-Fahrzeug der dritten Kompanie (Kennung 302 – 3. Kompanie, Führungsgruppe, zweites Fahrzeug). Davor sehen wir einen 4-Rad-Spähwagen (SdKfz. 222) der Aufklärer in dem bis 1943 typischen Grau. Das Fahrzeug muss pfleglich behandelt worden sein, die meisten waren schon längst ausgefallen. Am hinteren Kotflügel erkennt man das Divisionsabzeichen. 

Der Schirrmeister ist offensichtlich noch schnell einmal mit der Krupp-Protze (SdKfz. 70) nach vorne gefahren, um ein wenig Sprit aufzufüllen, man weiß nie, wann man sich wieder sieht. Im Vordergrund warten ein paar Kradmelder auf Aufträge. Auf dem Weg stehen die bewährten Kradschützen mit ihren Beiwagenkrädern der Firmen BMW und Zündapp, die aber in der grundlosen Weite Russlands an ihre technische Leistungsfähigkeit stießen, bereit. Im Hintergrund ist eingetroffen das Chef-Fahrzeug (Schützenpanzer lang, SdKfz. 251) der 7. Kompanie des Panzergrenadier-Regiments 394, das lange unter dem Kommando des früheren Kommandeurs, Oberst Pape, stand und oftmals mit K3 zusammenwirkte. Die Fahrzeuge tragen die unterschiedlichen Originalanstriche,  wie es durch Originalbilder nachgewiesen ist, dass man keines der sehr unterschiedlichen Tarnmuster zu dieser Zeit anwendet. Zur Anschaulichkeit sind die Fahrzeuge eigentlich für Feindnähe zu eng zusammengezogen.





Beide Kommandeure wurden in der Bundeswehr Generale. Der Forstmeisterkandidat wurde später  als Letzter in einer 200 Jahre währenden Tradition in Westdeutschland Landforstmeister, sein Sohn Major der Reserve im Panzeraufklärungsbataillon 1.

   

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