Montag, 6. April 2015



Die Granden des Rheingau treffen sich zum Wein (ca. 1250)
Im frühen Mittelalter wurde das Leben im Rheingau noch von einigen Adelsfamilien geprägt, die vom Kaiser oder vom Mainzer Erzbischof (Rote Fahne mit weißem Wagenrad) mit Lehen beliehen waren. Gerade finden sich einige der angesehensten vor der Burg Crass zu einem kühlenden Tropfen  bei  dem ursprünglichen Inhaber des Freyhofs,  Jud von Eltville (Wappen: gelber Grund mit blauen Rauten) ein. Von seiner Hattenheimer  Burg kam der Langwerth von Simmern (schwarze Fahne mit goldener Lilie). Auch der Graf Schönborn durften nicht fehlen (rot-weiß halbiert mit goldenem Löwen).
Des Weiteren ritt aus Geisenheim der Graf Ingelheim (schwarzer Grund, Kreuz mit rot-gelben Quadraten) hinzu. Aus Winkel traf Henricus de Wincela genannt Greiffenclau (weiß-blau halbiert mit goldenem Lilienstern) ein. Selbst der Brömser von Rüdesheim (rotes Schild mit weißem Ritter) machte sich auf den weiten Weg. Offensichtlich unterhielt man schon freundschaftliche Bande zur Familie Dehrn (gelb-blau halbiert mit weißen Korngaben) von der Lahn, deren Nachfahr Johann 1492 die Erbtochter Anna Jud heirate und so der Besitzer des Hofes wurde.  Ein Zisterzinser-Mönch sorgte für den seelischen Beistand.
Die Burg Crass wurde als verteidigbarer Freyhof außerhalb der Ansiedlung Alta Villa errichtet.  Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass das verwendete Holz schon vor 1096 geschlagen wurde, somit  ist Burg Crass das älteste Gebäude der Stadt. Es gibt Vermutungen, es habe sich an dem Ort eine römische Villa befunden. Die heutige Ausprägung ist erst durch mehrere Renovierungen über die Jahrhunderte entstanden. Fenster, Türen und vielleicht auch der Turm entsprechen nicht dem Ursprung. In Anlehnung an alte Stiche und Beschreibungen wurde versucht, eine zeitgemäße Form abzubilden.