Freitag, 28. August 2015


Den Steinberg umgibt eine Mauer zum Schutz




Untrennbar verbunden mit dem Wein des Klosters Eberbach ist der Steinberg. Schon mit ihrem Einzug in das Kloster, 1136, übernahmen die Zisterzienser 6ha Weinberg auf dem Steinberg. Durch Zukäufe und Tausch konnte die Lage auf die stattliche Größe von 33,3ha erweitert werden. Seit 800 Jahren sind die Parzellen und Wegenetz quasi unverändert geblieben. Seine besondere Lage eines mittel- bis tiefgründigen Bodens aus Sand, Kies, tonigem Lehm und Schiefer, der über Jahrhunderte gepflegt ein gutes Wasserspeichervermögen entwickelt hat, und seine Ausrichtung nach Südwesten ließen ihn nicht nur bei den Mönchen zum Lieblingsweinberg werden. Seine besondere Stellung drückt auch aus, dass er neben den Lagen Schloss Johannisberg, Schloss Reichartshausen und Schloss Vollrads die einzige Einzellage im Rheingau ist, die nach dem Weingesetz von 1971 als eigener Ortsteil gilt und somit ohne Angabe einer Ortsbezeichnung, also einfach als Steinberger etikettiert werden darf.


Die Mönche konnten in 15min über den heute wieder begehbaren Bernharduspfad in die Nordecke des Weinberges gelangen.  Das Diorama zeigt diese Ecke der Mauer hinter der Einmündung des Weges vor dem Baum. Die Mönche hatten zunächst zur Einfassung eine Hecke angelegt, aber dann eine 2.600m lange, schiefergedeckte Bruchsteinmauer im August 1767 vollendet, um das Lesegut vor Traubendieben zu schützen; offensichtlich nicht nur vor den zweibeinigen.


Neben der Pflege der Rebstöcke und der Neupflanzung (siehe Pflanzen im Korb) im Frühjahr, sieht man die Aussaat von Gründüngungspflanzen hinter dem gezogenen Pflug.