Samstag, 3. Oktober 2015


Schweden in der Schänke (1631)

Als Eltville noch ein Machtzentrum der Mainzer Erzbischöfe war, kamen die Kaiser Ludwig IV und Karl IV zu Besuch, ebenso manch anderer hoher Gast. Das umfassende Gefolge von bis zu 1000 Mann muss irgendwie in Eltville unterkommen sein. Es muss also Gasthäuser gegeben haben. Sie dienten zwar zur Unterbringung und Verpflegung von Gästen, waren aber äußerst schlicht. Hotels in dem heutigen Verständnis kamen erst im 17. Jahrhundert auf.  


1404 verlieh der Erzbischof Johann II Eltville das Recht zum Betrieb einer Weinschenke, deren Name ebenso unbekannt ist, wie ihr Standort. Größere Feiern hatte man in der Burg abgehalten oder später auch im Anfang des 16. Jahrhundert errichteten Rathaus (heute Eltvinum). Der Büttel schenkte dann die Weine im großen Saal des ersten Stockes aus und verwaltet den Hausrat, damit nichts verloren ginge. Im offenen Untergeschoss fand der Markt statt.

Wir wissen seit 1545 von dem ersten „Gasthaus zum dreyn Creutzenn“, das sich neben der Kirche an der Ellenbogengasse befand. 1577 wird ein „Gasthaus zur Krone“ erwähnt, das auf der Grundfläche des Eltzschen Herrenhaues stand. 1653 wird erstmals das „Gasthaus zur Glocke“ genannt. Das „Gasthaus zur güldenen Rose“ hat seine Schankerlaubnis erst nach 1642 erhalten.

Im 30jährigen Krieg fielen 1631 die Schweden in den Rheingau ein und haben sicherlich auch in den Schänken, bis sie 1635 abzogen, ein fröhliches Kriegsleben geführt und den Rheingauern den Wein weggetrunken und offensichtlich sich ebenso um deren Damen gekümmert.   
 

Rosenmädchen - Eltville ist eine Rosenstadt

Schon im Biedermeier entwickelten sich im Rheingau Rosengärtnereien und die Gärten der Villenbesitzer zeigten eine ebenso üppige Pracht. Es fanden auch Rosen-ausstellungen statt. Viele Prämie-rungen der um 1900 etwa 35 Gärtner in Eltville in anderen Ausstellungen zeugen von deren Können. Besonders bekannt war Carl Schmitt, der einen großen Betrieb an der Kiedricherstraße mit 128 Meter langen Überwinterungshallen anlegte. Selbst der Zarenhof zählte zu den Kunden. Heute setzt allein die 1948 gegründete Fa. Rosen-Müller diese Tradition fort.
1979 wurde der Burggraben mit Rosen bepflanzt und nach und nach das Stadtbild mit Rosenbeeten verschönert, so dass seit 1988 neben "Wein- und Sektstadt" das Prädikat "Rosenstadt" den Stadtnamen ergänzt. Heute schmücken mehr als 350 verschiedene vom Stadtgärtner gepflegte Rosensorten das Stadtbild.