Samstag, 30. April 2016


Raubritter

Ritter hatten als Gegenleistung für ihr Lehen dem Kaiser Kriegsdienste zu leisten. In erklärten Fehden sich eines anderen Ritters Burg und Einflussgebiet zu bemächtigen, galt als ritterliches Leben, Totschlag und Raub waren unter diesem erklärten Fehde-Zustand erlaubt. Erst im Landfrieden von 1495 (Reichstag zu Worms) wurden Fehden verboten.
Als im 12 und 13. Jahrhundert zunehmend die Geldwirtschaft die Naturalwirtschaft – Haupteinnahme der Ritter - ersetzte, verarmten manche Rittergeschlechter des niederen Adels. Man suchte neue Einnahmequellen - Straßenraub oder auch Raubzüge zur Plünderung von Städten bzw. ganzen Gegenden. Das verherrlichte Ritterleben nahm einen bitteren Weg. Erst als die Landesherren, Kaiser und Könige, oder die aufstrebenden Städte dagegen mit Waffengewalt einschritten, fand dieses Unwesen im 16. Jahrhundert ein Ende.   

Auch im Rheingau gab es Raubrittertum. Besonders werden die Ritter Philipp von Hohenfels auf Reichenstein (sein Sohn Dietrich, wohl noch intensiver) und Waldeck auf Sooneck erwähnt, deren Burgen mehrfach zerstört wurden. Des Weiteren liest man vom Pfalzgraf Ludwig der Strenge und den Rittern von Rüdesheim aus der Brömserburg im Bunde  mit dem Grafen von Sponheim. Gefährdet waren vor allem die Kaufmannszüge, wenn sie in Wäldern Hohlwege durchfuhren. Die Ritter trugen an den Schilden nicht mehr ihre sonst gern gezeigten Wappen. Auch die armen Mönche verspotte man nur zu gerne. 








Diese wunderschöne Serie wurde im Wesentlichen von Franz Karl Mohr graviert.

Der ewige Hochzeiter” – ein Rosenkavalier



Haben Sie ihn nicht neulich wieder gesehen, den Nachbarn, der schon seit Ewigkeiten seiner Angebeteten immer wieder einen Strauß Rosen überreicht, aber man findet leider doch nicht zu einander? Sicher erinnern Sie sich.

Bilder von Carl Spitzweg (1808-1885) stellen für viele Biedermeier in reinster Form dar - immer etwas eigenartig, ein wenig skurril, zur Betonung des Besonderen etwas übertrieben, geradezu satirisch, aber liebevoll zum Schmunzeln. Vielleicht waren für den geborenen Münchner seine naturwissenschaftlichen Studien eine gute Basis, so viel Details so liebe voll zu erkennen.

"Der ewige Hochzeiter" ist eines dieser wunderschönen Bilder: Galant reicht der Verehrer seiner Angebeteten einen Strauß Rosen. Ich habe mich nicht an die Originalfarben gehalten, wobei Original schwer zu sagen ist, denn Spitzweg hat dieses Motiv mehrfach in Varianten gemalt.