Sonntag, 29. Januar 2017


Karneval – auch im Rheingau

Vorläufer des Karneval sind schon vor 5000 Jahren in Mesopotamien zu finden, die Römer feierten Vergleichbares. Im christlichen Glauben wurde es der Beginn der Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest. Mit der Reformation verlor sich der Karneval vor allem in den protestantischen Gegenden.  

Als zum Mainzer Erzbistum gehörig, blieb der Karneval im Rheingau erhalten und kennt in nahezu jedem Ort seine besonderen Veranstaltungen. Die größten Umzüge sind in Johannisberg, Marienthal oder Aulhausen jeweils jährlich abwechselnd und in Walluf und Kiedrich. Teilweise kommen auch Gästegruppen aus Mainz, Wiesbaden und Frankfurt am Main. Etwas Außergewöhnliches ist auch die Schnorrerrally in Kiedrich.

Ist alles vorbei, so wird in Erbach die Fastnacht beerdigt, in dem man mit Fackeln und Trommeln  wehklagend durch den Ort zieht und sie anschließend im Rhein versenkt.

Wichtig ist beim Karneval auch das Verkleiden, dass Schlüpfen in eine Rolle, in der man nicht erkannt wird, was durch die Masken noch besser verhindert wird.

Hier sehen wir zwei Karnevalisten als Papagena und Papageno.

Samstag, 7. Januar 2017


Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen
(* 20. März 1828 in Berlin; † 15. Juni 1885 in Klein Glienicke)

Der einzige Sohn des Prinzen Carl von Preußen, eines jüngeren Bruders Kaiser Wilhelms I. und der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach, der älteren Schwester der Kaiserin Augusta wurde ab 1842 vom  damalige Major und späteren Kriegsminister Albrecht Graf von Roon militärisch unterwiesen. Schon in seiner Bonner Universitätszeit bewies der Prinz Mut, als er ein Kind aus dem Rhein rettete.
1848 tat der Prinz als Hauptmann im Gefolge des Generals Friedrich Graf von Wrangel im Schleswig-Holsteinischen Krieg Dienst und zeichnete sich mehrfach durch persönlichen Mut aus. 1849 nahm er als Major im Generalstab an dem Feldzug in Baden teil und wurde in dem Gefecht bei Wiesenthal an der Spitze einer Husarenschwadron schwer verwundet. In den Friedenszeiten  widmete er sich militärwissenschaftlichen  Studien, aus denen viele Reformvorschläge abgeleitet wurden, die er als Kommandierender General des III. Armee-Korps (seit 1860) selbst umsetzte.

1864 erhielt der Prinz, inzwischen zum General der Kavallerie befördert, den Oberbefehl über die preußischen Truppen in Schleswig-Holstein und leitet im Krieg mehrere Schlachten, unter anderem die bei den Düppeler Schanzen, sehr erfolgreich .
1866 wurde Friedrich Karl zum Oberbefehlshaber der ersten Armee (II., III. und IV. Korps) ernannt. Aus der Oberlausitz in Böhmen eingerückt, band er bei Königgrätz  in hartnäckigem Kampf den numerisch überlegenen Gegner frontal so lange, bis der Kronprinz Friedrich Wilhelm in der linken und General Eberhard Herwarth von Bittenfeld in der rechten Flanke den Gegner angriffen.

Im Deutsch-Französischen Krieg mit dem Oberkommando über die zweite deutsche Armee betraut, führte er teilweise entscheidende Angriffe  bei Mars-la-Tour, Metz, Gravelotte, St.-Privat, an der Loire und Le Mans.
Nach dem Krieg wurde Friedrich Karl zum Generalinspekteur der III. Armeeinspektion und zum Inspektor der Kavallerie der Preußischen Armee ernannt. Zar Alexander II. ernannte ihn zum russischen Feldmarschall. Er war außerdem Chef mehrerer preußischer, russischer und österreichischer Regimenter.

Durch seinen mehrfach bewiesenen Mut, sein taktisches und strategisches Talent und seine tiefgreifenden Militärreformen war der Prinz allseits sehr geschätzt.

Ehrenbreitstein -
schützt und überwacht den Rheingau




Die Festung Ehrenbreitsein in Koblenz ist das überragende militärische Bollwerk des Mittelrheins. Als preußische Festung ging vor 1866 für den Rheingau Bedrohung aus und später bot sie der neuen Staaten-konstellation Schutz.




Als Sohn eines kursächsischen Generalmajors (Chef des Ingenieurkorps) wählte Ernst Ludwig von Aster (* 5. Oktober 1778 in Dresden; † 10. Februar 1855 in Berlin) auch zunächst den Dienst im sächsischen Ingenieurkorps (Eintritt August 1794). Mit einem Studium an der Militär-Ingenieurakademie in Dresden gut qualifiziert, entwickelte sich eine zügige Karriere. 1813 schied er als Oberstleutnant aus sächsischen Diensten aus und trat in Bautzen in den russischen Generalstab ein. Mittlerweile Oberst verfasste er als Generalstabschef eines Korps 1814 in Koblenz eine Denkschrift über die zukünftige Bedeutung von Koblenz als Großfestung innerhalb eines neuen Befestigungssystems gegen Frankreich. Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 6. Februar 1815 wechselte er dann in preußische Dienste über. Wenig später leitete er nun als Generalmajor (Oktober 1815) als Oberbrigadier der 3. Ingenieur-Brigade Ehrenbreitstein den Aufbau der Großfestung Koblenz, deren Kommandant er am 1. Mai 1826 wurde. Am 30. März 1827 folgte die Ernennung zum Generalleutnant.
1837 wurde Aster Chef der Ingenieure und Pioniere sowie Generalinspekteur aller preußischen Festungen und darüber hinaus Kurator der Artillerie- und Ingenieurschule.1842 zum General der Infanterie befördert, erhielt er am 30. Januar 1849 seinen erbetenen Ruhestand

Aster war einer der führenden Festungsbauingenieure in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er wirkte sich nicht nur in Koblenz aus, sondern auch in Köln, Modlin/Russland und Königsberg aus.
Hier sehen wir ihn als Generalmajor mit einem Plan der Festung Ehrenbreitstein als schöne Figur der Zinnfigurenfreunde Koblenz..