Zisterziensermönche
probieren die Spätlese um 1780
Ob die Römer,
Karl der Große oder die Mönche des Klosters Eberbach den Weinbau in den
Rheingau brachten, haben unsere Vorfahren nicht genau aufgezeichnet. Aber sicherlich
haben die Mönche den Weinbau zu einer neuen Blüte verholfen. Schon im
burgundischen Mutterkloster Clairvaux am Rande der Champagne hatte man die
günstige Lage genutzt und großes kaufmännischen Talent bewiesen, das aber erheblich
durch die Zollprivilegien unterstützt wurde, die ihnen die Mächtigen in der
Hoffnung auf Gottes Wohlwollen einräumten. Handelswege führten zu den
Marktplätzen nach Flandern und England. Im Rheingau knüpfte man bald an diese
Erfahrungen an. 1136 erst gegründet, wird
schon 1163 in einem von Papst Alexander III ausgestellten Privileg der
Eberbacher Hof mit seinem Weinkeller in Köln erwähnt, den man zollfrei mit
eigenen Schiffen erreichte. Der wirtschaftliche Erfolg brachte dem Abt des
Klosters ab 1401 bischofsähnliche Rechte ein.

