1890 – Artilleriestab beobachtet
Auch im
Kaiserreich waren Stäbe immer wieder auch zu Übungen unterwegs oder erkundeten
vorsorglich das Gelände, in dem man Auseinandersetzungen erwartete. Hier
sehen wir den Stab der II. Abteilung des Feldartillerieregiments 27 aus
Wiesbaden als Teil des XVII Korps in Frankfurt. Man war damals in der Kaserne
Ecke Rheinstraße-Kirchgasse untergebracht. Ein Adjutant (Kennzeichen:
Offiziersschärpe über rechte Schulter) vom Inf. Regiment 80 (Gersdorff-Kaserne,
heute Europaviertel) bringt gerade eine Meldung. Im Hintergrund begrüßt ein
Musketier desselben Regiments die Pferde freundlich. Eine Gruppe Feldwebel
steht rechts etwas abwartend.
Um aus der Uniform das Regiment abzuleiten, musste man in der Zeit mehrere Elemente
zusammenfügen:
Die Jackenart zeigte, ob
man zu den Kavallerieeinheiten gehörte oder Infanterie bzw.
Kampfunterstützungsteilen. Bei Ersteren reichten meist farbliche Unterschiede
und die Art der Kopfbedeckung. Bei Letzteren war zuerst die Waffengattung durch die Farbe des
Kragens und des Ärmelaufschlages angezeigt (Artillerie und Pionier in Schwarz,
Infanterie in Rot und Train in hellblau). Nur die Artillerie hatte eine Kugel
statt einer Spitze auf dem Helm. Dann waren die Ärmelaufschläge in den einzelnen
Regimentern unterschiedlich gestaltet (mit Durchbrüchen, zusätzlichen Patten,
Schleifen oder farblichen Vorstößen); auch konnten Kragenspiegel getragen werden, die Kopffarbe konnte silbern oder messingfarben sein. Die Farbe der Schulterklappe zeigte
das Armeekorps an, wobei Farben auch doppelt vorkamen. Auf der Schulterklappe
war eine Regimentsnummer aufgestickt.