Sonntag, 23. März 2014


Waterloo -
auch Nassauer rangen Napoleon nieder  

Die Schlacht von Waterloo setzte den Schlusspunkt unter die Napoleonische Zeit. Das Herzogtum Nassau  kämpfte lange Zeit auf französischer Seite vor allem in Spanien gegen die Engländer. Nach dem Umschwung  der Rheinbundstaaten infolge der Völkerschlacht bei Leipzig trat man der Allianz mir Russland, Österreich und Preußen bei. Um der Annexion durch Preußen keinen Vorschub zu leisten, verhandelte man auf dem Wiener Kongress, dass man unter englischem Befehl dem wieder erstarkenden Napoleon entgegen trete.  





Am 18. Juni 1815 standen die Verbündeten unter Wellington nördlich einer leichten Hügelkette, der vorgelagert drei Gehöfte lagen. Der Boden war vom anhaltenden Regen aufgeweicht. Die Franzosen konnten von Süden kommend hinter der Erhebung die Aufstellung nicht exakt einsehen. Napoleon wollte gegen das westliche Gehöft Schloss Hougoumont einen Ablenkungsangriff starten, um so dann mit seinem rechten Flügel die Front von Osten her aufzurollen. Dieser Angriff entwickelte sich aber neben dem im Zentrum gelegenen La Haye Sainte zu einem Brennpunkt und es wurden vom Plan abweichend immer neue Kräfte herangeführt. Die nassauischen, englischen, hannoverschen und braunschweiger Kräfte verteidigten sich zäh und erfolgreich, so dass die Schlacht einen gänzlich anderen Verlauf nahm.



Im 1. Bataillon des 2. Regimentes stand der Steinmetz Johann Peter Leonhard (geb. 15.10.1793) aus Vilmar - ein direkter Vorfahr des in Eltville am Rhein lange Jahre tätigen Steinmetz Ferdinand Leonhardt († 2008). Er schrieb 1862 Erinnerungen als einfacher Soldat auf und hat die Kampfhandlungen recht präzise beschrieben. Texte eines einfachen Soldaten sind in der Zeit sehr selten, meist waren sie nicht des Schreibens mächtig. Der Nachfahre hatte die Originalmanuskripte noch in der Hand. Zunächst ins 4. Regiment einberufen nahm er an der Belagerung von Mainz teil und wurde dann in offenen Nachen (vom Boot konnte keiner desertieren) nach Holland verlegt und schließlich dem 2. Regiment zugeordnet.



Leonhard war seinen Beschreibungen nach im Gehöft eingesetzt (1. Grenadier-, 1. und 3. Kompanie) und wehrte fünf Angriffe ab.  Die  5., 7. und die 1. Flankeurkompanie standen an der südlichen Waldkante des Gehöftes, unter Artilleriebeschuss wichen sie in das Gehöft zurück. In zähem, blutigen Ringen widersetzte man sich jedem Eindringversuch. Abends schließlich rückte man nachsetzend wieder an die Waldkante vor. 

Um ca. 19:30 kam dann das "hannoversche Landwehrbataillon Salzgitter" in den ostwärts angrenzenden  Gartenbereich zur Verfolgung der weichenden Franzosen hinzu.





Wir sehen, die Hecke hat schon gelitten, der noch feuchte Boden ist zertreten und auch die Buchen und Kastanien des Waldes haben unter dem Artilleriebeschuss  - siehe Kugeln - gelitten. Das Landwehrbataillon in seinen englischen anmutenden Uniformen führte keine eigene Fahne.








Bei den Nassauern sehen wir auch Voltieurs mit ihren grünen Federbüschen und die Grenadiere mit den Pelzmützen und den roten Federbüschen. Eigentlich kämpften sie in getrennten Einheiten, aber im Nachdrängen nach dem harten Kampf dürfte sich die Formation schon was aufgelöst haben.







In Erinnerung der hohen Opfer wurde am 18. Juni 1865 das von Philipp Hoffman entworfene Waterloo-Denkmal auf dem Luisenplatz errichtet, auf dem unter den 337 Toten auch 6 Soldaten aus dem Amt Eltville genannt werden. 





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