Samstag, 10. Mai 2014


Treideln auf dem Rhein  

Bevor die Mechanisierung in Form der Dampfschifffahrt in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Schifffahrt ergriff, war das Treideln mit Menschen- oder Pferdekraft die gebräuchliche Methode, Schiffe gegen den Strom zu bewegen - das Segeln war zumeist nicht möglich.




Lässt man die Geschwindigkeit außer Acht, so ist die Bewegung eines Schiffes nahezu nur eine Verdrängung des Wassers um den schwimmenden Körper herum. Man muss bedenken, dass die Flüsse damals zumeist deutlich breiter und flacher waren und erheblich ruhiger dahin strömten. An den Rändern und der Flüsse ist die Strömungsgeschwindigkeit zumeist deutlich geringer. Nur an Engstellen trifft das nicht zu.

Macht man sich diese Effekte zu Nutze, so kann man die Schiffe an langen Seilen den Strom hinaufziehen. Eine Person muss das Boot mit geringem Tiefgang und ohne Kiel steuern, eine weitere stößt den zum Ufer hingezogenen Bug immer wieder zurück. Das Seil hält ein Treidelknecht mit einer langen Gabelführung hoch, dass es sich nicht am Ufer verhakt. Die anderen müssen sich mächtig ins Zeug legen, damit es vorwärts geht. Der Schiffer unterstützt ein wenig mit dem aufgespannten Segel. 





Entlang der Ufer verlief der heute von Spaziergängern genutzte Leinpfad, der den Treidlern als Weg diente. Der Weg und auch Übergänge mussten gegen die Hochwässer immer gut Instand gehalten werden.





Das spazierende Biedermeierpaar empfindet die schuftenden Treidler als vollkommen normal. Man bringt wohl ein paar leere Fässer wieder zurück und ein paar volle Getreidesäcke als Handelsware. Dem Angler klaut die Katze seine wenige Beute und der Jägersmann lacht darüber.

1 Kommentar: