Samstag, 14. Juli 2018



Befehlsausgabe im Osten 1944

Um den Kommandeur des nunmehrigen Aufklärungsbataillons 3, Major Charly Deichen, gruppieren sich seine Offizier. Rechts vorne steht sein junger Adjutant Leutnant Hans-Joachim Berthold. Die Namen der beiden anderen Offiziere, die einen Blick in die Karte werfen, sind nicht bekannt. Auch sind Ort und Zeitpunkt nicht mehr genau feststellbar. Es muss im Sommer 44 gewesen sein, Lt. Berthold wurde zum 01. April Adjutant und im August verwundet. Vermutlich ist es noch am Dnjestr um Knischinew in Moldavien bevor man im August nach Polen verlegt wurde.

Man sieht auf dem Bild die verschiedenen Uniformen und Kopfbedeckungen, die alle getragen wurden. Auch waren die Farben recht vielfältig. Entsprechende Figuren habe ich ausgewählt, auch wenn ich bei den Details ein paar Kompromisse machen musste. Eine Brille als Fotoätzteil habe ich noch nicht für Deichen gefunden. Auch tragen auf dem Bild nicht alle ein Koppel. Als Mützenemblem tragen alle den goldenen Schwerter Adler, das Traditionsabzeichen des Kradschützenbataillons 3.


Links sehen wir den Offizier in dem im Laufe des Krieges eingeführte Drillich-Sommeranzug, der sich im Schnitt an der Panzeruniform orientierte. Es gab dabei zwei  Grundmodelle mit je einer aufgesetzter Tasche und ohne. Die ersten Ausführungen waren mausgrau, später wurden sie schilfgrün. Dieser Offizier hat das wohl kombiniert und das Revers der Jacke zugeknöpft. Dazu trägt die 1943 eingeführte Einheitsfeldmütze mit dem silbernen Vorstoß für die Offiziere an der Deckelnaht. Er trägt die vorgeschriebenen Schnürschuhe mit Gamaschen. Auf dem Bild trägt er vermutlich  Feldjacke.

Deichen trägt die gleiche Uniformvariante, aber in einem etwas grünlicheren Ton. Außerdem trägt als Orden noch das Deutsche Kreuz in Gold (verliehen 08.05.43), das Ritterkreuz (verliehen 10.09.43), das EK I+II, Panzerkampfabzeichen in Silber und das Verwundetenabzeichen in Bronze.

Der Offizier daneben trägt die Feldmütze in Schwarz, also wird er ein ehemaliger Panzeraufklärer aus der Aufklärungsabteilung (mot.) 1gewesen sein, deshalb auch gelbe Vorstöße an den Schulterklappen und den Kragenspiegeln. Er trägt die Feldbluse in der Ausführung eines weißen Sommerrockes, dazu eine Stiefelhose, ähnlich einer Reithose, wie sie bei Offizieren sehr populär war. Dazu trägt er statt Knobelbecher Reitstiefeln ähnliche Offiziersstiefel.

Der Leutnant Berthold trägt als Kopfbedeckung das Schiffchen in der grün grauen Ausführung, wie ich es noch zuhause habe. Die schon etwas verblichene Jacke ist die klassische Feldbluse. Der Begriff Bluse kam daher, dass sie bewusst für große Bewegungsfreiheit weit und blusig geschnitten war. Der Farbton ging von blaugrau bis braunolivgrün. Das sog. Besatztuch an Kragen, Schulterklappen und Abzeichen war seit 1935 bläulichdunkelgrün. Er trägt die klassische steingraue Überfallhose zu Schnürstiefeln, wie sie bei Panzertruppen vorgesehen waren.    







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