Samstag, 19. November 2016

Freiwillige Feuerwehr Eltville


Die Mundartdichterin Hedwig Witte schrieb in einem Gedicht:
"Wer deht Hab un Gut uns rette,
wann wir die Feuerwehr nicht hätte?" 

Feuer hatten in den engen Bebauungen der Fachwerkstädte immer eine verheerende Wirkung. Es konnten schnell ganze Stadtteile vernichtet sein. Die offenen Feuerstellen oder Blitzeinschläge waren die Hauptgefahrenherde. In den Chroniken Eltvilles wird erwähnt, dass man 1537 nach einem Blitzeinschlag in einer Scheune ein großes Feuer mit Milch und Wein versuchte zu löschen, weil der Rhein versiegt war. 1562 gab sich Eltville erstmals eine Feuer-Ordnung. 1775 schafft man für das Oberamt Eltville eine Löschspritze an, die heute noch existent ist. Die 1780 vom Oberschultheiß Karl Christian Baldner erlassene "Feüer=Ordnung" umfasste immerhin 40 Paragraphen.


1872 gründeten 45 Mitglieder die noch heute bestehende Freiwillige Feuerwehr Eltville. Erster Kommandant war der Weingutsbesitzer Carl Craß. Wie an vielen Orten kam ein großer Teil der Aktiven aus der Turnergemeinde Eltville. Hier hatte sich wohl viel Gemeinsinn entwickelt und man brachte die erforderliche körperliche Fitness mit. Aus dem Jahr 1877 finden wir einige größere Brände in der Marktstraße vermerkt, unter anderem in den Wohnhäusern Schuhmann, Heinrich Schott und Franz Edel. Im Haus Schuhmann, Marktstraße 1, war sogar ein Toter zu beklagen.

Wir sehen hier wie Carl Craß den Einsatz der Saug-Druck-Spritze leitet. Die Einwohner helfen mit einer Eimerkette aus, das Wasser aus dem nahen Mühlbach vom Entenplatz herbeizuschaffen. Gerade wird der Schlitten mit dem Wasserfass herangezogen. Just eilt der zweite Spritzenwagen aus der Grabengasse herbei. Man sieht darauf den Schornsteinfeger, der als Ortskundiger zwingend erforderlich war.

Die Uniform bestand anfangs aus blau-weiß gestreiften Kitteln und einer Tuchmütze, die aber schon bald gegen leinene oder graue Tuchrücke und Messingblechhelme getauscht wurden.

Das alte Spritzenhaus am heutigen Platz der Deutschen Einheit ist ein sehr schön renoviertes, einladendes Cafe und kleines Hotel geworden.

Diese wunderschöne Figurenserie stammt aus der Hand von Helmut Braune aus Meißen und man kann sie heute bei seinem Sohn erstehen (siehe www.http://zinnfiguren-braune.de).



Kommentare:

  1. Danke für da Lob. Diesmal habe ich der Anregung von Dirk folgend den Platz fotographiert und dann das Bild als Hintergrund etwas nachkoloriert. Die modernen Elemente sind dann wegretuschiert und schon passt es schön. Die plastischen Vorbauten geben dann auch noch etwas mehr Tiefe

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