1850 – Nachtwächter
Das
negative Image dieser Zunft ist eigentlich nicht nachzuvollziehen. Sie durften
in keiner Wiese verschlafen sein.
Aus meinem
Zinnsarg stammt diese Figuren, die mit „Rellinger Figuren“ tituliert ist.
Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
1850 – Nachtwächter
Das
negative Image dieser Zunft ist eigentlich nicht nachzuvollziehen. Sie durften
in keiner Wiese verschlafen sein.
Aus meinem
Zinnsarg stammt diese Figuren, die mit „Rellinger Figuren“ tituliert ist.
1860
- rheinischer Winzer an der Traubenmühle
1494
- Bischofskonferenz in Eltville am Rhein
Der
Mainzer Erzbischof Berthold von Hennebergs (Amtszeit 1484–1504, auf dem Stuhl)
war ein bedeutender Reichspolitiker. 1495 rang er auf dem Reichstag zu Worms
als Wortführer der Reichsstände dem späteren Kaiser Maximilian I. die
Zustimmung zu einem Reichsregiment (1500-1521 bestehendes Regierungsorgan mit
21 Mitgliedern – dem König, dem Erzkanzler, den Kurfürsten, den Fürsten der
neugeschaffenen Reichkreise) ab. Der Ewige Landfrieden war ebenso seinem
langwierigen Einsatz zu verdanken wie die Einsetzung des Reichskammergerichts
und die „Handhabung Friedens und Rechts“ als Vertrag zwischen König und
Ständen.
Da
ist es doch anzunehmen, dass er sich mit seinen beiden Standesgenossen aus
Trier (Johann II. von Baden, Amtszeit 1456-1503) und Köln (Hermann IV. von
Hessen, Amtszeit 1480-1508), die ja ebenso an der Kaiserwahl beteiligt waren,
traf, um solche wichtigen Projekte abzustimmen.
Diese
wunderschönen Figuren entstammen eigentlich der Wimor-Serie „Papst Julius II
besichtigt den Apoll von Belvedere“, die Franz Karl Mohr 1955 schuf.
1850 - Die Zecher auf dem Heimweg
Diese wunderbaren
Figuren aus einer Faust-Serie von Dieter Beller regten mich zu dieser Szene an.
Diese fein gravierten Figuren lassen jedes
Farbenspiel zu. Die Gruppe der Heimkehrer aus meinem Zinnsarg schwanken dem
Zuschauer entgegen. Im Hintergrund schauen aus dem Höllenrachen die Geister des
Gutsauschanks, Riesling, Grauburgunder und Spätburgunder. Rechts und links des
Weges erscheinen unseren Riesling-Brüdern die verschiedensten Engel und Lemuren
der Faustszene. Links auf dem Berg
übergibt ein Engel Rosen an den Dürrteufel, davor zieht ein Engel einen
Dickteufel auf den Weg und recht zieht ein Engel auf dem Spaten einen
Dickteufel herüber. Auch darf in einer solchen Szene Mephisto, der Verführer,
(links vorne) nicht fehlen. Püsterich bläst die Heimkehrer an und ein Irrlicht
(vorne) lenkt sie vom Wege ab, der Engel vorne hofft, dem Nachtwächter auf den
richtigen Weg zu helfen.
1849 – Gefecht bei Wiesenthal am 20. Juni
1849
Unter den vom Deutsche Bund beauftragten Verbänden von 70.000 Mann aus Preußen, Bayern, Hessen und Nassau den Aufstand niederzuschlagen, marschierten im Mai 1849 zwei preußische Armeekorps unter dem Oberkommando des Prinzen von Preußen nach Baden ein. Anfang Juni erlitten die Preußen bei ersten Gefechten in Hessen erhebliche Verluste.
Das I. Korps unter Führung Moritz von Hirschfeld besetzte sehr systematisch den Norden und Westen der Pfalz und setzte am 20. Juni bei Germersheim über den Rhein. Der Feind zog sich zunächst über Philippsburg in Richtung Wiesental zurück. Bei dem I. Korps befand sich im Stab des Generals v. Hanneken der Prinz Friedrich Karl. Auf Bitten des Generals trug er den nicht so auffälligen Interimsrock als Major des Leib-Garde-Husaren-Regiments. Auf den gerade erworbenen pour-le-mérite verzichtete er nicht. Auch die Schabracke soll eine dezentere gewesen sein. Der General beauftragte den Prinzen, mit der erstbesten Schwadron den vermeintlich ausweichenden Feind gegen Wiesenthal zu verfolgen. Dieser ritt an der Spitze der 1. Eskadron des Husaren-Regimentes 9 auf der Chaussee auf den Ort zu, rechts und links ließen Kornfelder die Entfaltung nicht zu. Die Aufständischen waren eine bunte Mischung von Freischärlern, Soldaten in den alten badischen Uniformen und grauen Mänteln und solche, die schon mit den neuen, nach preußischem Vorbild erstellten Uniformen ausgerüstet waren, auch ein paar grüne Jäger der Karlsruher Bürgerwehr sehen wir. Der Prinz focht in vorderster Linie im Getümmel, wurde auch am Säbelgefäß getroffen, aber nicht verwundet. Sein brauner Hengst litt mehr. Am Ende ließen 6 Preußen und 20 Badener ihr junges Leben.
1500 – Gaukler vor den Tore
Die wesentlichen Elemente dieser Szene stammen von Hans Jörg Stoll und wurden dann mit anderen Figuren aus dem Zinnsarg angereichert, damit Leben vor der nordwestlichen Eldefelder Stadtmauer stattfindet.
1868 – Baden verboten
Wir sehen
hier, dass aber die Staatsmacht auch auf der Hut ist. Wo haben die Damen wohl
ihre Geldbörse, um den Nassauer Schutzmann ein Strafgeld zu bezahlen. Der
Schutzmann mit dem Notizbuch trägt schon den neuen preußischen Helm, die 1866
eingeführte „Pickelhaube“. Der Kollege neben ihm noch die um 1843 eingeführte ältere
Ausführung mit der höheren Helmglocke.
1500 – Landsknecht mi Hellebarde und Schild
Die farbenfrohen Kleidungen der Landsknechte drückten deren Stolz als Bewaffnete Kräfte aus. Die Form des Kampfes zwang noch zum Einheitsgrün. Hoffen wir, dass in der Hitze des Kampfes, meist Nahkampfes, jeder wirklich Freund und Feind auseinanderhalten konnte. Wimpel oder Bänder der Unterscheidung waren oftmals nicht so groß. Aber für uns Zinnfigurenfreunde sind sie ob dieser Farbenpracht natürlich eine besondere Freude.Diese
wunderschöne Figur wurde von der Vereinigung der freien Zinnfigurensammler
anlässlich ihrer Jahrestagung 1997 herausgegeben und war früher bei Fechner zu
erwerben.
1650 – d‘ Artagnan (* zwischen 1611 und
1615; † 25. Juni 1673
1270 - Otto
IV. von Brandenburg (* 1238; † 27. November 1308)

Otto IV. von
Brandenburg, genannt „Otto mit dem Pfeil“, war Markgraf von Brandenburg
(gemeinsam mit seinen Bruder Johann II. von Brandenburg) aus dem Haus der
Askanier. Otto IV. war der Sohn Johann I. von Brandenburg und dessen Gemahlin
Sophia von Dänemark. Er war als Mitregent gemeinsam mit seinem Bruder Johann
II. von Brandenburg Markgraf von Brandenburg. Als sein Bruder im Jahr 1281
starb, regierte Otto allein die Mark. Als Ottos Bruder Erich von Brandenburg im
Jahr 1277 zum Erzbischof von Magdeburg gewählt wurde, kam es zu langwierigen
Kampfhandlungen, die bis 1283 andauerten. Otto IV. unterstützte seinen Bruder
und wurde von den Magdeburgern in der Schlacht bei Frohse gefangen genommen und
in einen Käfig gesperrt. Otto wurde im Jahr 1280 bei Staßfurt durch einen Pfeil
in den Kopf getroffen. Dieser konnte erst nach einem Jahr entfernt werden.
Dadurch kam er zu seinem Zusatznamen „Otto mit dem Pfeil“. In seiner
Regierungszeit erwarb Otto IV. um 1292 die Pfalz Sachsen, die Mark Landsberg
und 1303 die Mark Lausitz. Otto trieb den deutschen Landesausbau voran und
stiftete das einflussreiche Kloster Lehnin in Lehnin in der Zauche.
Wir sehen
ihm hier beim königlichen Schachspiel mit seiner Gemahlin Judith, eine Tochter
des polnischen Herzogs Bolesław III. „Schiefmund“. Die Verabredung zur Heirat
erfolgte möglicherweise am 6. Januar 1148, als Otto mit den Brüdern Bolesław
IV. und Mieszko III. in Magdeburg zusammentraf. Sie bedeutete eine strategische
Unterstützung der polnischen Piasten.