Samstag, 20. Januar 2018


Römischer Legionär, ca. 200



Konkretes über Römer im Rheingau ist leider sehr wenig bekannt. Wir wissen zwar von Stromübergängen um die Zeitenwende, aber von Bedeutung ist erst der Feldzug Domitians 83 n.Chr., der mit dem folgenden Bau des Limes zur Einverleibung rechten Rheinufers in das römische Reich führte. Aber hinter den Türmen und Kastellen entwickelte sich das Dekumatland genannte Gebiet wenig und bleib dünnbesiedelt. Alleine unter militärischen Gesichtspunkten wurden Straßen ausgebaut. Nur einige wenige Höfe sind nachgewiesen, vermutlich gehörten sie Veteranen der Armee. Man kennt solche aus Niederwalluf, Martinsthal, Eltville, Kiedrich und Winkel. Funde von Dachziegeln, Tonscherben und einer Riemenschließ auf dem Gelände der Sektkellerei Matheus Müller legen das nahe. Auch einige Gräber fand man in Hallgarten, bei Geisenheim, in Rüdesheim und Lorch.

Unser Legionär der Legio XXII Primigenia, die ab dem 1 Jahrhundert in Mainz lag, tträgt einen verzinnten Bronzehelm, ergänzt mit Wangenklappen. Zum Körperschutz dient ein Schienenpanzer, ein komplexes System in einander geschobener eiserner Panzerschienen und –platten, die mit Riemen, Schnallen und Scharnieren beweglich mit einander verbunden waren. Der Schildkörper des halbrunden Scutum war aus drei Lagen verleimten Birkenholz in einer Art Sperrholz mehrschichtig 6-9cm dick aufgebaut. Seine Oberfläche war mit Schaffilz beidseitig bezogen. Die Art der Verzierungen zeigte nach Tacitus die Legionszugehörigkeit. Des Weiteren schützen ihn Beinschienen.

Als aktive Waffe führt der Soldat ein Zungenpilum, das er dem Feind entgegenschleuderte. Im Nahkampf kam das Schwert zum Einsatz oder auch noch der kurze Dolch.

Die klassische Militärsandale, wie man sie auch in Mainz gefunden hat, besteht aus drei Lappen, die mit der Sohle aus einem Stück geschnitten wurden, Riemen und Schnallen halten sie zusammen. Die eingeklebte Brandsohle und die mit 80-90 Eisennägeln benagelte Laufsohle verhalfen der Sandale immerhin zu einer Laufleistung von 500-1000km. 

Mogontiacum (auch Moguntiacum) ist der lateinische Name der heutigen Stadt Mainz, den diese während ihrer fast 500-jährigen Zugehörigkeit zum Römischen Reich trug. Seinen Ursprung hatte Mogontiacum in dem 13/12 v. Chr. von Drusus erbauten Legionslager und gehörte bis es 470 dem fränkischen Reich einverleibt wurde zum römischen Reich.  Insgesamt waren 9 verschiedene Legionen (je ca. 5.000 Mann) dort stationiert, zeitweise sogar 4 gleichzeitig. 

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