1830 – Pavillon Niederwald
Graf Johann Friedrich Karl Maximilian von Ostein stammte aus einer wohlhabenden Familie, die vor allem Besitzungen in Böhmen hatte. 1763 beerbet er seinen Onkel Kurfürst von Mainz Johann Friedrich Karl von Ostein unter anderem mit dem Landschaftspark Niederwald. Den Wald wollte er zunächst als Jagdrevier nutzen und begann 1764 mit dem Bau eines Jagdschlosses, das heute noch als Hotel genutzt wird, und einer entsprechenden Zufahrtsallee. In den Folgejahren gestaltet er den Wald dann schrittweise in einen Landschaftspark um. So wurden in den Jahren 1787 bis 1791 verschiedene Steingebäude ergänzt. Der Park war an bestimmten Tagen auch der Öffentlichkeit zugänglich. Die einzige Tochter verstarb früh, so dass der Besitz an seinen Neffen Friedrich Karl Anton von Dalberg ging.

Unter diesen Ergänzungen wie „Zauberhütte“, „Zauberhöhle“
und die „Rossel“ war der 1790 errichtete Aussichtstempel etwas ganz Besonderes.
Leider zerstörte der Bombenangriff auf Rüdesheim am 25. November 1944 neben vielen
Gebäuden des Ortes dieses Schmuckstück. Auf private Initiative hin erfolgte 2006
die Rekonstruktion. Dieser „Staffagebau“ einer romantischen
Landschaftsgestaltung war ein beliebter Ort für Dichter der Romantik. So nimmt
es nicht Wunder, dass Johann Wolfgang von Goethe 1814 sich hier auch aufhielt.
Hier sehen wir das fröhliche Ausflugstreiben der Rüdesheimer und deren Gäste im Biedermeier.
Hier sehen wir das fröhliche Ausflugstreiben der Rüdesheimer und deren Gäste im Biedermeier.


