1820 – Rheinromantik – William Turner
Leider hat er die Skizzen des Rheinufers zwischen Walluf und Eltville nicht zu Gemälden verarbeite; so ist diese Station in der Literatur auch nicht erwähnt, obwohl wir sehen, wie ihn einige dabei beobachteten.
Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
1820 – Rheinromantik – William Turner
1830 – Pavillon Niederwald

0 – Germanen bei der Eisenverarbeitung in
Salzgitter
Wir sehen
die Bedienung des Ofens, die Erstellung von Formen und auch die
Stahlbearbeitung.
Der Haufen links ist echtes Eisenerz aus einer Werbepackung der SALZGITTER AG über den Weg des Erzes aus den 60er Jahren.
1890 – Artilleriestab beobachtet
Auch im
Kaiserreich waren Stäbe immer wieder auch zu Übungen unterwegs oder erkundeten
vorsorglich das Gelände, in dem man Auseinandersetzungen erwartete. Hier
sehen wir den Stab der II. Abteilung des Feldartillerieregiments 27 aus
Wiesbaden als Teil des XVII Korps in Frankfurt. Man war damals in der Kaserne
Ecke Rheinstraße-Kirchgasse untergebracht. Ein Adjutant (Kennzeichen:
Offiziersschärpe über rechte Schulter) vom Inf. Regiment 80 (Gersdorff-Kaserne,
heute Europaviertel) bringt gerade eine Meldung. Im Hintergrund begrüßt ein
Musketier desselben Regiments die Pferde freundlich. Eine Gruppe Feldwebel
steht rechts etwas abwartend.
1924 – KLIO Dresden

Die KLIO-Dresden war die erste Sammlergruppe der KLIO.
Sie wurde noch vor der Bundesvereinigung CLIO (damals noch mit C geschrieben)
gegründet und zum 01. Januar 1924 in das Vereinsregister eingetragen. Ihre Mitglieder
waren treibende Kräfte und CLIO-Gründung, an ihrer Spitze Herr Hans Zeumer, der
ein Spielzeuggeschäft in der Stadt betrieb und selbst ein begeisterter und begeisternden
Zinnfigurensammler war. Das genaue Gründungsdatum der CLIO ist nicht bekannt, da sie zunächst ein nicht eingetragener Verein war.
Die schöne Figurengruppe wurde auf diesem Tableau verschenkt.
1865 –
Nassauer warten auf die Kapitulation
„Die Hälfte seines Lebens wartet der Soldat vergebens!“
Diese Nassauer Infanteristen erleben den
Wahrheitsgehalt dieses alten Soldatenspruches wieder einmal. Man wartet auf die
weiteren Befehle zur Kapitulation, während die höheren Offiziere sich noch
abstimmen.
Im Bruderkrieg stand Nassau mit 6100 Mann unter dem
Oberbefehl des Herzogs auf Seiten Österreichs. Man marschierte im Wesentlichen
im Mainbogen hin und her. Es kam aber zu keinen wesentlichen Kampfhandlungen. Nach
dem Gefecht bei Zorn (12. Juli 1866, siehe Diorama) verließ Herzog Adolf sein
Herzogtum. Die nassauische Armee wurde in den Odenwald verlegt und nahm noch an
den Gefechten bei Tauberbischofsheim (24. Juli 1866) und Gerchsheim (25. Juli
1866, siehe Diorama) teil. Insgesamt hatte die Armee in diesem Krieg fünf
Gefallene und sieben Vermisste zu verzeichnen. Am 8. September 1866 verabschiedete der Herzog im bayerischen
Günzburg die Truppe im Rahmen einer Parade und reiste anschließend nach Wien
ab. Die Annexion Nassaus stieß kaum auf Widerspruch in der Bevölkerung. Die meisten Soldaten nahmen die neue Uniform.
Nachdem man sich seit 1849 im Uniformschnitt nach dem
preußischen Vorbild ausgerichtet hatte, wechselte man 1862 mit der Annäherung
an Österreich zu deren Schnittmuster. Signifikanteste Elemente waren der Hut
mit Federstutz und die Doppelreihe der Knöpfe. Die Grüne Jackenfarbe und gelbes
Lederzeug trug man schon in Spanien, als man noch Napoleon unterstützen musste.
Die Hose färbte sich 1814 von grün zu grau und wurde später schwarz. Die
Patronentaschen waren immer von schwarzem Leder. Die Offiziere trugen eine
orangene Schärpe. Zur Parade trug man noch goldenen Stern und Kordeln am Hut.
Diese schöne Serie von drei Typen Gemeinen und
entsprechenden Dienstgraden wurde von Ivo Moll herausgegeben.
1. November 1813 – Napoleon übernachtet im Bolongaro Palast
In der Nacht vom 1. auf den 2. November 1813 hat er im Bolongaro Palast in
Hoechst übernachtet. Ich habe angenommen, dass er nun seine Kutsche wieder zur
Verfügung hatte, denn danach verließ er deutschen Boden, also muss er eine große
Strecke gereist sein. Wenig später richtete der ihn verfolgende General Blücher
hier sein Hauptquartier vom 17. November bis 27. Dezember 1813 ein, um auf die
Freigabe der alliierten Herrscher zu warten, die Verfolgung über den Rhein
fortzusetzen (Übergang bei Kaub erst 6 Wochen später!).
Bei der Zusammenstellung und den Uniformfestlegungen half Sammlerfreund Alfred Umhey. Dieser herausragende Kenner der französischen Armee dieser Epoche verstarb leider am 29. Oktober 2025 viel zu früh. Ohne ihn hätte ich das Diorama nicht zusammenstellen können.
Der Auflistung ist die Zuordnung der einzelnen Figuren
zu entnehmen.
Zuordnung zu den Nummern
1. Napoleon
2. Marschall Claude Victor Perrin (1806)
3. Marschall Adolphe Mortier (1804)
4. General de Division de Cuirassiers
5. General de Brigade
6. General de Division Antoine Drouot (1813), Kommandant der Kaiserlichen Garde
7. General, grauer Umhang
8. General de Brigade Jean-Jacques Desvaux de Saint-Maurice, General der Gardeartillerie (Uniform im Husarenschnitt)
9. General de Division
10. General der Artillerie
11. Dominique-Jean Larrey, Chefchirurg Garde (war nur bei Leipzig, kam später)
12. General de Division, Commandant d‘une place
13. General de Brigade
14. General de Brigade de Carabiniers
15. General de Division Horace-Francois Sebastiani (1805)
16. Aide de Camp = wörtl. « Feldgehilfe » = Adjutant von General Rapp
17. Aide de Camp = wörtl. « Feldgehilfe » = Adjutant von General Rapp
18. Offizier der Chasseurs a Cheval Junge Garde im Feldanzug
19. Husarenoffizier des 6. Regiment Linie
20. Chasseur a Cheval de la Garde imperale mit Pferd mit Schaffellschabracke mit rotem Zackenbesatz und Pferd für Chasseur a cheval
21. Officier d‘ Ordonnance de l‘ Emperieur
22. Husarenoffizier 9. Regiment Linie
23. Chasseur a cheval de la Garde imperale mit Pferd für General und Pferd für Chasseur a cheval
24. Chasseur a cheval de la Garde imperale mit Pferd für Chasseur e cheval
25. Chasseur a cheval, roten Umhang angezogen, mit Offiziers-Pferd mit Leopardendecke und Pferd Chasseur a cheval de la Garde imperale
26. Chasseur a cheval de la Garde de imperale
27. Chasseur a Cheval de la Garde imperale, Societe Dress (Ausgehuniform)
28. Chasseur a cheval de la Garde imperial, roten Umhang angezogen
29. Chasseur a Cheval de la Garde imperale, roten Umhang angezogen
30. Zwei Wachen Chasseur a Cheval de la Garde imperale
31. Kaiserliche Kutsche mit Vorspann
32. Gendarme d‘elite Garde Imperiale
33. Zwei Kutscher
34. General de Brigade, en Redingote (französische Version von « Riding coat »)
35. General de Division, en Redingote
36. General de Division, en Redingote
37. General de Division, en Redingote
1450 – Der Getränkewagen ist da
Bei einer
fröhlichen Feier kann es leicht zu Engpässen kommen. So warten alle auf den
Getränkewagen. Das war sicher zu allen Zeiten so. Offensichtlich haben die Herren
der Transportbegleitung aber nicht nur die Ware gegen Neider verteidigt.
Den Kern
dieser Gruppe hat einst Hans-Jörg Stoll geschaffen. Heute kann sie man bei Winfried
Dangelmaier erstehen. Und natürlich habe ich noch ein wenig aus dem Zinnsarg
ergänzt.
1572 – Willem van Oranje (1533-1584)
Wilhelm I.
(* 24. April 1533 in Dillenburg; † 10. Juli 1584 in Delft), Fürst von Oranien,
Graf von Nassau-Dillenburg, genannt Wilhelm der Schweiger, volkstümlich Wilhelm
van Oranien, wurde als Sohn von Wilhelm von Nassau und Juliana zu Stolberg
geboren. Als 1544 sein Vetter Renatus von Nassau, Fürst von Oranien, ohne Nachkommen
starb, wurde er von seinem Cousin Wilhelm als Erbe eingesetzt. Der Kaiser
genehmigte dies mit der Auflage der katholischen Erziehung am Hofe.
Er war mit seinen Besitztümern einer der reichsten niederländischen
Hochadligen. Seine größten Erfolge erzielte er sicherlich im Niederländischen
Aufstand und im Achtzigjährigen Krieg, die zur Befreiung von der spanischen
Fremdherrschaft und zur Unabhängigkeit der nördlichen Provinzen der Niederlande
(Republik der Sieben Vereinigten Provinzen) führten. So nannte man ihn auch „Vater
des Vaterlandes“.
Die schöne
Figur stammt von den niederländischen Sammlerfreunden im Nationaal Tinnen
Figurenmuseum in Ommen.
1970 – Forstmann mit Jagdhorn
Mit dem Jagdhorn werden Signal geblasen. Die wenigen 6 Töne bieten aber genug Möglichkeiten zur klaren Informationsweitergabe. So hört auch der weiter entfernt stehende Schütze, dass die „Jagd beginnt“ oder die „Jagd vorbei“ ist. Ein solches Treiben durch ein Revier dauert ungefähr eine Stunde. Dann stellen sich die Schützen in einem anderen Revierstück erneut auf und die Treiber drücken von der anderen Seite her durch den Bestand und scheuchen mit Lärm das Wild auf. So dezimiert man den Bestand gezielt und reduziert so auch den Verbiss an den jungen Pflanzen oder auch den Flurschaden in den Feldern und Weinbergen, heute sogar den Wohnsiedlungen.
Die schöne Figur stammt von Hans-Jörg Rammelt aus Dessau-Roßlau, dem Thomas Meinicke sie gravierte.