1930 - Fischen
am Rhein


Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
1930 - Fischen
am Rhein


1930 - Waldarbeiter
Schon seit dem Begin des 18. Jahrhunderts wurde in der preußischen Forstverwaltung der nachhaltige Waldbau gelehrt. Es ist keine Erfindung unserer Tage. Sie besagt im Kern: Man kann nur so viel an Holz einschlagen wie auch nachwächst, was man entsprechend berechnen kann. Schlägt man langfristig mehr ein, steht man eigens Tages vor einer Wiese. Unter dieser Prämisse kann der Wald auch genutzt werden und das Holz ist in vielfältiger Weise ein Rohstoff.
1717 - Weinprobe
Diese schöne Gruppe (ohne Fässer und Gestühl) war die Börsenserie der Kulmbacher Zinnfiguren Börse 2026. Gezeichnet hat sie Sascha Lunykow und Martin Andräe hat sie graviert.
1750 - Höchster Porzellan
Der aus Meißen stammende Porzellanmaler Adam Friedrich von Löwenfinck und Johann Christoph Götz gründeten 1746 die fürstlich mainzerische Porzellanmanufaktur. Sie ist damit die zweitälteste in Deutschland, auch die einzige in Hessen, denn Fürstenberg bei Höxter ist schon im hannoverischen Gebiet. Vom Mainer Erzbischof Johann Friedrich Karl von Ostein erhielt man mit dem Gründungsprivileg auch die Monopolstellung in seinem Herrschaftsgebiet. Zunächst stellte man nur Fayencen her. Erst mit dem Akanist (Chemiker, der Porzellan herstellt) Johann Kilian Benckgaff und Ofenbauer Josef Ringler stellte man ab 1750 wirklich Porzellan her. Der erste Brennofen stand auf dem nördlichen Stadtwall, etwa in Höhe des heutigen Höchster Marktes. Die Manufaktur selbst befand sich in der Nähe im s. g. Porzellanhof zwischen heutiger Antoniterstraße (früher Rosengasse) und Wied. Eine sehr wechselvolle Geschichte des Unternehmens führt aber dennoch bis in unsere Tage.
Hier sehen wir, wie die Mitarbeiter die Brände aus den Kisten packen, während eine Kommission des Erzbischofes die ersten Stücke begutachtet. Wenn so hohe Herrschaften kommen, so kann ein wenig Musik nützlich sein.
Die schöne Gruppe stammt von Wolfgang Unger aus Leipzig und zeigt - wie könnte es anders sein - eigentlich die Ausstellung des ersten Meißner Porzellans zur Leipziger Messe 1710. Wie immer fand ich noch ein paar ergänzende Figuren im Zinnsarg.
Diese zwei Figuren sind Teil einer sehr schönen Figurengruppe der Offizin Kettwiger
Zinnfiguren. Leider fingen die „Schraubenzähler“ an, sich über falsche
Kleiderkombination oder fehlende Schrauben zu echauffieren, statt sich über schöne
Figuren ihres Hobbys zu freuen. Ich habe mich an der 2026 Street Bob Motorcycle
in der „roten“ Ausführung orientiert.
Stierkampf
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Der heutige spanische Stierkampf entstammt wahrscheinlich aus
den römischen Arenen in Spanien. 1215 werden erstmal „Bullenspiele“ durch den
Bischof von Segovia verboten. Damals war er den Adligen vorbehalten, denn nur
Reiche konnten sich das erforderliche Pferd leisten, da man mit der Lanze
attackierte. Ende des 17. Jahrhunderts kam es zu einer grundlegenden Änderung:
die Reitknechte der Adligen übernahmen das Töten des Stieres. Sie wurden der
Töter des Stieres, der „Mata Torros“. Daraus entwickelte sich der Begriff „Matador“.
Diese „Helden“ können bei Honoraren zwischen 50-180.000 € damit durchaus einen
gesellschaftlichen Aufstieg erreichen. Es entstanden hölzerne Arenen, 2015
waren es noch 425 mit 1.700 Kämpfen. Aber die zunehmende kritische Wahrnehmung verändert
auch hier vieles.
Der Matador kämpft etwa 20 Minuten mit dem Stier. In der
ersten Phase lockt er mit seiner capote (einem großen, meist außen purpurroten
und innen gelben Tuch) den Stier und lässt ihn möglichst elegant an sich vorbei
stoben. Nach dieser Phase des Einschätzens des Stiers wird der Stier durch die dann
einreitenden picadores (Lanzenreiter) mit einem Lanzenstoß im Nacken verletzt. Dies
zwingt den Stier den Kopf abzusenken, was es später dem Matador erlaubt, mit
dem Degen in den Nacken zu stechen. Nun setzen die banderilleros (Helfer mit
bunten, geschmückten Stechlanzen und Tüchern), die banerillas (mit kleinen Widerhaken
gegen Herausrutschen) in die Muskeln zwischen den Schulterblättern des Stiers. In
der letzten Phase nimmt der Kämpfer neben der dunkelroten muletta auch den
Degen. Die Reaktion des Stiers beruht aber nicht auf der Farbe (Rinder sind
rotgrün-blind), sondern der schnellen Bewegung des Tuches. Ziel des matador ist
es, den Stier und seine individuellen Eigenschaften zu nutzen, um den eigenen
Mut, Respekt, aber auch seine eigene Überlegenheit zu beweisen. Das gelingt
aber nicht immer, es kommt immer zu schwersten Verletzungen, wenn der Matador
die Bewegungen des Stiers nicht richtig erahnt. Wenn die Kondition des Stiers
erschöpft scheint, lenkt er den Stier in eine frontale Stellung mit gesenktem
Haupt, um dann den 88 cm langen Degen möglichst bis zum Heft zwischen die
entblößten Schulterblätter zu stoßen und somit Aherz oder Aorta zu verletzen.
Sinkt das Tier dann zu Boden wird es mit einem Dolchstoß getötet.
Diese Figur „Torrero und Stier“ in 80mm wurde von Vladimir
Nuzhdin graviert. Auf der Börse in Kulmbach nahm ich sie 2026 aus einer Bestandsauflösung
mit.
1625 - Musketier fertig geladen

Die Muskete löste die Arkebuse ab. Sie war deutlich länger,
die Geschosse erreichten eine höhere Mündungsgeschwindigkeit und erzielten
damit eine größere Reichweite und Durchschlagskraft. Von ihrem ersten
Erscheinen auf dem Gefechtsfeld am Ende des 16. Jahrhunderts entwickelte sie
sich schnell zur neuen Hauptwaffe der Infanterie. Als Stichwaffe blieb Anfang
des 18. Jahrhunderts nur noch das auf die Muskete aufgesetzte Bajonett für den Einbruch übrig.
Früher war es sehr üblich den einzelne Waffenarten
Tierbezeichnungen zu geben. Der Name leitet sich aus dem Italienischen „mosca“,
die Fliege oder „moschetto“, der Sperber. Dies soll vermutlich auf die
zustechende Flieg oder die Geschwindigkeit des Sperbers hindeuten.
Üblicherweise wurden größere Gruppen von Musketieren
gebildet, so dass ein beständiges Feuer gegen den Feind einsetzte, wobei immer jemand schoss, während andere nachluden/stopften. Im 16.
Jahrhundert trugen die Söldner eine recht bunte Kleidung, die Aufmerksamkeit erregte. Eine einheitliche Uniform wurde erstmals durch Gustav
Adolph von Schweden eingeführt. Aber in dem langen Krieg wurde des nicht
aufrechterhalten, sondern jeder trug, was er bekommen konnte; auch vom
gefallenen Feind. Farbige Armbänder galten als Erkennungszeichen.
Diese schöne Figur stammt aus der Offizin Zinnfiguren-Fleesensee.
1786/1787 - Goethe in Campagna
Vielen ist das Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein
bekannt, an dem sich diese Zinnfigur orientiert. Bemalt hat sie so hervorragend Horst Meißner.
Napoleon
KILIA - Kieler Zinnfiguren haben diese beiden schönen Figuren Napoleons neu herausgebracht und erstmals bei den Abbauarbeiten der Weimarer Ausstellung im Februar 2026 den Mitwirkenden übergeben. Da musste ich auch zum Pinsel greifen, obwohl dies ja nicht im Rheingau spielt, denn dort ist Napoleon nicht vorbeigekommen. Rheingauer Wein hätte ihn sicherlich besonnener gemacht.Goethe und Schiller - Denkmal in Weimar
In Weimar hat man diesen beiden Säulen des deutschen Klassizismus ein Denkmal gesetzt. Der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisennach hatte sie in seiner Residenzstadt vereint. Welchem Herrscher gelang so ein Kulturzentrum?
| Das Denkmal im Mai 2026 |
Diese wunderschöne Figur gab der mit seinen Auktionen so bekannte Sammler Dr. Mrosk heraus. Mich hat es dann mehr gelockt, diese beiden Heroen der Dichtkunst in Farbe zu fassen statt in der Denkmal-Bronze mit Patina.