Sonntag, 10. Oktober 2021

 

Die Schwarze Schar am Vorabend von Quarte Bra (16. Juni 1815)

Die Alliierten zogen ihre Truppen in Südbelgien zusammen, Wellington und Blücher hatten sich noch einmal ihre gegenseitige Unterstützung versichert. Die britische Armee war bei Nivelles ( 16 km südwestlich von Waterloo,  11 km westlich von Quatre Bras) zusammengezogen  und sollte der preußischen über Quatre Bras (19 km südlich Waterloo) entgegen marschieren. Der Prinz von Oranien lag dem Ort mit den Truppen seines Landes, den Nassauern und den Braunschweigern dieser wichtigsten Straßenkreuzung am nächsten. Aber Napoleon überschritt am 15. Juni schon die Grenze der Niederlande und schob sich zwischen die beiden Armeen. Er sandte Marschall Ney gegen diese Kreuzung. Da somit der Marsch der Alliierten blockiert war, konnte er zuerst separat die preußische Armee bei Ligny angreifen.

Hier sehen wir wie ein preußischer Generalstabsoffizier mit einem Flügeladjutanten und einem Wachtmeister der Feldjäger schon Verbindung aufnimmt. Der schwarze Herzog (er fällt in dem Gefecht) wird freudig von seinen lagernden Soldaten begrüßt. Es sind Angehörige des Leibbataillons (blauer Kragen und schwarze Federbusch) und des 1. Linienbataillons (roter Kragen und blau-gelber Pompom). Die Sergeanten sind an den Gallons auf den Oberarmen zu erkennen. Rechts außen bemüht sich ein Ulanen-Offizier um eine Erfrischung. Die Preußen begrüßt ein Husarenoffizier und den Herzog grüßt ein Flügeladjutant. Nicht alle Infanteristen tragen den vorschriftsmäßigen schwarzen Tornister, ein paar haben sich den fellenen der Jäger genommen. Der von links kommenden Gruppe zeigt ein Offizier des Leibbataillon zu Pferde den Herzog.

Die militärischen Figuren stammen alle aus der Offizin Grünewald, heute sind die Formen  bei Thomas Seele beheimatet.

Es ist zwar keine Rheingauer Geschichte, aber die Panzeraufklärer in Braunschweig, bei denen ich länger diente, führten langte Zeit die Tradition der Braunschweiger Husaren und damit den Totenkopf mit ganzem, frontalem Schädel und Knochen darunter als Traditionsabzeichen. Mit der Diskussion über fatale Verwendung des Symbols half keine Geschichtsdifferenzierung und es wurde abgeschafft.         

 

Freitag, 2. Juli 2021

 

1813 - Alarm im Schiersteiner Hafen


Nach der Völkerschlacht von Leipzig erreichte das Ostpreußische National-Kavallerie-Regiment schon am 16. November 1813 den Rheingau. Während das Regiment in Frauenstein einquartiert war, überwachte es mit Posten den Rhein, um sicher zu sein, dass die Franzosen aus Kastel nicht wieder in den Rheingau vordringen würden,

Während die einen sich gerade von den Strapazen beim Wein und Essen erholen wollen, stört der Alarmreiter die Idylle am Schiersteiner Hafen.

Die Gruppe ist wie immer zusammengestellt. Die Hauptelemente stammen von W&S Zinnfiguren, der entspannte  Reiter stammt von Scholz und den Hersteller des sich entspannenden Reiters weiß ich nicht mehr.

Sonntag, 6. Juni 2021

 1450 - Gericht in Eltville


Der Vicedom vertrat den Erzbischof im Rheingau in allen Gerichts- und Verwaltungsangelegenheiten. Die erste Instanz war das Schöffengericht unter dem Vorsitz des jeweiligen Schultheiß. Üblicherweise saßen sieben Schöffen bei; in Eltville 14, weil man auch die Aufgaben einer höheren Instanz wahrnahm. Da in Eltville erstmals 1165 Schultheiße erwähnt werden, darf man annehmen, dass es da auch schon ein Gericht gab. Zivilrecht wurde im Schöffengericht abgehandelt, in Eltville gab es hierfür seit 1351 auch einen Oberhof als zweite Instanz. Strafsachen wurden anscheinend unterschiedlich gehandhabt. Die Unterlagen darüber sind nicht so aussagekräftig. Die leichteren Vergehen haben wohl auch die niederen Instanzen behandelt. Später spricht man bei den schweren Vergehen vom Hoch- oder Blutgericht. Das „Frevelgericht“ für die leichteren Dinge wurde dreimal im Jahr abgehalten. Das „Hochgericht“ fand mit dem Landtag zusammen statt.  

Das mittelalterliche Rechtssystem ist nicht dem heutigen vergleichbar. Einen breiten Raum nahmen Ehrenstrafen ein, wie Pranger, Schandkorb, Schandpfahl, Halsgeige, Lästerstein und der Eselsritt. Sie dienten der öffentlichen Demütigung, man verlor ggf. seine bürgerlichen Ehrenrecht, z.B. auch als Handwerker die Zunftrechte.  

Es gab auch Freiheitsstrafen, aber nicht im Sinne einer Resozialisierung. Eine Strafe der Verbannung konnte sich auf eine Region oder in ein Kloster oder auf eine Insel beziehen. Geldstrafen wurden wohl wenig ausgesprochen und dienten dem Schadensausgleich oder der Genugtuung. Todesstrafen wurden meist bei Mord, Raub, Brandstiftung und Vergewaltigung verhängt. Aber auch hier war es möglich sich „freizukaufen“. Als Leibestrafe konnte auch eine Verstümmelung erfolgen.

Man durfte einer Person am Pranger kein Leid zufügen, sondern sie nur mit weichen Lebensmitteln bewerfen und sich über sie lustig machen. Eigentlich war man dann aus der Gesellschaft verstoßen, aber andererseits wurde die Strafe auch als unterste Stufe einer Strafe gerne eingesetzt.

Hier sehen wir den Zug aller Verurteilten, man hat wohl alle Fälle eines längeren Zeittraums gemeinsam behandelt, auf dem Wege zum Richtplatz im Osten der Stadt. Der Schultheiß verliest noch einmal das Urteil und die Einwohner säumen den Weg und amüsieren sich.

Die schönen Figuren stammen zum allergrößten Teil von Hans Jörg Stoll. Aus irgendeinem Grund hatte ich manche Figur doppelt, also wurden es etwas mehr Spitzbuben. So etwas Schönes kann man doch nicht im Zinnsarg lassen.

 

1500 - Pilgerer auf der Wallfahrt nach Eibingen

Der Legende nach soll einer der leibeigenen Bauern des Ritters Brömser beim Pflügen das Gnadenbild vom Blutschwitzenden Heiland gefunden zugleich den Ruf „Noth Gottes“ gehört haben. Das veranlasste ihn, eine Kapelle zu stiften. Im 15. Jahrhundert erweiterte man sie zu einer Wallfahrtskirche. Erst zwischen 1620 und 1622 wurde ergänzend ein Kapuzinerkloster angelegt.    

Seit 1449 wurde für eine Wallfahrt zu der kleinen Kirche ein Ablass gewährt. Zu dieser Stätte zu pilgern war zu dieser Zeit sehr beliebt. Selbst heute noch treffen am ersten September-Sonntag Wallfahrer der Nothgottes-Bruderschaft aus Kruft ein, die zwei Tage zuvor aufbrechen.

Die Pilgerer erreichen in der einsamen Gegend ein Gedenkkreuz und sind nach dem Zug durch die einsame Waldgegend ganz ergriffen. Eine Nonne der Kapuziner sitzt dort schon andächtig lesend und auch ein Zisterzienser begrüßt die Wallfahrer.

Wallfahrten nach Kloster Eberbach fanden nicht statt

Die schönen Figuren stammen zum größten Teil von Jörg Stoll.

 

1650 - Offizier im 30jährigen Krieg


Zu dieser Zeit trug man noch keine einheitlichen Unformen. Erst der schwedische König Gustav Adolf führte für sein Heer solche ein. Als Zeichen der Zugehörigkeit wurde dann meist ein farbiges Tuch oder dergleichen umgebunden. Innerhalb einer Einheit konnte die Kleidung schon gleichförmiger sein, wenn der sie aufstellende Oberst als „Eigner“ darauf Wert legte. Da aber mancher Söldner die Seiten wechselte, litt auch so die Uniformität.

 

 

1500 – Trommler der Landsknechte

Da das althergebrachte Lehenswesen mit Rittern und leibeigenen Bauern sich überholte, so brauchte der Herrscher eine andere Form Heere aufzustellen. So entstanden die ersten Söldnerheere. Das 15. Und 16. Jahrhundert war ihre Blütezeit, im Schwabenkrieg, in den italienischen Kriegen, den Bauernkriegen und dem Schmalkaldischen Krieg traten sie in Erscheinung. Meist war man in einer Gegend ein Fähnlein oder ein ganzes Regiment,(bis zu 4000 Mann), so dass ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl entstand. Man pflegte sogar eine eigene Rechtsordnung.

Durch extravagante Kleidung sollte die Verwegenheit ausgedrückt werden. Bunde Farben, geschlitzte Puffärmel und Hosen mit Verzierungen, eine Bundhaube mit Federn unterstrichen das Lebensgefühl. Jeder trug, was ihm gefiel, Einheitlichkeit gab es nicht. Als Erkennungszeichen trug man ein Band einer gleichen Farbe. Zur Differenzierung zu Zivilpersonen trug man als bewaffneter Haufen ein Reisig. Die Österreicher trugen ein Tannenzweig; diese Tradition lebte bis in den I. Weltkrieg in Österreich fort.

Landsknechte drückten ihre Verwegenheit durch extravagantes, provozierendes Erscheinungsbild aus. Ihre äußerst bunte Bekleidung bestand aus gepufften und geschlitzten Hemden und Hosen, zu denen sie eine Bundhaube bzw. schräg darüber ein breitkrempiges mit Federn und Wollbüschen bunt geschmücktes Barett aufsetzten. An den Füßen trugen sie die nach ihrer Form benannten Kuhmaulschuhe. Da es keine Uniformen gab, unterschieden sich die Knechte im Kampf an einem Band bestimmter Farbe, das quer über der Brust getragen wurde. Um sich von Zivilpersonen zu unterscheiden, galt das Reisig als Erkennungszeichen des bewaffneten Haufens. Die kaiserlichen Truppen Österreichs trugen ein Tannenzweiglein als Reisig weit bis nach dem Dreißigjährigen Krieg. Noch im Ersten Weltkrieg war das Tannenzweiglein Symbol des österreichischen Militärs, die ungarischen Grenztruppen trugen es noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.[16]

Der Obrist hatte in seinem Stab Trommler wie auch jedes Fähnlein, um Aufmerksamkeit zu erlangen, beim Sammeln, Marsch oder Bekanntmachungen.

Götz von Berlichingen und  Georg Frunsberg sind herausragende Namen dieser Zeit

Mittwoch, 19. Mai 2021

 1300 - Ritter und Mönche bei der Weinprobe

Sicher werden die bedeutenden Ritter des Rheingaus regelmäßíg mit den Mönchen die Qualität der eigenen Weine und der der Mönche aus dem Kloster Eberbach verglichen haben. Hier sehen wir mit seinem gelb-blauen Schild und den weißen Korngarben den Frey von Dehrn, einem der früheren Besitzer der Burg Crass. An der Sitzbank lehnt das Schild des Grafen von Ingelheim, der beiderseits des Rheins Besitzungen hatte. Mit dem schwarzen Kreuz auf dem blauen Gewand schaut der Langwerth von Simmern zu. Im Hintergrund steht der Freiherr von Greiffenclau. 

Das Gewölbe habe ich wieder mit dem 3D-Drucker erstellt.