Samstag, 25. Januar 2014

Ostpreußische National-Kavallerie in Frauenstein (damals Rheingau)

Nach der am 30. Dezember geschlossen Konvention von Tauroggen, war Ostpreußen wenig später die erste von den Franzosen befreite Provinz. Der preußische General Yorck beantragte darauf beim Landtag die Aufstellung eines 1.000 Mann starken Regiments mit der Bezeichnung „1. Ostpreußisches National-Cavallerie-Regiment“. Ab dem 12. Februar 1813 erfolgte die Aufstellung, zu der die Bevölkerung mit Spenden beitrug. Freiwillige, die sich selbst ausrüsteten und auch ein Pferd mitbrachten, durften sich Eliten nennen und hatten eine etwas aufwändigere Uniform – leicht an den Fellmützen zu erkennen. Schon im Mai betrug die Verpflegungsstärke 657 Mann.


Die Uniform war an die der Ulanen angelehnt, allerdings erhielt die Lithewka einen der Kurtka oder der Husarenuniform ähnelnden ungarischen Schnurbesatz, auch die Nähte hinten. Dazu trug man eine lange, weite, blaue "Kosakenhose“ mit einer breiten roten Naht. Den Unteroffizier wiesen nur eine zusätzlich goldene Tresse auf dem Kragen und auf der Kartusche zwei Lanzen in Form eines Kreuzes aus. Die gewählten Offiziere erkannte man an dem gestickten Schriftzug um den Adler der Mütze herum (statt im gelbem Blech durchgeschlagen), der Adler hielt einen goldenen Ring im Schnabel und auf dem Kragen trug man zwei kreuzweise liegende, in Gold gestickte Lanzen. Zur Bewaffnung führte man Säbel, eine Pistole, eine Lanze von rohem, festem, nicht sprödem Holz, bei den Offizieren ein weißer Schaft mit einem weißen Fähnlein mit Adler.

Nach der Völkerschlacht von Leipzig gelangte das Ostpreußische National-Kavallerie-Regiment über verschiedene Scharmützel in der Verfolgung der fliehenden französischen Armee in das Herzogtum Nassau. Das Regiment quartierte sich in Frauenstein, unter anderem auf dem heute noch vorhandenen Nürnberger Hof, ein.

Von hieraus wurde es ab dem 16. November 1813 zu Patrouillen zur Beobachtung von Castell eingesetzt. Schon seit römischen Zeiten war Castell mit seiner Brücke der rechtsrheinische Vorposten von Mainz. Nun ward es noch der französische Fluchtpunkt nach der Schlacht von Hanau.

Hier sehen wir Reiter der 2. Eskadron (Lanzenwimpel weiß-rot) auf dem Nürnberger Hof wie sie sich am Lagerfeuer wärmen, während andere Kameraden zur Patrouille davon traben. Im Hof empfängt gerade eine weitere Gruppe die Instruktionen für den Beobachtungsritt. Es war nicht ohne Risiko, denn die Franzosen hatten auch schon Posten der Belagerungsarmee ausgehoben. Auf dem Weinbergsweg im Vordergrund zeigt gerade eine Gruppe der 3. Eskadron wie man die Lanze der Ulanen angelegt attackiert. Der Trompeter hinter dem Offizier und schließend ein weiterer Offizier, beide haben ihre Lanze schon verloren - Nachschub war rah.    





Am 25. November lösten die Brandenburgischen Husaren das Regiment ab und man verlegte in den Taunus nach Katzenellenbogen. Am 1. Dezember nahm man in Wiesbaden an einer Revue vor König Friedrich Wilhelm III, dem Kronprinzen von Preußen sowie dem inzwischen zum Feldmarschall beförderten Blücher und dem General Yorck teil. Ansonsten nutzte das Regiment die relative Ruhe im Hinterland zur Ergänzung der recht herunter gekommenen Ausrüstung und Bekleidung. Am 30. Dezember 1813 brach das Regiment auf, um bei Kaub am 02. Januar 1814 den Rhein zu überqueren. Die Fußtruppen der Avantgarde wurden mit Booten und Fähren übergesetzt, denen Kavallerie, darunter die vierte Eskadron, und Artillerie ab 09:00 Uhr auf der gerade fertiggestellten  russischen Pontonbrücke folgten. Die restlichen 3 Kompanien folgten mit der 7. Brigade im 4. Block im Laufe des Tages.  

Gemäß königlicher Kabinettsordre vom 30. April wurden am 16. Mai die Freiwilligen entlassen oder in andere Regimenter gesteckt. Die 1. Eskadron wurde als Stamm des 4. Ulanen- Regiments verwendet, die 2., 3., 4. und Reserve-(Depot-)Eskadron bildeten den Stamm des Garde-Husaren-Regiments, was auf die Einschätzung der militärischen Leistung schließen lässt.







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