Samstag, 25. Januar 2014

Sektprobe auf der Bubenhäuser Höhe um 1865

Am 11. August 1856 eröffnete die Nassausche Rheinbahn die Eisenbahnlinie von Wiesbaden nach Rüdesheim. Damit wurde es für Wiesbadener und Frankfurter deutlich erleichtert, in den Sommermonaten einen Ausflug in den Rheingau zu unternehmen. Ein Picknick im Grünen war schon damals etwas Reizvolles und erst recht im Rheingau.
 

Die Bubenhäuser Höhe (268m ü. NN.) bei Rauenthal bietet mitten in den Weinbergen einen herrlichen Blick ins Rheintal. Vom Bahnhof Eltville aus überbrückten ortsansässige Kutscher gerne den Rest der Strecke nach Martinsthal und von dort ging man das kurze Stück über den Nonnenberg zu Fuß. Mit den Reifröcken war dies beschwerlich und so konnten Kavaliere das Pferd führend aushelfen oder Sänftenträger erleichterten den Aufstieg. Andere Helfer trugen das Gepäck für das leibliche Wohlergehen. 


Während die Ersten schon fröhlich einem Lied lauschen (vielleicht Heines Loreley Lied?), ersteigen Weitere erst die Höhe.













Ein Kundiger zeigt die Sehenswürdigkeiten Richtung Kiedrich oder Johannesberg.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die andere Gruppe lauscht den Erläuterungen zum Wein oder Sekt. Ob es ein Vorgänger unseres Ulrich Bachmanns ist? Die Kinder spielen im Hintergrund.




Ein Künstler hält die Szene für die Nachwelt fest, sahen wir ihn 2013 nicht im Museum Wiesbaden in der Ausstellung über die Rheinromantik?












Im Vordergrund pflügt ein Winzer zwischen den Rebzeilen, der Kollege schaut zu. Auch der nächste Jahrgang will erarbeitet sein. Ein Storch pickt im frisch Gepflügten nach Würmern. Der Hase ergreift lieber ob des Trubels sein Panier und auch dem Fuchs ist es zu fröhlich.


Die Weinstöcke wurden damals noch in der Pfahlerziehung angebaut, jede Rebe hatte einen Pfahl, um den herum sie hoch gebunden wurde. Aber die Gründüngung nutzt man schon damals und brach jede zweite Rebzeile regelmäßig um.





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