1865 –
Nassauer warten auf die Kapitulation
„Die Hälfte seines Lebens wartet der Soldat vergebens!“
Diese Nassauer Infanteristen erleben den
Wahrheitsgehalt dieses alten Soldatenspruches wieder einmal. Man wartet auf die
weiteren Befehle zur Kapitulation, während die höheren Offiziere sich noch
abstimmen.
Im Bruderkrieg stand Nassau mit 6100 Mann unter dem
Oberbefehl des Herzogs auf Seiten Österreichs. Man marschierte im Wesentlichen
im Mainbogen hin und her. Es kam aber zu keinen wesentlichen Kampfhandlungen. Nach
dem Gefecht bei Zorn (12. Juli 1866, siehe Diorama) verließ Herzog Adolf sein
Herzogtum. Die nassauische Armee wurde in den Odenwald verlegt und nahm noch an
den Gefechten bei Tauberbischofsheim (24. Juli 1866) und Gerchsheim (25. Juli
1866, siehe Diorama) teil. Insgesamt hatte die Armee in diesem Krieg fünf
Gefallene und sieben Vermisste zu verzeichnen. Am 8. September 1866 verabschiedete der Herzog im bayerischen
Günzburg die Truppe im Rahmen einer Parade und reiste anschließend nach Wien
ab. Die Annexion Nassaus stieß kaum auf Widerspruch in der Bevölkerung. Die meisten Soldaten nahmen die neue Uniform.
Nachdem man sich seit 1849 im Uniformschnitt nach dem
preußischen Vorbild ausgerichtet hatte, wechselte man 1862 mit der Annäherung
an Österreich zu deren Schnittmuster. Signifikanteste Elemente waren der Hut
mit Federstutz und die Doppelreihe der Knöpfe. Die Grüne Jackenfarbe und gelbes
Lederzeug trug man schon in Spanien, als man noch Napoleon unterstützen musste.
Die Hose färbte sich 1814 von grün zu grau und wurde später schwarz. Die
Patronentaschen waren immer von schwarzem Leder. Die Offiziere trugen eine
orangene Schärpe. Zur Parade trug man noch goldenen Stern und Kordeln am Hut.
Diese schöne Serie von drei Typen Gemeinen und
entsprechenden Dienstgraden wurde von Ivo Moll herausgegeben.

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