Donnerstag, 25. Dezember 2025

 

1865 – Nassauer warten auf die Kapitulation

„Die Hälfte seines Lebens wartet der Soldat vergebens!“

Diese Nassauer Infanteristen erleben den Wahrheitsgehalt dieses alten Soldatenspruches wieder einmal. Man wartet auf die weiteren Befehle zur Kapitulation, während die höheren Offiziere sich noch abstimmen.

Im Bruderkrieg stand Nassau mit 6100 Mann unter dem Oberbefehl des Herzogs auf Seiten Österreichs. Man marschierte im Wesentlichen im Mainbogen hin und her. Es kam aber zu keinen wesentlichen Kampfhandlungen. Nach dem Gefecht bei Zorn (12. Juli 1866, siehe Diorama) verließ Herzog Adolf sein Herzogtum. Die nassauische Armee wurde in den Odenwald verlegt und nahm noch an den Gefechten bei Tauberbischofsheim (24. Juli 1866) und Gerchsheim (25. Juli 1866, siehe Diorama) teil. Insgesamt hatte die Armee in diesem Krieg fünf Gefallene und sieben Vermisste zu verzeichnen. Am 8. September 1866 verabschiedete der Herzog im bayerischen Günzburg die Truppe im Rahmen einer Parade und reiste anschließend nach Wien ab. Die Annexion Nassaus stieß kaum auf Widerspruch in der Bevölkerung. Die meisten Soldaten nahmen die neue Uniform.

Nachdem man sich seit 1849 im Uniformschnitt nach dem preußischen Vorbild ausgerichtet hatte, wechselte man 1862 mit der Annäherung an Österreich zu deren Schnittmuster. Signifikanteste Elemente waren der Hut mit Federstutz und die Doppelreihe der Knöpfe. Die Grüne Jackenfarbe und gelbes Lederzeug trug man schon in Spanien, als man noch Napoleon unterstützen musste. Die Hose färbte sich 1814 von grün zu grau und wurde später schwarz. Die Patronentaschen waren immer von schwarzem Leder. Die Offiziere trugen eine orangene Schärpe. Zur Parade trug man noch goldenen Stern und Kordeln am Hut.

Diese schöne Serie von drei Typen Gemeinen und entsprechenden Dienstgraden wurde von Ivo Moll herausgegeben. 

 

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