Samstag, 7. Februar 2026

 

0 – Germanen bei der Eisenverarbeitung in Salzgitter



Unter der Oberfläche des Salzgitterschen Raumes lagern 1,5 Mio. t Eisenerz. Leider ist es erstens in der Tiefe bis 1.000 m und zweitens sehr schwefelhaltig. Damit ist es zu teuer für die heutige Verarbeitung. Es war die Basis für die Gründung der Reichswerke Hermann Göring 1937, der heutigen SALZGITTER AG. Nachweislich haben in meiner Heimat schon vor 48.000 Jahren Menschen gelebt. Vermutlich sogar vor 150.000 Jahren.

Durch Funde in den 30 Siedlungsstätten weiß man, dass die Cherusker um Christi Gebut hier Eisen in s. g. Rennöfen (zu sehen im Museum SZ-Salder) gewonnen haben. Es sind ca. 50 cm hohe, runde Lehmöfen, die unten eine Ofenstich haben, von wo das geschmolzene Eisen in eine Mulde fließt. Da man nur mit Holzkohle feuerte, waren die Temperaturen verhältnismäßig niedrig. Das Eisen war damit eher eine teigige Masse, die noch mit Schlackeresten verunreinigt war. Aber dieses kohlenstoffarme Eisen war als Stahl durchaus zum Schmieden geeignet. Die Erze lassen sich den Gebieten von Calbecht und Haverlah zuordnen.

Wir sehen die Bedienung des Ofens, die Erstellung von Formen und auch die Stahlbearbeitung. 

Der Haufen links ist echtes Eisenerz aus einer Werbepackung der SALZGITTER AG über den Weg des Erzes aus den 60er Jahren. 

Freitag, 2. Januar 2026



1890 – Artilleriestab beobachtet

Auch im Kaiserreich waren Stäbe immer wieder auch zu Übungen unterwegs oder erkundeten vorsorglich das Gelände, in dem man Auseinandersetzungen erwartete. Hier sehen wir den Stab der II. Abteilung des Feldartillerieregiments 27 aus Wiesbaden als Teil des XVII Korps in Frankfurt. Man war damals in der Kaserne Ecke Rheinstraße-Kirchgasse untergebracht. Ein Adjutant (Kennzeichen: Offiziersschärpe über rechte Schulter) vom Inf. Regiment 80 (Gersdorff-Kaserne, heute Europaviertel) bringt gerade eine Meldung. Im Hintergrund begrüßt ein Musketier desselben Regiments die Pferde freundlich. Eine Gruppe Feldwebel steht rechts etwas abwartend.

Um aus der Uniform das Regiment abzuleiten, musste man in der Zeit mehrere Elemente zusammenfügen:  Die Jackenart zeigte, ob man zu den Kavallerieeinheiten gehörte oder Infanterie bzw. Kampfunterstützungsteilen. Bei Ersteren reichten meist farbliche Unterschiede und die Art der Kopfbedeckung. Bei Letzteren war zuerst die Waffengattung durch die Farbe des Kragens und des Ärmelaufschlages angezeigt (Artillerie und Pionier in Schwarz, Infanterie in Rot und Train in hellblau). Nur die Artillerie hatte eine Kugel statt einer Spitze auf dem Helm. Dann waren die Ärmelaufschläge in den einzelnen Regimentern unterschiedlich gestaltet (mit Durchbrüchen, zusätzlichen Patten, Schleifen oder farblichen Vorstößen); auch konnten Kragenspiegel getragen werden, die Kopffarbe konnte silbern oder messingfarben sein. Die Farbe der Schulterklappe zeigte das Armeekorps an, wobei Farben auch doppelt vorkamen. Auf der Schulterklappe war eine Regimentsnummer aufgestickt.