Eigentumsdelikte
Philosophische Debatte zwischen Trix, dem Zwerg, und Illin, dem Drachen, über die Ethik des Eigentums.
Die interessante Figur, die alle möglichen Farbenspiel zulässt, bekam ich freundlicherweise aus dem Hause Zinnprinzessin.
Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
Im Gasthaus traf man sich zu allen Zeiten.
Wieder eine bunte Mischung von Figuren. Wenn ich noch weitere passende finde, so werde ich die noch ergänzen.
Steuerwesen im Spätmittelalter
Auf der Kulmbacher Zinnfiguren-Börse 2024 fand ich diese vier Groß-Figuren. Auf der Rückseite steht „Mit freundlichen Grüßen Kreissparkasse Göttingen“.
Zunächst konnte ich die Figuren nicht näher zuordnen, bis ein Jahr später ein anderer Sammlerfreund seinen Kauf der gleichen Gruppe auf Facebook publik machte (s. u.).
Erfreulicherweise war ich mit meiner Einschätzung der Stände nicht so falsch: Bauer,
Handwerker, Bürger und Beamter. Damit fehlen aber Klerus und Adel.
Da man aber die am Steuerwesen Beteiligten darstellen wollte, sind es
Der Kämmerer .... kassiert
Der Steuerzahler ... weiss nicht wie
Der Bauer ... zahlt den sachmalen Betrag
Der Brauer ... füllt die Kassen
Warum es diese schönen Figuren gab und was wann damit ausdrücken wollte, ist leider nicht bekannt.
1914 - „Gold gab ich für Eisen“
Aus gleichem Grund wurde dieser Aufruf im ersten Weltkrieg reaktiviert. Es entstand dadurch ein hoher sozialer Druck. Wenn man weiterhin seinen Goldschmuck trug, verlor man durchaus an Ansehen. Auch Vereine, Kirchengemeinden und anderer Einrichtungen konnten sich dem nicht entziehen und tauschten goldene Insignien. Diese Sammelaktionen begannen erstaunlicherweise schon 1914.
Ich selbst besitze eine entsprechende Halskette der Zeit aus der Familie.
Hier sehen wir eine Sammelaktion in einem Hotelraum. Alle Bevölkerungsschichten beteiligten sich daran. Ein Reservist hat sich noch seine alte „nicht-feldgraue“ Ausgehuniform angezogen und diskutiert über die Notwendigkeit.
1866 - Gefangene Nassauer
Die schöne Figuren-Gruppe der KLIO-Arbeitsgruppe Einigungskriege stellt eigentlich das Abführen gefangener Dänen durch einen Husaren nach einer Vorlage einer Camphausen Grafik dar. Mit kleinen Korrekturen, vor allem an der Kopfbedeckung wurden daraus Nassauer und die Gruppe damit farblich etwas aufgefrischt – nicht alles blau.
1400 – rund ums Tuch in Lorch
Die wirtschaftliche Blüte von Lorch im Spätmittelalter basierte auf den Webern und Tuchfärbern. 300 Familien waren über die Grenzen des Rheingaus hinaus aktiv. Ein eigenes Zunfthaus stand in der Nähe der heutigen Lindenbrücke. Der Erzbischof förderte die Gewerbe, brachte es ihm doch Geld ein.Die Nähe zur Wisper wird gerade den Färbern (rechts unten) nützlich gewesen sein, denn sie verbrauchten für Waschen, Beizen, Färben und Spülen viel Wasser. Sie nutzen ausschließlich Naturfarbstoffe Früchte, Samen, Blüten, Wurzeln, Blätter, Hölzer, Rinden, Kräuter. Die zitronengelb blühende Färberwaidpflanze für den blauen Farbton sieht man heute noch im Tal. Im Hintergrund trocknen die gefärbten Tücher.
Vor den Färbern ist der Tuchrauher tätig, der mit einer Karde das Tuch durch das Walken verdichtete Wolltuch wieder auflockert. Da der Verschleiß an Karden groß ist, liegt ein Vorrat neben ihm.
Links unten sitzt vorne der Kardenmacher. In dem Korb neben ihm liegen die getrockneten Kardendisteln. Sie werden zunächst nebeneinander zu flachen Büscheln geordnet, mit Schnur verzurrt und auf ein Griffgestell mit einem Querholz gebunden.Da hinter sind die Ballenbinder tätig. Sie verpacken die Tuchwaren in Ballen oder Fässer für den Transport zu den Märkten in Köln, Frankfurt und rheinabwärts bis in die Niederlande. Sie waren zumeist öffentlich eingesetzt und dem Rat verpflichtet, über das verpackte Gut Rechnung zu legen.
Links oben steht der Tuchscherer bei der Arbeit. Er glättet die vom Tuchrauher aufgerauhte Oberfläche und schneidet herausragende oder überstehende Fäden ab.Rechts oben ist die Kundschaft, wählt und prüft die Qualität. Da man auf den Packeseln wertvolle Ware mitnimmt, hat man lieber einen Wachmann dabei.
Im Rahmen der Glaubensauseinandersetzungen im 16. Jahrhundert bot man seine Dienste dem lutherischen Landgrafen Philipp von Hessen an, wird der Steuern wegen herzlich willkommen und zog nach Katzenellenbogen weiter.
Die verschiedenen Gewerke werden so vermutlich nicht in einem Haus gearbeitet haben, sondern eher getrennt und die Färber auch im Freien. Aber ich wollte schönen Handwerkerfiguren von Martin Andräe in einem Bild zeigen.
Modepaar aus verschiedenen Zeiten
Irgwendwie gelangten die folgenden shr schönen Figuren aus der früher Ottizin Sauter in meine Hände. Nicht immer folgte ich der Originalangaben hinsichtlich der Uniformen, sondern nahmdoch lieber preußische Vorbilder.
Burgundische Mode - um 1460
Offizier der Garde,
Infanterie-Regiment 15 - 1806-1809
Ulanen-Offizier
1. Eskadron Ostpreußische Nationalkavallerie - 1808
General vom Brandenburgischen Kürassier-Regiment Nr.3 - 1815
Gesangsabend - 1910
Modepaar - 1900
(leider weiß ich nicht mehr den Hersteller)
Und eine kleine Eule fand sich auch noch:
1890 - Hessische Truppen im Manöver
Die Offizin Carl hat ein paar wunderschöne Figuren für ein Lagerleben der Kaiserlichen Armee, wenn auch eigentlich dafür ncht gedacht. Nachdem ich einige Truppen des gerade ausgerufenen Kaiserreiches angemalt hatte, wollte ich gerne die hessischen Truppen darstellen. Auf der Börse in Kulmbach fanden sich dann noch einige Ergänzungsfiguren von Dürre und Herfurth sowie anderen und ein paar wurden mir freundlicherweise noch geschenkt. So ist das Lagerleben etwas größer geraten und benötigte eine große Weinflaschenkiste. Die Darstellung ist sicherlich fiktiv, denn diese Zusammenführung wird es so kaum gegeben haben, aber Lagerleben ist immer schön, auch real, und auf einem Bauernhof gibt es noch ein wenig Leben dazu.
Ich habe das Jahr 1890 gewählt, denn 1888 wurde die Trageweise des Mantels geändert. Er wurde von da an auf dem Tornister aufgeschnallt. So kann in einer Übergangszeit sicher davon ausgegangen werden, dass beides vorkam. Mit dieser zeitlichen Vorgabe musste ich das XI. Armee-Korps in Kassel wählen. Der Großverband wurde nach dem Deutschen Krieg am 11. Oktober 1866 errichtet und hatte sein Generalkommando im nordhessischen Kassel. Sein Verwaltungsbereich umfasste im Wesentlichen die neu gegründete preußische Provinz Hessen-Nassau und die thüringischen Fürstentümer. Das großherzoglich hessische Kontingent trat zum neu gegründeten Korps hinzu. So konnte ich zu Gunsten der Vielfalt die Truppen aus Kassel (Hus 14) und Marburg (Jäger 11) einbinden, aber vor allem die Truppen um Frankfurt, Mainz und Wiesbaden zeigen. Die Detailzuordnung erkennt man immer wieder erst am Kragen, den Schulterklappen und den Ärmelaufschlägen. Allein ein abkommandierter Kürassier aus Deutz ist kein Hesse.
Am 1. April 1899 wurde ein neues Generalkommando in Frankfurt am Main mit dem XVIII. Korps errichtet, womit viele Truppenteile des XI. Korps neu zugeordnet und auch neue Einheiten formiert wurden.
Welchem Truppenteil welche Figur angehört, kann man ermitteln, indem man die Nummer der Figur aus der Draufsicht ermittelt und dann in die Liste schaut.