Samstag, 10. Mai 2014


1890 - Treideln auf dem Rhein  

Bevor die Mechanisierung in Form der Dampfschifffahrt in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Schifffahrt ergriff, war das Treideln mit Menschen- oder Pferdekraft die gebräuchliche Methode, Schiffe gegen den Strom zu bewegen - das Segeln war zumeist nicht möglich.




Lässt man die Geschwindigkeit außer Acht, so ist die Bewegung eines Schiffes nahezu nur eine Verdrängung des Wassers um den schwimmenden Körper herum. Man muss bedenken, dass die Flüsse damals zumeist deutlich breiter und flacher waren und erheblich ruhiger dahin strömten. An den Rändern und der Flüsse ist die Strömungsgeschwindigkeit zumeist deutlich geringer. Nur an Engstellen trifft das nicht zu.

Macht man sich diese Effekte zu Nutze, so kann man die Schiffe an langen Seilen den Strom hinaufziehen. Eine Person muss das Boot mit geringem Tiefgang und ohne Kiel steuern, eine weitere stößt den zum Ufer hingezogenen Bug immer wieder zurück. Das Seil hält ein Treidelknecht mit einer langen Gabelführung hoch, dass es sich nicht am Ufer verhakt. Die anderen müssen sich mächtig ins Zeug legen, damit es vorwärts geht. Der Schiffer unterstützt ein wenig mit dem aufgespannten Segel. 





Entlang der Ufer verlief der heute von Spaziergängern genutzte Leinpfad, der den Treidlern als Weg diente. Der Weg und auch Übergänge mussten gegen die Hochwässer immer gut Instand gehalten werden.





Das spazierende Biedermeierpaar empfindet die schuftenden Treidler als vollkommen normal. Man bringt wohl ein paar leere Fässer wieder zurück und ein paar volle Getreidesäcke als Handelsware. Dem Angler klaut die Katze seine wenige Beute und der Jägersmann lacht darüber.

Sonntag, 23. März 2014



1763 - Der Krieg ist aus !





Endlich ist das Ringen der europäischen Großmächte Österreich und Preußen am 10. Februar 1763 beendet. Auch die Eltviller waren davon betroffen. Der Rheinbund musste als Mitglied des Reiches in der sogenannten Reichsarmee auf Seiten Österreichs Soldaten stellen. In dem Oberrheinischen Kreis stellten aus unserem Umfeld die Fürsten aus Nassau-Weilburg, Hessen-Darmstadt und Pfalz-Zweibrücken je ein Regiment. Von Nassau-Weilburg lag neben anderen Standorten je eine Kompanie in Biebrich und in Wiesbaden. Außerdem gab es den Kurrheinischen Kreis, in dem die Kurfürsten aus der Pfalz, Köln, Trier und Mainz ihren militärischen Beitrag leisteten. Hiervon waren in Mainz die Regimenter Waldenstein (auch Wildenstein geschrieben) und Jung stationiert.

Vor dem 1860 abgebrochenen Rosentor treffen sich im Frühjahr 1763 Eltviller Soldaten unterschiedlicher Regimenter in ausgelassener Stimmung. Links kommt ein Unteroffizier vom Regiment von Waldenstein, zwei seiner Grenadiere spielen mit den Kindern. Typisch sind die fellbesetzen Grenadiermützen der katholischen Länder. Ein Musketier von Pfalz-Zweibrücken kommt fröhlich mit seinem Kamerad vom Regiment Hessen-Darmstadt durch den Torbogen. Grüßen sie den Weinflaschen anbietenden Jungen oder den Unteroffizier und den Trommler vom Regiment Nassau-Weilburg, die schon grimmig an den Zapfenstreich (galt er an dem Tag?) zu denken scheinen?

Wohl schon länger in der Güldenen Rose waren der weitere Grenadier von Regiment Hessen-Darmstadt und sein Kamerad, der Musketier vom Regiment Jung aus Mainz.






1816 -Waterloo -
auch Nassauer rangen Napoleon nieder  

Die Schlacht von Waterloo setzte den Schlusspunkt unter die Napoleonische Zeit. Das Herzogtum Nassau  kämpfte lange Zeit auf französischer Seite vor allem in Spanien gegen die Engländer. Nach dem Umschwung  der Rheinbundstaaten infolge der Völkerschlacht bei Leipzig trat man der Allianz mir Russland, Österreich und Preußen bei. Um der Annexion durch Preußen keinen Vorschub zu leisten, verhandelte man auf dem Wiener Kongress, dass man unter englischem Befehl dem wieder erstarkenden Napoleon entgegen trete.  





Am 18. Juni 1815 standen die Verbündeten unter Wellington nördlich einer leichten Hügelkette, der vorgelagert drei Gehöfte lagen. Der Boden war vom anhaltenden Regen aufgeweicht. Die Franzosen konnten von Süden kommend hinter der Erhebung die Aufstellung nicht exakt einsehen. Napoleon wollte gegen das westliche Gehöft Schloss Hougoumont einen Ablenkungsangriff starten, um so dann mit seinem rechten Flügel die Front von Osten her aufzurollen. Dieser Angriff entwickelte sich aber neben dem im Zentrum gelegenen La Haye Sainte zu einem Brennpunkt und es wurden vom Plan abweichend immer neue Kräfte herangeführt. Die nassauischen, englischen, hannoverschen und braunschweiger Kräfte verteidigten sich zäh und erfolgreich, so dass die Schlacht einen gänzlich anderen Verlauf nahm.



Im 1. Bataillon des 2. Regimentes stand der Steinmetz Johann Peter Leonhard (geb. 15.10.1793) aus Vilmar - ein direkter Vorfahr des in Eltville am Rhein lange Jahre tätigen Steinmetz Ferdinand Leonhardt († 2008). Er schrieb 1862 Erinnerungen als einfacher Soldat auf und hat die Kampfhandlungen recht präzise beschrieben. Texte eines einfachen Soldaten sind in der Zeit sehr selten, meist waren sie nicht des Schreibens mächtig. Der Nachfahre hatte die Originalmanuskripte noch in der Hand. Zunächst ins 4. Regiment einberufen nahm er an der Belagerung von Mainz teil und wurde dann in offenen Nachen (vom Boot konnte keiner desertieren) nach Holland verlegt und schließlich dem 2. Regiment zugeordnet.



Leonhard war seinen Beschreibungen nach im Gehöft eingesetzt (1. Grenadier-, 1. und 3. Kompanie) und wehrte fünf Angriffe ab.  Die  5., 7. und die 1. Flankeurkompanie standen an der südlichen Waldkante des Gehöftes, unter Artilleriebeschuss wichen sie in das Gehöft zurück. In zähem, blutigen Ringen widersetzte man sich jedem Eindringversuch. Abends schließlich rückte man nachsetzend wieder an die Waldkante vor. 

Um ca. 19:30 kam dann das "hannoversche Landwehrbataillon Salzgitter" in den ostwärts angrenzenden  Gartenbereich zur Verfolgung der weichenden Franzosen hinzu.





Wir sehen, die Hecke hat schon gelitten, der noch feuchte Boden ist zertreten und auch die Buchen und Kastanien des Waldes haben unter dem Artilleriebeschuss  - siehe Kugeln - gelitten. Das Landwehrbataillon in seinen englischen anmutenden Uniformen führte keine eigene Fahne.








Bei den Nassauern sehen wir auch Voltieurs mit ihren grünen Federbüschen und die Grenadiere mit den Pelzmützen und den roten Federbüschen. Eigentlich kämpften sie in getrennten Einheiten, aber im Nachdrängen nach dem harten Kampf dürfte sich die Formation schon etwas aufgelöst haben.







In Erinnerung der hohen Opfer wurde am 18. Juni 1865 das von Philipp Hoffman entworfene Waterloo-Denkmal auf dem Luisenplatz errichtet, auf dem unter den 337 Toten auch 6 Soldaten aus dem Amt Eltville genannt werden. 





Samstag, 25. Januar 2014



1463 - Die sechstälteste Druckstätte der Welt
Gutenberg hatte zwar die Druckkunst in Mainz erfunden und dort erstmals eine Druckerei etabliert. Als er aber nach der Mainzer Stiftsfehde als Sympathisant des unterlegenen Diether von Isenburg Mainz verlassen musste, ist er vermutlich zu der Familie seines ältesten Bruders Fiele Gensfleisch nach Eltville gezogen. Hier gründeten 1463 die Brüder Heinrich und Nikolaus Bechtermünz eine Druckerei, sie waren mütterlicherseits mit Gutenberg verwandt. Die Art der verwendeten Lettern des heute noch vorhandenen, 1467 erstmals erschienenen, lateinischen Wörterbuches „Voabularis ex quo“ ist schon von Gutenberg in seiner Mainzer Druckerei verwendet worden, so dass man davon ausgehen darf, dass er die beiden unterstützt haben wird. Ob diese sogar seine Druckerei beim Wegzug aus Mainz übernahmen, ist Spekulation. Am 3. Februar 1468 verstarb Johannes Gutenberg nur wenig später in seiner Vaterstadt Mainz. Heinrich Bechtermünz hatte noch nicht einmal die Erstausgabe erleben dürfen. 
Die beiden Kaufleute sahen die Chance, mit dieser Innovation Geld zu verdienen. Man druckte z. B. Ablassbriefe, mit denen die Kirche viel Geld einnahm, um die teuren Kirchenbauten oder die Kreuzzüge zu finanzieren. Das Wettern gegen den Ablasshandel wäre andererseits sicher nicht so erfolgreich gewesen, wenn sich Luthers 95 Thesen nicht mit Hilfe der Druckkunst so schnell verbreitet hätten.



In der kleinen Druckerei sieht man die Druckpresse, die sich gegen das Gebälk abstützt, an der gerade die Druckplatten neu geschwärzt werden. Rechts sitzt der Setzer und seine Arbeit wird schon kontrolliert. Es scheint sich ein Vertreter der Kirche noch einmal die Ablassbriefe zeigen zu lassen, um die Qualität zu überprüfen. Es geht noch etwas bäuerlicher zu, so dass ein Knecht schnell noch die Ferkel einfängt.

Der Hof Bechtermünz in der Kirchgasse ist heute ein Weingut. Das eigentliche Druckereigebäude existiert so nicht mehr.    





1925 - Elviller Puppentheater


Ursprünglich vermutlich in Persien entstanden, gelangte das Puppentheater mit den rückkehrenden Kreuzzüglern nach Mitteleuropa. Da ebenso Aristoteles und Platon Marionetten erwähnten, kann es auch aus Griechenland zu uns gekommen sein.


Aus Shakespeares-Zeit kennen wir erste Stoffe des Puppentheaters. Als Alternative zum Theaters gehören sie zum Bild der Märkte. Besonders bekannt ist das Puppenspiel vom Dr. Faust. Typische Elemente sind Gute und Böse, Himmel und Hölle und dazu deren Repräsentanten: der Kasper, der Polizist, der König, die Prinzessin, die Hexe, der Teufel. Da in den Stücken manche Kritik an den Machtverhältnissen versteckt war, waren die Gaukler oftmals mit der Obrigkeit in Streit. Im 19. Jahrhundert wurden mit dem Pestalozzieschen Erziehungsgedanken zunehmend die Kinder und nicht mehr nur die Erwachsen angesprochen.



In den 20er Jahren, als noch nicht Fernsehen und Videospiel die Realität darstellten, wurde sicher auch in Eltville Puppentheater gespielt. Damals wird es noch vor dem Burggarten gewesen sein - man hätte mit Pferden nicht wie heute den Wagen einbringen können. Rolf Lang und seine Mitspieler lassen diese Tradition des Eltviller Puppentheaters im besten Sinne wieder aufleben, erfreuen die Kinder und löcken ein wenig gegen die Obrigkeit - heute im ehemaligen Burggarten.





1813 - Ostpreußische National-Kavallerie in Frauenstein (damals Rheingau)

Nach der am 30. Dezember geschlossen Konvention von Tauroggen, war Ostpreußen wenig später die erste von den Franzosen befreite Provinz. Der preußische General Yorck beantragte darauf beim Landtag die Aufstellung eines 1.000 Mann starken Regiments mit der Bezeichnung „1. Ostpreußisches National-Cavallerie-Regiment“. Ab dem 12. Februar 1813 erfolgte die Aufstellung, zu der die Bevölkerung mit Spenden beitrug. Freiwillige, die sich selbst ausrüsteten und auch ein Pferd mitbrachten, durften sich Eliten nennen und hatten eine etwas aufwändigere Uniform – leicht an den Fellmützen zu erkennen. Schon im Mai betrug die Verpflegungsstärke 657 Mann.


Die Uniform war an die der Ulanen angelehnt, allerdings erhielt die Lithewka einen der Kurtka oder der Husarenuniform ähnelnden ungarischen Schnurbesatz, auch die Nähte hinten. Dazu trug man eine lange, weite, blaue "Kosakenhose“ mit einer breiten roten Naht. Den Unteroffizier wiesen nur eine zusätzlich goldene Tresse auf dem Kragen und auf der Kartusche zwei Lanzen in Form eines Kreuzes aus. Die gewählten Offiziere erkannte man an dem gestickten Schriftzug um den Adler der Mütze herum (statt im gelbem Blech durchgeschlagen), der Adler hielt einen goldenen Ring im Schnabel und auf dem Kragen trug man zwei kreuzweise liegende, in Gold gestickte Lanzen. Zur Bewaffnung führte man Säbel, eine Pistole, eine Lanze von rohem, festem, nicht sprödem Holz, bei den Offizieren ein weißer Schaft mit einem weißen Fähnlein mit Adler.

Nach der Völkerschlacht von Leipzig gelangte das Ostpreußische National-Kavallerie-Regiment über verschiedene Scharmützel in der Verfolgung der fliehenden französischen Armee in das Herzogtum Nassau. Das Regiment quartierte sich in Frauenstein, unter anderem auf dem heute noch vorhandenen Nürnberger Hof, ein.

Von hieraus wurde es ab dem 16. November 1813 zu Patrouillen zur Beobachtung von Castell eingesetzt. Schon seit römischen Zeiten war Castell mit seiner Brücke der rechtsrheinische Vorposten von Mainz. Nun ward es noch der französische Fluchtpunkt nach der Schlacht von Hanau.

Hier sehen wir Reiter der 2. Eskadron (Lanzenwimpel weiß-rot) auf dem Nürnberger Hof wie sie sich am Lagerfeuer wärmen, während andere Kameraden zur Patrouille davon traben. Im Hof empfängt gerade eine weitere Gruppe die Instruktionen für den Beobachtungsritt. Es war nicht ohne Risiko, denn die Franzosen hatten auch schon Posten der Belagerungsarmee ausgehoben. Auf dem Weinbergsweg im Vordergrund zeigt gerade eine Gruppe der 3. Eskadron wie man die Lanze der Ulanen angelegt attackiert. Der Trompeter hinter dem Offizier und schließend ein weiterer Offizier, beide haben ihre Lanze schon verloren - Nachschub war rah.    





Am 25. November lösten die Brandenburgischen Husaren das Regiment ab und man verlegte in den Taunus nach Katzenellenbogen. Am 1. Dezember nahm man in Wiesbaden an einer Revue vor König Friedrich Wilhelm III, dem Kronprinzen von Preußen sowie dem inzwischen zum Feldmarschall beförderten Blücher und dem General Yorck teil. Ansonsten nutzte das Regiment die relative Ruhe im Hinterland zur Ergänzung der recht herunter gekommenen Ausrüstung und Bekleidung. Am 30. Dezember 1813 brach das Regiment auf, um bei Kaub am 02. Januar 1814 den Rhein zu überqueren. Die Fußtruppen der Avantgarde wurden mit Booten und Fähren übergesetzt, denen Kavallerie, darunter die vierte Eskadron, und Artillerie ab 09:00 Uhr auf der gerade fertiggestellten  russischen Pontonbrücke folgten. Die restlichen 3 Kompanien folgten mit der 7. Brigade im 4. Block im Laufe des Tages.  

Gemäß königlicher Kabinettsordre vom 30. April wurden am 16. Mai die Freiwilligen entlassen oder in andere Regimenter gesteckt. Die 1. Eskadron wurde als Stamm des 4. Ulanen- Regiments verwendet, die 2., 3., 4. und Reserve-(Depot-)Eskadron bildeten den Stamm des Garde-Husaren-Regiments, was auf die Einschätzung der militärischen Leistung schließen lässt.







1865 - Sektprobe auf der Bubenhäuser

Am 11. August 1856 eröffnete die Nassausche Rheinbahn die Eisenbahnlinie von Wiesbaden nach Rüdesheim. Damit wurde es für Wiesbadener und Frankfurter deutlich erleichtert, in den Sommermonaten einen Ausflug in den Rheingau zu unternehmen. Ein Picknick im Grünen war schon damals etwas Reizvolles und erst recht im Rheingau.
 

Die Bubenhäuser Höhe (268m ü. NN.) bei Rauenthal bietet mitten in den Weinbergen einen herrlichen Blick ins Rheintal. Vom Bahnhof Eltville aus überbrückten ortsansässige Kutscher gerne den Rest der Strecke nach Martinsthal und von dort ging man das kurze Stück über den Nonnenberg zu Fuß. Mit den Reifröcken war dies beschwerlich und so konnten Kavaliere das Pferd führend aushelfen oder Sänftenträger erleichterten den Aufstieg. Andere Helfer trugen das Gepäck für das leibliche Wohlergehen. 


Während die Ersten schon fröhlich einem Lied lauschen (vielleicht Heines Loreley Lied?), ersteigen Weitere erst die Höhe.













Ein Kundiger zeigt die Sehenswürdigkeiten Richtung Kiedrich oder Johannesberg.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die andere Gruppe lauscht den Erläuterungen zum Wein oder Sekt. Ob es ein Vorgänger unseres Ulrich Bachmanns ist? Die Kinder spielen im Hintergrund.




Ein Künstler hält die Szene für die Nachwelt fest, sahen wir ihn 2013 nicht im Museum Wiesbaden in der Ausstellung über die Rheinromantik?











Im Vordergrund pflügt ein Winzer zwischen den Rebzeilen, der Kollege schaut zu. Auch der nächste Jahrgang will erarbeitet sein. Ein Storch pickt im frisch Gepflügten nach Würmern. Der Hase ergreift lieber ob des Trubels sein Panier und auch dem Fuchs ist es zu fröhlich.


Die Weinstöcke wurden damals noch in der Pfahlerziehung angebaut, jede Rebe hatte einen Pfahl, um den herum sie hoch gebunden wurde. Aber die Gründüngung nutzt man schon damals und brach jede zweite Rebzeile regelmäßig um.





1753 - Langwerth von Simmern -
Kaufen oder nicht kaufen?


Das Geschlecht der Langwerth von Simmern ist schon seit dem Mittelalter im Rheingau ansässig. Von 1462 an erwarb man sich Besitzungen in Hattenheim, darunter die Burg, 1711 übernahm man den Stockheimer Hof in Eltville. Hier sehen wir Georg Reinhard (1713-1771), der seit 1743 als Oberappellationsrat des Kurfürsten von Hannover in Celle tätig war. Seine Gattin Melusine von Campen stammte aus Hannover. Er kaufte das heute noch in Familienbesitz befindliche Rittergut Wichtringshausen bei Hannover. 
 
Hier sehen wir  ihn 1753 in dem noch heute wunderschönen Innenhof des Stockheimer Hofes. Mit Fachleuten berät er sich, ob der Erwerb des nördlich anstoßenden Lichternschen Hofes zur Abrundung des  bestehenden Geländes sinnvoll ist. Schon seit Längerem verwaltete man das Gelände inklusive Acker und Weinberge für die Familie von Rantzau. Würden die 17000 Gulden gut investiert sein? Ein kühler Schluck aus dem eigenen Keller kann nicht schaden und erleichtert die Entscheidung. Kurzfristig waren beide Käufe kein Erfolg, aber langfristig, wie man heute erkennen kann.




Sonntag, 19. Januar 2014


1890 - Die Weinpump –
Wirtshausszene

Familie Müller übte seit Genera-tionen das Küferhandwerk aus. Adam Müller betrieb in der Hauptstraße 3 lange Zeit einen Bierausschank.

Von seinen beiden  Söhnen wählte  Jean eine Aus-bildung zum Elektriker bei der AEG und gründete 1897 das Unternehmen JEAN MÜLLER am Ort.




Der andere Sohn Adam setzte die Küfertradition fort und führte das Lokal ab 1909 als Restaurant und Weinlokal „Zur Weinpump“ weiter. Er führte auch einen viel gelobten Weinhandel.
Das Lokal wird heute noch betrieben. Im Lokal hängen alte Baupläne des Hauses.
Der Mönch und die Rose    


Das von Carl Spitzweg (1805-1885) gemalt Bild wurde hier einmal ein wenig anders interpretiert. Ein Zisterzienser Mönch erfreut sich während seines Bibelstudiums am Duft des Rosenstrauches an einer der Klostermauern im Kloster Eberbach.

Carl Spitzweg wird ihn nicht mehr erlebt haben, denn das Kloster war 1803 schon säkularisiert worden und wurde unter anderem als Depot der naussauer Armee genutzt.