Dienstag, 15. September 2020

 

1730 - Abendspaß im Haus Mies/Markstraße



Diese Haus war ehemals ein Gästehaus der Mönche des Klosters Eberbach in Eltville.. In seinen Ursprüngen stammt das Gebäude wahrscheinlich aus dem 14 Jahrhundert- Es wurde 1739 umgebaut. 

Ich habe nur die rückwärtige Front dargestellt und nicht die vorgelagerten Häuser, wo sich rechts die Unterstellplätze für die Pferde befanden, darüber war eine Zimmer des Kutschers, das man über eine äußere Treppe erreichen konnte.

Während sich der Kutscher um die Pferde kümmert, genossen die Reisenden offensichtlich den Rheingauer Wein. Dabei konnte man schon einmal gerne zur Belustigung sich mit dem Degen messen. Da wundert sich offensichtlich auch der reiselustige Mönch.

Dienstag, 9. Juni 2020

100 - Römische Steinmetze bei der Arbeit im Steinbruch Sandkopf


Oberhalb von Johannisberg auf dem Weg nach Stephanshausen liegt der Steinbruch Sandkopf. Der Steinquarzit aus dem Devon ist in seiner Farbstruktur einzigartig, mit Mischungen aus Sandfarben, Rot- und Grautönen. Nahezu alle historischen Gebäude im Rheingau wurden mit Steinen aus dem Sandkopf gebaut oder wenigstens verblendet. Auch viele Weinbergstützmauern sind damit gestaltet.  Er ist auch sehr verwitterungsbeständig.

Hier sehen wir römische Steinmetze bei der Arbeit. Ich bin davon ausgegangen, dass auch die Landesherren sich schon einen solchen Steinbruch zu nutzen gemacht haben, um ihre Residenz in Manz oder auch die Bauten am Limes zu erstellen. Immerhin gab es am einstigen Kastell Zugmantel bei Taunusstein-Orlen eine kleine Arena.

Leider weiß ich nicht, woher ich den schönen Figurensatz habe.  

1600 - Unerwünschtes Interesse


Wohl zu allen Zeiten löste ein kleines Loch in der Wand einen Reiz der Neugierde aus; insbesondere wenn sich auf der anderen Seite eine Badestube mit Damen befand. Aber zu damaligen Zeiten war in den Bauernhäusern die Trennung in den Badestuben nicht immer so streng, die Räume boten es nicht. Man sieht ja auch noch den erstaunten Herren im Zuber. Aber schon eilt ja auch die hilfreiche Magd mit dem Umhang herbei. Eine andere bedroht die Neugierigen.

Der schöne Figurensatz stammt von Droste und ist heute bei Fechner zu erwerben. 


1860 - Rheinischer Winzer an der Traubenmühle




Zufrieden schaut der Winzer wie die Trauben in der Traubenmühle  gebrochen werden und so der Traubensaft herausfließt. Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts ersetzte diese Mühle das bis dato übliche Stampfen mit Stößeln oder den Füßen. Der Abstand der beiden Mahlwalzen konnte je nach Traubensorte so bemessen werden, dass sie nicht die Kerne zerstörte, sondern nur die Beeren quetschte, damit der Saft auslief. Tragbar setzte man sie auf die verschiedenen Bütten. Heute werden in der schonenden Verarbeitung meist Tuchsystem eingesetzt, die man mit Druckluft gegen die Trauben presst, sei denn man möchte bewusste die Schalen aufreißen, dass sie in der Maische den Farbstoff abgeben (z.B. Rotweine).

Die sehr schöne Figur hat die KLIO Landesgruppe Rheinland-Süd herausgegeben. Sie ist einem Bild eines mittelrheinischen Winzers aus einem Zigarettenalbum nachempfunden (Deutsche Volkstrachten). F. Giesler hat in seiner Zeichnung die Proportionen etwas verbessert und Regina Sonntag graviert sie. Ich habe die Vorlagefarben aber etwas variiert.

1900 – Bei der Aussaat



Wir sehen eine Landfrau bei der Aussaat.

Es ist die Figur der Columbia aus der Commedia dell’arte (italienisch für „Berufsschauspielkunst“). Sie soll eine Person der unteren sozialen Schichten darstellen, meist eine Magd oder Köchin.  Sie ist eine lebenslustige, selbstischere, aber dennoch verführerische und auch dominante Figur. Im Gegensatz zu vielen andern Figuren trägt sie keine Maske.

Die Figuren der Commedia dell’arte sind bei Zinnfiguren aus Eschwege zu beziehen.

 

 

Freitag, 5. Juni 2020

1981 – Spähtrupp mit dem Spähpanzer Luchs

Die beiden 8-Rad-Spähpanzer eines leichten Spähtrupps sind im Verfügungsraum des Panzer-aufklärungsbataillons 1 in der Heidelandschaft nördlich Braunschweig untergezogen und der Oberleutnant Berthold marschiert zur Befehlsausgabe. Er hat sich die MP seines Richtschützen genommen.

Rheinstahl in Kassel lieferte ab September 1975 insgesamt 408 Stück an die Panzeraufklärungs-truppe aus. Mit dem Radfahrwerk war das Fahrzeug sogar 100km/h (das Überholen eines DDR-LKW ließ den Fahrer erschrecken) schnell und mit der 2- oder 4-Achs-Lenkung hoch beweglich. Beim Auftreffen auf Sperren konnte der Rückwärtsfahrer, der gleichzeitig Funker war, mit einem kurzen Stop quasi verzugslos die volle Verfügung über das Fahrzeug in Rückwärtsfahrt über-nehmen. Das Fahrwerk und der gut gedämmte Motor machten den Panzer nahezu geräuschlos, was auch zu Unfällen führte. Lange Zeit konnte man ihn nur an den quietschenden Bremsen erkennen. Die 20mm-Bordkanone zur Selbst-verteidigung war baugleich der des Marders, außerdem war auf dem Drehkranz der Kommandanten-kuppel noch ein MG installiert. Zunächst gab es nur die üblichen SEM 25 und 35, später kam ein 400Watt HF-Funkgerät mit 80km Reich-weite hinzu. Das Wärmebildgerät und der Scheinwerfer gewährten Nachkampffähigkeit.  Über die 30 Jahre der Nutzung erfolgten Nachrüstungen und Kampfwertsteigerungen, aber keine gravie-rende Änderung. Über die damit verbundene Gewichtszunahme verlor er auch seine Schwimm-fähigkeit, deren wirklichen Nutzen sich nicht jedem erschloss, denn außer Elbe, Weser und Rhein ist kein Fluss wirklich dafür geeignet. Zum Aufschwimmen der 20t musste das Fahrzeug so volu-minös sein, war dafür aber drinnen recht geräumig, so dass man im Gang zum Rückwärtsfahrer schlafen konnte, aber leider bei der Erfüllung des Auftrages schwerer Deckung fand. Teileweise sah man Bilder des Fahrzeuges in der Presse im Balkaneinsatz.      

Die Figuren stammen alle von Rudolf Grünewald und wurden von seinem Sohn Rolf graviert. Leider hat er sich einen Panzer im technischen Bereich vorgenommen, so dass die üblicherweise aufgerüsteten Werkzeuge etc. fehlen.

Mittwoch, 3. Juni 2020

1853 - Prinz Friedrich Carl von Preußen

Die alte Figur ist einen Gemälde nach empfunden worden. Wie damals vor der Zeit, da man sich mit Gründung der Klio auf eine kulturhistorisch möglichst realistische Wiedergabe verständigte, mit einem etwas künstlerischen Freiraum. Der Prinz wurde erst 1878 Chef des Regimentes (bis 1885), die Figur zeigt ihn aber als solchen. Das Regiment hatte 1843 die roten Dolmans in Anlehnung an die Tradition der Zieten-Husaren bekommen. Damals gab es noch die feine, vielfache Schnürung. Diese wurde aber mit der Reform von 1853 drastisch auf 5 Schnurreihen reduziert. Auch ist der doppelte Zackensatz an der Paradesatteldecke wohl etwas Phantasie. So habe ich dann den äußeren Streifen rot gelassen. Oftmals sieht man den Prinzen auch mit goldenem Besatz, der aber den Garde-Husaren zustand. Die Mütze der Stabsoffiziere war aus Otterfell.

Dem vielfältigen militärischen Wirken habe ich schon bei der Darstellung der Person als General der Infanterie gedacht (siehe Januar 2017).

Der Bücherwurm von Spitzweg 

Diese wunderbare Figur von Rudolf Grünewald nach dem Gemälde von Spitzweg von seinem Sohn Rolf graviert reizte noch einmal in anderen Farbe (siehe auch Rheingauer Geschichte in Zinn im Mai 2016).


Samstag, 23. Mai 2020


1943 – Ukraine – Wo geht es nach Berlin?



Das Panzeraufklärungsbataillon 3 war im März 43 aus dem Kradschützenbataillon 3 und dem Aufklärungsbataillon 1 neu entstanden. Das ursprüngliche war in Afrika untergegangen. Die 3. Kompanie blieb mit Krädern und Beiwagen der Kradschützen ausgestattet. Bei dem Unter-nehmen Zitadelle wurde die 3. Panzerdivision am Südflügel eingesetzt. Nach Abbruch dieser letzten deutschen Großaktion des Krieges kämpfte man noch fast zwei lange Jahr, davon eines in der Ukraine, sehr beweglich Rückzugsgefechte und wurde an verschiedenen Brennpunkten eingesetzt.

Hier sehen wir einen Spähtrupp auf Erkundung. Sucht der junge Leutnant Berthold den Rückweg nach Berlin in die Heimat? Er hat sich eine MP40 umgehängt und führt nicht die übliche Pistole des Offiziers. Bei Spähtrupps kann man sich damit sicherlich besser erwehren. Der Unteroffizier erfrischt sich und der Obergefreite raucht eine Zigarette. Ihre Gesichter sind grau vom Staub und die Maschine hat auch schon etwas gelitten.  

Sie sitzen in der bewährten Zündapp KS750. Auf eine 1937 veröffentlicht Ausschreibung  hin entwickelten BMW und Zündapp ihre Vorschläge. Zündapp wählte einen geschweißten Ovalrohrrahmen, der Boxermotor leistete 26PS, die für 95km/h reichten, mit einem Kardan wurden die Hinterachse und damit auch das Beiwagenrad angetrieben. Von 1941 bis 1948 wurden in Nürnberg 18.635 Zündapp KS 750 Gespanne gebaut. Die Maschine erfreute sich wegen ihrer Zuverlässigkeit großer Beliebtheit wie auch die BMW R75 (bis 1944 16.510 Stück gebaut)

Der Bausatz von Italeri hat mich gereizt, auch wenn es keine Zinnfiguren sind. Allerdings habe ich den Feldgendarm lieber zum Offizier umgraviert und ihm eine Karte in die Hand gedrückt.  


Donnerstag, 21. Mai 2020


Dürers „Der Reiter“ 


Dürers Kupferstich von 1513 „Der Reiter“ wird auch Ritter, Tod und Teufel oder Ritter trotz(t) Tod und Teufel genannt.  Die unterschiedliche Namensgebung rührt auch von der Vielzahl an Symbolen her, die wie so oft bei Dürer in dem Kupferstich gezeigt werden.

Die zentrale Figur des Ritters in seiner Montur wurde hier als Zinnfigur abgebildet. Das Pferd ist, wie es bei den Renaissancekünstlern üblich war, feinst in seiner Anatomie ausgearbeitet. Als weitere Elemente sind auf dem Kupferstich der ihn begleitende Hund als Symbol der Treue, eine Eidechse für den Gotteseifer, der Tod und der Teufel als ewige Begleiter des kämpfenden Ritters zu sehen. Ein Totenschädel verstärkt den Tod auf dem Weg des Ritters. Die Darstellung der Wurzeln deutet an, dass der Ritter quasi schon begraben ist, er weiß es nur noch nicht. Übrigens eine Sichtweise, die Soldaten in den Weltkriegen sich tatsächlich aneigneten.