Sonntag, 11. Oktober 2020

 

2008 – Amercian Football


Im Juni 2004 entwickelte der Sportlehrer Jens Ruffert, der selbst in Hamburg an der Uni Football gespielt hatte, die Idee, eine American Football AG an einer Schule zu etablieren. Schon im Dezember 2005 fuhren 35 Schüler des Theodor-Fliedner-Gymnasium (TFG) in Düsseldorf-Kaisersweth nach Roemund, um sich ihre Ausrüstung zu kaufen und starteten nach den erforderlichen ärztlichen Untersuchungen mit dem Training. Im Mai finden unter dem Teamnamen TFG Typhoons auf dem Erweiterungsgelände der LTU Arena (heutige ESPRIT Arena) die ersten Tests gegen die Düsseldorf Panther Rookies statt.

Auch andere Kreise der Schule waren beteiligt, ein Kunstkurs entwickelt Logo-Vorschläge und die Spieler richteten die Internetpräsenz ein. Am Ende eines Jahres des mehr experimentellen Spielbetriebs, bekam Ende 2006 man als erste deutsche Schulmannschaft die Berechtigung, im Tackle-Football am regulären Ligaspielbetrieb des AFV/NRW teilzunehmen. Am 06. Mai 2007 ging man im ersten Spiel in der Jugendaufbauliga (JAL) bei Remscheid Amboss mit 09:32 ziemlich unter. Running Back Artem Shevchuk erzielt aber den ersten Touchdown. Aber schon zwei Wochen später gelang der erste Sieg über die Aachen Vampires. Die erste Saison endete mit einem ausgeglichenen Punkte Konto auf Platz drei.

2008 berechtiget der erste Platz in der Jugendaufbauliga Gruppe Mitte zur Teilnahme an den play-offs. Man gewann als Schulmannschaft (!!) 2008 den GEBAB-Cup und die NRW-Meisterschaft der Jugendaufbauligen 2008 und stieg so in die Verbandsliga auf

2009 ging die Reise weiter: Im Juni beendete man die zweite „Perfect Saison“ (= alle Spiele gewonnen) als NRW-Meister der Verbandsliga und stieg in die Oberliga auf.

Auch 2010 war man nicht zu stoppen und sicherte sich erneut durch die Meisterschaft den Aufstieg in die Regionalliga des AFCV/NRW.

Unglaublicher Weise gelang in 2011 erneut die Meisterschaft (die vierte in Folge!) und man durfte nun in der German Football League Juniors (GFLJ), der Elite-Liga, antreten.

2012 ging man aber auf dem Niveau doch ziemlich unter und kehrte in die Regionalliga zurück. Es wurden jetzt auch weitere Teams in den Altersstufen gebildet, der Spielbetrieb wurde breiter und mit unterschiedlichem Erfolg war und ist man weiter unterwegs.  

Aber alles dieses ginge nicht ohne hoch engagierte Lehrer, Eltern und auch Sponsoren. Allein das Transportproblem ist schon eine erhebliche Hürde.


Die Szene ist nach empfunden dem Spiel gegen die Düsseldorf Bulldozer am 01. Juni 2008 in der kleinen Kampfbahn der LTU Arena, das mit 44:8 gewonnen wurde. Der Wide Receiver Juan Alexander Berthold (21) wird von der Defense niedergerungen, sein Freund Quarterback Robby (Robert Zantow, 10) versucht ihm zu helfen. Als zuschauender Vater holt man manchmal schon tief Luft, wenn sich die Brocken der Defence auf den Sohn werfen.

Die 45mm-Figur stammt von Jörg Scheibe aus Magdeburg. Daniel Lepeltier setzte die  Zeichnung von Rainer Tschörpe in Schiefer um.







1300 – Mönchsausbildung



Mönch wird man nicht mit seinem Eintritt in ein Kloster, sondern nach einer entsprechenden Ausbildung. Früher wurden Mönche in der Regel nur Männer aus wohlhabenderen Familien, weil zumeist nur dort Lesen und Schreiben erlernt wurde. Üblicher Weise konnte man auch schon Latein. Über die Aufnahme stimmte die gesamte Gemeinschaft in einem feierlichen Profess ab.

Dann wird der Novize eingekleidet, allgemein üblich war dafür der der 125. August eines Jahres, Marie Himmelfahrt. Danach wird er in einem feierlichen Akt im Kapitelsaal unter Anwesenheit des gesamten Konvents (das waren in Kloster Eberbach bis zu 70 Mönche) aufgenommen. Hierbei wird im vom Abte ein neuer Name zugeteilt. In dem ersten Jahr des Kennenlernen kann der Novize ohne Nachteil auch wieder aus der Gemeinschaft ausscheiden.  Dies geschah wohl recht selten, denn man war von der Familie für dieses Leben bestimmt und versprach sich ja auch selbst davon göttliches Wohlwollen.

Ein Novizenmeister betreut nun die Novizen und unterrichtet sie in allen Aspekten des Klosterlebens, den Ordensregeln und Glaubensthemen. Nach dieser Zeit der Ausbildung erfolgt die Aufnahme in den Orden. Als deren Zeichen vervollständigen sie die Ordenstracht mit dem schwarzen Skapulier (Schürze) und dem schwarzen Zingulum (Gürtel). Aber auch nach dieser Grundausbildung wird der junge Mönch weiter geschult. Hier sehen wir den erfahren Mönch die jungen in Bibeltexten unterweisend.

Heutzutage erfolgt dann eine dreijährige Ausbildung in Theologie oder eine berufliche Ausbildung und dann wird erst das ewige Gelübde abgelegt.


Dienstag, 15. September 2020

 

1730 - Abendspaß im Haus Mies/Markstraße



Diese Haus war ehemals ein Gästehaus der Mönche des Klosters Eberbach in Eltville.. In seinen Ursprüngen stammt das Gebäude wahrscheinlich aus dem 14 Jahrhundert- Es wurde 1739 umgebaut. 

Ich habe nur die rückwärtige Front dargestellt und nicht die vorgelagerten Häuser, wo sich rechts die Unterstellplätze für die Pferde befanden, darüber war eine Zimmer des Kutschers, das man über eine äußere Treppe erreichen konnte.

Während sich der Kutscher um die Pferde kümmert, genossen die Reisenden offensichtlich den Rheingauer Wein. Dabei konnte man schon einmal gerne zur Belustigung sich mit dem Degen messen. Da wundert sich offensichtlich auch der reiselustige Mönch.

Dienstag, 9. Juni 2020

100 - Römische Steinmetze bei der Arbeit im Steinbruch Sandkopf


Oberhalb von Johannisberg auf dem Weg nach Stephanshausen liegt der Steinbruch Sandkopf. Der Steinquarzit aus dem Devon ist in seiner Farbstruktur einzigartig, mit Mischungen aus Sandfarben, Rot- und Grautönen. Nahezu alle historischen Gebäude im Rheingau wurden mit Steinen aus dem Sandkopf gebaut oder wenigstens verblendet. Auch viele Weinbergstützmauern sind damit gestaltet.  Er ist auch sehr verwitterungsbeständig.

Hier sehen wir römische Steinmetze bei der Arbeit. Ich bin davon ausgegangen, dass auch die Landesherren sich schon einen solchen Steinbruch zu nutzen gemacht haben, um ihre Residenz in Manz oder auch die Bauten am Limes zu erstellen. Immerhin gab es am einstigen Kastell Zugmantel bei Taunusstein-Orlen eine kleine Arena.

Leider weiß ich nicht, woher ich den schönen Figurensatz habe.  

1600 - Unerwünschtes Interesse


Wohl zu allen Zeiten löste ein kleines Loch in der Wand einen Reiz der Neugierde aus; insbesondere wenn sich auf der anderen Seite eine Badestube mit Damen befand. Aber zu damaligen Zeiten war in den Bauernhäusern die Trennung in den Badestuben nicht immer so streng, die Räume boten es nicht. Man sieht ja auch noch den erstaunten Herren im Zuber. Aber schon eilt ja auch die hilfreiche Magd mit dem Umhang herbei. Eine andere bedroht die Neugierigen.

Der schöne Figurensatz stammt von Droste und ist heute bei Fechner zu erwerben. 


1860 - Rheinischer Winzer an der Traubenmühle




Zufrieden schaut der Winzer wie die Trauben in der Traubenmühle  gebrochen werden und so der Traubensaft herausfließt. Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts ersetzte diese Mühle das bis dato übliche Stampfen mit Stößeln oder den Füßen. Der Abstand der beiden Mahlwalzen konnte je nach Traubensorte so bemessen werden, dass sie nicht die Kerne zerstörte, sondern nur die Beeren quetschte, damit der Saft auslief. Tragbar setzte man sie auf die verschiedenen Bütten. Heute werden in der schonenden Verarbeitung meist Tuchsystem eingesetzt, die man mit Druckluft gegen die Trauben presst, sei denn man möchte bewusste die Schalen aufreißen, dass sie in der Maische den Farbstoff abgeben (z.B. Rotweine).

Die sehr schöne Figur hat die KLIO Landesgruppe Rheinland-Süd herausgegeben. Sie ist einem Bild eines mittelrheinischen Winzers aus einem Zigarettenalbum nachempfunden (Deutsche Volkstrachten). F. Giesler hat in seiner Zeichnung die Proportionen etwas verbessert und Regina Sonntag graviert sie. Ich habe die Vorlagefarben aber etwas variiert.

1900 – Bei der Aussaat



Wir sehen eine Landfrau bei der Aussaat.

Es ist die Figur der Columbia aus der Commedia dell’arte (italienisch für „Berufsschauspielkunst“). Sie soll eine Person der unteren sozialen Schichten darstellen, meist eine Magd oder Köchin.  Sie ist eine lebenslustige, selbstischere, aber dennoch verführerische und auch dominante Figur. Im Gegensatz zu vielen andern Figuren trägt sie keine Maske.

Die Figuren der Commedia dell’arte sind bei Zinnfiguren aus Eschwege zu beziehen.

 

 

Freitag, 5. Juni 2020

1981 – Spähtrupp mit dem Spähpanzer Luchs

Die beiden 8-Rad-Spähpanzer eines leichten Spähtrupps sind im Verfügungsraum des Panzer-aufklärungsbataillons 1 in der Heidelandschaft nördlich Braunschweig untergezogen und der Oberleutnant Berthold marschiert zur Befehlsausgabe. Er hat sich die MP seines Richtschützen genommen.

Rheinstahl in Kassel lieferte ab September 1975 insgesamt 408 Stück an die Panzeraufklärungs-truppe aus. Mit dem Radfahrwerk war das Fahrzeug sogar 100km/h (das Überholen eines DDR-LKW ließ den Fahrer erschrecken) schnell und mit der 2- oder 4-Achs-Lenkung hoch beweglich. Beim Auftreffen auf Sperren konnte der Rückwärtsfahrer, der gleichzeitig Funker war, mit einem kurzen Stop quasi verzugslos die volle Verfügung über das Fahrzeug in Rückwärtsfahrt über-nehmen. Das Fahrwerk und der gut gedämmte Motor machten den Panzer nahezu geräuschlos, was auch zu Unfällen führte. Lange Zeit konnte man ihn nur an den quietschenden Bremsen erkennen. Die 20mm-Bordkanone zur Selbstverteidigung war baugleich der des Marders, außerdem war auf dem Drehkranz der Kommandantenkuppel noch ein MG installiert. Zunächst gab es nur die üblichen SEM 25 und 35, später kam ein 400Watt HF-Funkgerät mit 80km Reichweite hinzu. Das Wärmebildgerät und der Scheinwerfer gewährten Nachkampffähigkeit.  Über die 30 Jahre der Nutzung erfolgten Nachrüstungen und Kampfwertsteigerungen, aber keine gravierende Änderung. Über die damit verbundene Gewichtszunahme verlor er auch seine Schwimmfähigkeit, deren wirklichen Nutzen sich nicht jedem erschloss, denn außer Elbe, Weser und Rhein ist kein Fluss wirklich dafür geeignet. Zum Aufschwimmen der 20t musste das Fahrzeug so voluminös sein, war dafür aber drinnen recht geräumig, so dass man im Gang zum Rückwärtsfahrer schlafen konnte, aber leider bei der Erfüllung des Auftrages schwerer Deckung fand. Teileweise sah man Bilder des Fahrzeuges in der Presse im Balkaneinsatz.      

Die Figuren stammen alle von Rudolf Grünewald und wurden von seinem Sohn Rolf graviert. Leider hat er sich einen Panzer im technischen Bereich vorgenommen, so dass die üblicherweise aufgerüsteten Werkzeuge etc. fehlen.

Mittwoch, 3. Juni 2020

1853 - Prinz Friedrich Carl von Preußen

Die alte Figur ist einen Gemälde nach empfunden worden. Wie damals vor der Zeit, da man sich mit Gründung der Klio auf eine kulturhistorisch möglichst realistische Wiedergabe verständigte, mit einem etwas künstlerischen Freiraum. Der Prinz wurde erst 1878 Chef des Regimentes (bis 1885), die Figur zeigt ihn aber als solchen. Das Regiment hatte 1843 die roten Dolmans in Anlehnung an die Tradition der Zieten-Husaren bekommen. Damals gab es noch die feine, vielfache Schnürung. Diese wurde aber mit der Reform von 1853 drastisch auf 5 Schnurreihen reduziert. Auch ist der doppelte Zackensatz an der Paradesatteldecke wohl etwas Phantasie. So habe ich dann den äußeren Streifen rot gelassen. Oftmals sieht man den Prinzen auch mit goldenem Besatz, der aber den Garde-Husaren zustand. Die Mütze der Stabsoffiziere war aus Otterfell.

Dem vielfältigen militärischen Wirken habe ich schon bei der Darstellung der Person als General der Infanterie gedacht (siehe Januar 2017).

Der Bücherwurm von Spitzweg 

Diese wunderbare Figur von Rudolf Grünewald nach dem Gemälde von Spitzweg von seinem Sohn Rolf graviert reizte noch einmal in anderen Farbe (siehe auch Rheingauer Geschichte in Zinn im Mai 2016).