Mittwoch, 4. September 2024

Jubiläumsfigur der KLIO-Arbeitsgruppe Fantasy



Jubiläumsfigur der KLIO-Arbeitsgruppe Fantasy

Zum 20jährige Bestehen der Arbeitsgruppe zeichnete Sascha Lunyakov diese Figur nach dem Entwurf des Herausgebers Uwe Peter. Vor der Plassenburg in Kulmbach sieht man links die Vereinsfigur der KLIO wie sie die Fahne mit dem Logo der Arbeitsgruppe segnet und ehrfürchtig die bekannten Protagonisten der Fantasywelt bestaunt: der Android Data aus Star Trek hält die Fahne, links von ihm steht als Fantasyfigur ein weiblicher Ork, rechts eine Manga mit Sonnenschirm und vor dieser das Reittier der weiblichen Ork, ein ein Wild Karnivox.

Ich hatte die Figuren für den Herausgeber in zwei Ausführungen gemalt. Auch in diesem Metier gilt zu großen Teilen ein Uniformkodex. Man kann nicht alle Farben beliebig verwenden, sondern muss sich nach Vorlagen der einschlägigen Medien richten. Dies können Filme oder auch Comics sein.


 


 

Dienstag, 3. September 2024

Adolf von Nassau (* vor 1250; † 2. Juli 1298 bei Göllheim in der Pfalz)

Adolf von Nassau war der zweite Sohn des Grafen Walram II. von Nassau und Adelheid von Katzenelnbogen. Er sprach Deutsch, Französisch und Latein, was für die damalige Zeit bei Adeligen selten war. Zu seinem Herrschaftsgebiet (seit 1277 Graf) gehörte der Taunus südlich der Lahn sowie als Lehen des Reiches Wiesbaden und Idstein sowie im Auftrag des Bistums Worms die Vogtei über Weilburg. Unter Vermittlung seines Onkels Eberhard I. von Katzenelnbogen gelangte Adolf an den Hof Königs Rudolf I. von Habsburg.

Zur Königswahl Adolfs kam es, weil die Fürsten sich gegen Rudolf I stellten und seinen Sohn Albrecht nicht als seinen Nachfolger zulassen wollten. Vor allem dem Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, gelang es mit dem böhmischen Erzbischof und König Wenzel II. und dem Mainzer Erzbischof Gerhard II. von Eppstein auch noch andere Verbündete zu finden. Am 5. Mai 1292 kam es zur Wahl Adolfs und am 24. Juni zur Krönung in Aachen. Allerdings war seiner Macht wegen umfangreicher Zugeständnisse an die einzelnen, stimmberechtigen Kurfürsten (Ländereien, Geld oder auch Besetzung von Gremien) von Anfang an enge Grenzen gesetzt.

Er war mit Hoftagen sehr aktiv und gewährten viel Personen Schutz. Er erneute Rudolfs Landfrieden für 10 Jahre. Er erschloss mit Lehen neue Einnahmequellen. Im Jahre 1294 stand seine Herrschaft auf dem Höhepunkt, als er mit dem englischen König Eduard I. ein Bündnis gegen Frankreich schloss. Da er sich aber nach der Wahl von Zusagen löste, kam es zu Auseinandersetzungen. Der Versuch in Thüringen Reichsgebiet zurückzuholen und Frieden zu stiften, berührte aber die Interessen von vier Kurfürsten und führte zur Auflehnung gegen ihn. In der weiteren Auseinandersetzung erhob Wenzel II., das Schwert gegen ihn. Ein Treffen zwischen dem Mainzer Erzbischof, dem Herzog von Sachsen und den Brandenburger Markgrafen am 23. Juni 1298 führte dann zu einem Gerichtsverfahren gegen den König selbst, indem man ihn wegen fortgesetztem Landfriedenbruchs in Thüringen und des Bruches der Versprechungen an den Mainzer Erzbischof seines Amtes für unwürdig und seiner Königswürde für verlustig erklärte.

Im Anschluss an die Absetzung wurde Albrecht von Österreich zum neuen König gewählt. Die Durchsetzung des Absetzungsbeschlusses erfolgte quasi auf dem Schlachtfeld. Am 2. Juli 1298 trafen die Heere Adolfs und Albrechts in der Schlacht bei Göllheim aufeinander. Der kleine Ort liegt in der Nordpfalz zwischen Kaiserslautern und Worms nahe dem Massiv des Donnersbergs. Nach heftigen Angriffen fiel Adolf zusammen mit seinem Bannerträger und einigen Getreuen. Daraufhin wandte sich sein Heer zur Flucht und löste sich auf.

 

Die schöne Figur kann man im Zinnfigurenuseum von Golsar erwerben, wie auch Figuren der anderen deutschen Kaiser.

Montag, 19. August 2024

 18. Januar 1871 - Kaiserproklamation 

 

Die Fürsten und Fahnen

Es gibt nur wenige Ereignisse der deutschen Geschichte, deren Erinnerung mit einem einzigen Bild so eng verknüpft wird, dass eine so tiefe Aussage- und Strahlkraft hat. Aber Anton v. Werner hat mit einem Bild eine Interpretation des Augenblicks vornehmen und Personen ehren wollen. 

 

 

So malte er die Personen in den Uniformen gemalt, die zu der Zeit der Erstellung des Gemäldes in der dritten Fassung  getragen wurden, inklusive der Orden. Oder er malte den Kriegsminister Roon hinein, der krank war, und Bismarck in einem weißen Rock. Also mussten alle Figuren überprüft werden. Dies führte mit viel Sachkenntnis und Spürsinn Otto Muxfeldt durch.

 

 

Das Gebäude des Spiegelsaals gibt es nicht als Bausatz. Also erforderte es die Konstruktion in CAD und den 3D-Druck in 27 Einzelteilen, die nach ca. 250 Druckerstunden zusammenzusetzen waren. Die Konstruktion erfolgte im Wesentlichen anhand von Bildern und einer Option im Internet, in dem Saal virtuell spazierenzugehen. Dann folgte die übliche Bemalung anhand von Bildern. Die Tiefe des  Raumes auf der rechten Seite und auch das Deckengewölbe wurden als Bild übernommen. In die Vorderkante des Deckengewölbes ist ein LED-Band doppelt eingelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es existiert eine konkrete Liste über rund 600 Teilnehmer des Ereignisses mit Dienstgrad, Name, Stellung, Einheit etc. Anhand derer sind die Fürsten und auch die Fahnen auf dem Podest exakt alle nachgestellt worden (100 Personen). Im Parkett haben wir nur eine Auswahl von 240 Personen getroffen. Deren Positionierung kennt nur die folgenden Grundregeln: Höhere Dienstgrade stehen vorne, die niedrigeren Dienstgrade der einzelnen Armeekorps stehen eher beieinander. Personen bestimmter Sonderaufgaben wie Telegraphen-Truppe können sich auch gruppieren.

 
 

Um die korrekte Uniform den Figuren anzulegen, haben wir die Bilder von Heinrich Schnaebeli herangezogen. Er hat ein oder zwei Tage später die wesentlichen Personen des Ereignisses aufgenommen. Da damals der Kleiderwechsel noch nicht so üblich war, wie zwei Kaiser später, haben wir angenommen, dass die Uniform wohl die gleiche wir am Jubeltag war und uns danach gerichtet. Dann war aber in vielen Fällen immer noch zu bestimmen, welche Ordensschärpe er denn nun trug. Dies erforderte dann enstprechende Bemalhinweise zu den "Belegfotos".


 

Die Anpassungen von Figuren erfolgt teilweise durch Umgravieren und Ergänzen mit Modelliermasse oder auch durch Austauschen von Elementen wie Armen zu Jubelarmen, Kopfbedeckungen oder Fahnen. 
Aus allen Offizin wurden Figuren gesucht, die mit ein wenig Anpassung zu verwenden waren: richtige Uniform, richtige Schärpenlage (links, rechts oder Adjutant), Hose oder Stiefel, richtige Armhaltung (Jubelarm ist angesagt) und richtige Kopfbedeckung.Alles immer eng angelehnt an die Schnaebli-Fotos.

 Hiermit ergab sich dann bei 80% der Figuren Anpassungsbedarf. Auch die Fahnen sollten nicht alle gleich aussehen. Im Endeffekt sind von folgenden Herausgebern aus den verschiedensten Serien Figuren verwendet worden: Wolfgang Bock, Christian Carl, Wolfgang Dangelmayer, Michael Dürre, Marbod Gerstenhauer, Rainer Herfurth, Otto Muxfeldt, Plassenburg und Wolfgang Unger. Dazu kamen noch einige wenige Figuren von Rieche und Meyerheine.


Mit einer Draufsicht kann man erkennen, wer wo steht und welchem Armeekorps er angehörte. Eine längere EXCEL-Liste dokumentiert dann die Details wie Name, Dienstgrad, Verband, AK, Verwendung etc. auf.


 

Wir haben auch einige Zivilisten hineingeschmuggelt, die sich aus dem im Schloss untergebrachten Lazarett aufgemacht haben (siehe links vorne oder rechts hinten). Die beiden Marketender (Sachsen und Gardekorps) werden auch in den Teilnehmerlisten nicht erwähnt, aber man muss sich doch erfrischen. Der geistliche Beistand (rechts vorne) ist in den Listen. Schnaebli haben wir hinten rechts mit der Kamera verewigt.

Wer detaillierter über den Erstellungsprozess des Dioramas und die Figurenbemalung lesen möchte, sollte dies in „Die Zinnfigur“ in den Ausgaben Mai/Juni, Juli/August 2023 und Juli/August 2024 tun.    


Und bedenken Sie, diese Kaiserproklamation führte dazu, dass sich deustche Staaten im Taumel dieses Erfolges einem neuen Kaiser ohne Krieg unterordneten. Ein einmaliger Vorgang in der Weltgeschichte. Damit wurden aber auch Sonderrechte dieser Staaten verbunden, die bis heute als Förderalismus in der Bunderepublik Deutschland fortbestehen. Nur mussten die Franzosen leider diese Rechnung der deutschen Einigung bezahlen.

Samstag, 20. Juli 2024

1849 – Gefecht bei Gernsbach am 29. Juni abends


Um die badische Revolution niederzuschlagen, wurde ein Bundesheer unter Führung Preußens aufgestellt. Dazu forderte die Zentralgewalt in Frankfurt Kontingente der Bundestaaten ab. Nassau machte das I. (unter Major Dümler) und III. Bataillon (unter Oberstleutnant von Morenhoffen) des 1. Infanterieregiments mit 29 Offizieren und 1522 Mann mobil. Zunächst sollte man im Raum Darmstadt Tumulte verhindern und als Teile des Neckarkorps mit Hessen, Mecklenburgern und Württembergern die Grenze nach Baden decken. Es gab erste erfolgreiche Abwehrgefechte an der Bergstraße.

Als am 19. Juni dann auch das II. Preußische Korps im Raum Darmstadt eingetroffen war, ging man aktiv gegen die Badener vor. Das I. preußische Korps überquerte den Rhein, das II. Korps drängte gegen Bruchsal und der bunte Haufen Neckarkorps zog als Flankenschutz in den Odenwald nach Hirschhorn, Eberbach und Zwingenberg an den Neckar. Man hatte untereinander im Korps teilweise Verständigungsschwierigkeiten; so musste eine Meldung eines Mecklenburger erst von einem auch des Hochdeutschen mächtigen Landsmanns übersetzt werden.

Auf dem Weg nach Baden griff man am 29. Juni Gernsbach an. Das I. Bataillon ging an der Südseite vor. Nach hartem Kampf war die Stadt gegen sechs Uhr abends in der Hand der Reichstruppen. Man hatte gerade das Gepäck abgelegt, um auf die Verpflegung zu warten, als bei einbrechender Dunkelheit einige hundert Volkswehrmänner und Freischärler die Stadt zurückzuerobern versuchten. Sofort wurde der Gegenangriff geführt, an dem die 2. Kompanie unter Hauptmann Frensch teilnahm. So haben die Soldaten entgegen der üblichen Praxis nicht den Tornister aufgenommen, sondern nur den Brotbeutel und die Trinkflasche umgehängt.

Nach dem erfolgreichen Gefecht zog man mit dem II. Bataillon vereint über Baden nach Oos. Der Feldzug dauerte noch mit weiteren Scharmützeln bis Ende Juli. Im August wurde das Neckarkorps aufgelöst und die Truppen kehrten heim.      




  

Montag, 8. Juli 2024

 1860 - Herzog Adolf fährt mit seiner Gemahlin Adelheid durch den Rheingau

 

Der Herzog Adolf von Nassau (*24.07.1818, 17.11.1905) regierte das Herzogtum in einer in vielerlei Hinsicht prägenden Epoche (Revolution, Bruderkrieg, Abdankung und Anschluss an Preußen). Mit 22 Jahren musst er 1839 schon die Regierungsgeschäfte übernehmen. Seine sehr geliebte Frau Großfürstin Elisaweta Michailowna Romanowa verstarb schon 1845 und er heiratete 1851 Prinzessin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau. Nach seiner Abdankung verbrachte er seine Zeit hauptsächlich in Wien und Schloss Hohenburg bei Lenggries. 1890 wurde er dann zum Gro0herzog von Luxemburg berufen.

Ihn begleiten auf der Kutsche ein Offizier als Adjutant und zwei weitere zur Bewachung zu Pferde. Die beiden Reiter tragen die Uniform mit dem zu der Zeit noch getragenen hohen Preußischen Helm. Der Herzog und sein Adlatus tragen die auch zum kleinen Anzug gebräuchliche Schirmmütze. Ab 1862 wurde dann mit der Abwendung von Preußen und der Annäherung an Österreich auf das Käppi mit Haarbusch umgestellt. Später erhielt der Rock eine zweite Knopfreihe.    

Auf der Straße und auch am Rand ist ein fröhliches Treiben mit freundlich zuwinkenden Spanziergängern und Reitern und auch einer kleiner Musikgruppe. 

 

Die Figuren  stammen aus verschiedenen Offizin.