Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
Sonntag, 14. Februar 2021
Sonntag, 31. Januar 2021
1163
- Kaiser Friedrich Barbarossa und Hildegard von Bingen treffen sich
Wie so oft
habe ich die Szene aus den verschiedensten Figuren aus dem Zinnsarg
zusammengestellt.
1890
- Im Separee
Auch in
den züchtigen, sehr auf Stil und Form bedachten Zeiten des Kaiserreiches gab es
frivolere Vergnügungen der Männergesellschaft. Wo es das in Eltville gab, ist
nicht leider überliefert worden.
Diese
kleine Serie brachte Peter Golberg heraus. Die Figurenformen hat Herr Wilfried Dangelmaier übernommen.
Donnerstag, 31. Dezember 2020
Winter 1870/71 – privater Friedensschluss
Schon fast sechs Monate dauert der Krieg der beiden Großmächte an, die großen, verlustreichen Schlachten geschlagen, der Kaiser gefangen genommen, der Stellungskrieg bei ungeeigneter Kleidung, ungenügender Versorgung und ungeeigneten Unterkünften dauerte an und erst im Mai sollte es Frieden geben. Die Verluste dieser Phase waren höher er als die der Schlachten.
Hier
machen zwei ihren Frieden in der einsamen Schneelandschaft.
In Kriegen
kämpfen immer Soldaten, die nichts gegeneinander haben für Herrscher, die etwas
gegeneinander haben, aber nicht kämpfen.
Die Figur schuf Herr Friedrich nach einer Zeichnung von Michaelis.
1520 – Auf dem Marktplatz
Mit der
Verleihung der Rechte durch Ludwig den Bayern am 23. August 1332 war neben dem
der Befestigung, den Freiheiten der Bürger auch das Recht zur Abhaltung eines
Wochenmarktes verbunden. In der Urkunde wird nicht das Stadtrecht an sich
angesprochen, aber nach damaliger Anschauung ergab es sich aus den Rechten.
Seit 1340 findet man auch erstmals die Bezeichnung „Stadt“ in Urkunden.
Eltville war die einzige Stadt im Rheingau, bleib aber in der Abhängigkeit vom
Erzstift Mainz, damals unter Baldewin von Luxemburg. Als eine letzte Pflichte
entfiel nun das Abliefern von Fastnachtshühnern. Der Wochenmarkt wurde
allerdings 15 Jahre gar nicht abgehalten.
Der Marktplatz wurde damit auch ein Mittelpunkt des Treibens und von Ereignissen in der Stadt. Hier sehen wir den Zahnreißer bei der Arbeit, mit primitivsten Mittel und ohne Narkose, was noch mehr die Ängste der Umstehenden erklärt. Vorne nimmt ein Spieler Geld ab. Ein paar Trinkfreunde erfreuen sich an de Gauklern. und auch ein paar Händler stellen aus. Links hinten kommt der hohe Stuhl, der sich Bitten anhören muss. Kinder tollen herum. Aber die Reinlichkeit war noch nicht so weit, um den Misthaufen tummeln sich Schweine wie Hühner. Den Brunnen habe ich noch nicht opulent gestaltet, wie er heute.
Die Kirche Peter und Paul hatte damals noch einen gotischen Helm als Spitze. Erst nach dem Brand von 1782 entstand die heutige Form 1783.
Donnerstag, 24. Dezember 2020
Um 1800 – Braunschweiger Herzöge
Braunschweiger Herzöge standen mehrfach mit hohen Rängen in Preußischen Diensten. Zunächst sehen wir den Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern. Er übernahm 1740 als Oberst das Füsilier-Regiment Nr. 39. 1755 wurde er Chef des Regimentes Nr. 5 in Magdeburg. Seit November 1757 als Oberbefehlshaber über die alliierte Armee im Westen siegte er fast immer gegen die überlegenen französischen Kräfte. Bekannt sind die Siege von Krefeld und Minden. Als Feldmarschall kehrte er aus dem Krieg zurück und nahm 1766 seinen Abschied. Er förderte Künstler und Gelehrte.Eine weitere Figur ist der Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel. Er kämpfte schon im siebenjährigen Krieg in den braunschweiger Truppen unter seinem Onkel Ferdinand auf den westlichen Kriegsschauplätzen. 1780 trat er die Regentschaft an und fördert ebenso Kunst und Literatur. 1773 übernahm er das Regiment Nr. 21 in Halberstadt. 1787 rückte er als Feldmarschall gegen Wesel und besetzte Holland als der Statthalter Wilheml V in Schwierigkeiten war. Im ersten Koalitionskrieg führte er die österreichischen und preußíschen Truppen als Oberbefehlshaber. Die Kanonade von Valmy ist mehr in Erinnerung, als die erfolgreiche Schlacht von Kaiserslautern. 1794 legte er den Oberbefehl nieder. 1805 erhielt er im vierten Waffengang den Oberbefehl über die preußische Hauptarmee trotz der Kritik an seinem Alter und seiner oftmals gezeigten Unentschlossenheit. Zu Beginn der Schlacht bei Auerstedt am 14. Oktober 1806 verlor er sein Augenlicht, so trug mehr seine Abwesenheit als sein Handeln zum Verlust der Schlacht bei. In das neutrale, dänische Hamburg-Altona verbracht, verstarb er dort.
Noch zuvor hatte er seinen jüngsten Sohn, Friedrich Wilhelm von Oels, zum Thronfolger bestimmt. Dieser trat 1789 in ein Infanterie-Regiment der preußische Armee ein. Nach seiner Teilnahme am ersten Koalitionskrieg wurde er 1800 Chef des Infanterie-Regiments Nr. 12 und schon im Juli 1801 Generalmajor. Zum Zeitpunkt der Verwundung seines Vaters weilte er im Korps des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar bei Ilmenau. Vom Krankenbett seines Vaters eilte er zu Blücher und nahm an der Schlacht von Lübeck teil, der ihn wegen taktischer Fehler für den Verlust der Schlacht verantwortlich machte. Aus französischer Gefangenschaft durfte er sich nach dem Frieden von Tilsit ins niederschlesische Oels zurückziehen, das er 1805 geerbt hatte. Sein Herzogtum ging im Königreich Westfalen auf. Er beteiligte sich an Aufstandsplänen, die 1809 unter dem Schutze Österreichs mit der Aufstellung eins Kontingents auf seine Kosten realisiert wurden. Wegen der schwarzen Uniform wurde die 2300 Mann starke Truppe „Schwarze Schar“ genannt. Der allgemeine Volksaufstand kam aber nicht zustande, so dass man sich mit siegreichen Gefechten bei Halberstadt und Ölper nach Brake durchkämpfte und nach England ausschiffte. Für ihn typisch war in dieser Zeit die Art Mütze.
1516 - Reinheitsgebot
Erstmals wird die Bezeichnung „Reinheitsgebot“ in einem Protokoll des bayerischen Landtages vom 04. März 1918 erwähnt, dabei wird inhaltlich sich auf eine Vorschrift aus der neuen Landesordnung des Herzogtum Bayern von 23. April 1516 bezogen. Aus dem ursprünglichen bayerischen Reinheitsgebot wird dann im Zuge des europäischen Rechtes ein deutsches Reinheitsgebot, um sich so von den anderen Brauformen abzugrenzen. Es lautet: „Wir wollen auch sonderlichen, das füran allenthalben in unnsern Steten, Märckten und auf dem Lannde, zu kainem Pier merer Stückh, dann allain Gersten, Hopffen unnd Wasser, genommen und gepraucht sollen werden.“
Brauordnungen
waren in den Städten des Mittelalters üblich. So wird auch in dem von Friedrich
Barbarossa am 21. Juni 1156 der Stadt Augsburg verliehen das Stadtrecht die
Bierqualität erwähnt. Selbst in Hungersnöten erinnerte die Stadt Nürnberg an
die Verwendung von Gerste.
Auch in der
Weingegend Rheingau wurde teilweise Bier gebraut.























