Sonntag, 24. Dezember 2023

 

1956 – Skivergnügen im Rheingau

 

Während der Winter 1955/56 recht mild begann, schloss sich dann im Februar eine Kälteperiode mit z.T. -30oC an - die kälteste Temperatur seit der Wetteraufzeichnung in dieser Gegend. Da im Rheingau kaum Hänge zum Skilaufen bestehen und es noch nicht allgemein üblich war, in Ski-Urlaub zu fahren, wurde jeder ausgehauene Wingert genutzt. Überalterte Wingert werden nach der Lese gerodet und bleiben dann teilweise länger als ein Jahr zur Erholung brach liegen.

 

 Kaum lag der erste Schnee fand man die Wintersportler am kurzen Hang zwischen zwei Zuwegen. Im Hintergrund stehen Bäume und Büsche an dem Entwässerungs-graben. Im Vordergrund hat ein Winzer noch die Weintrauben in der nun erfüllten Hoffnung auf Eiswein (darf bekanntlich erst bei -8oC gelesen werden) hängen lassen.

 

 

 

 

 

Diese wunderschöne Gruppe wurde von Franz Karl Mohr entworfen und von Bruno Hinsch für das Haus KILIA graviert. Der Hang wurde aus Styrodur und Styropor aufgebaut und dann mit dem Heißdrahtschneider geformt. Ein wenig Spachtel glättete ihn. Die Figuren konnten alle mit den Fußbrettchen eingeklebt werden. Teilweise wurden sie etwas eingearbeitet, da die Figur schon einen Bergansatz hat. Und dann rieselte der Schnee …






 

Freitag, 1. Dezember 2023

1963 - Leopard 1 A1


Nach der Entscheidung zur Wiederbewaffnung wurde die Bundeswehr zunächst mit Panzern aus US-Beständen ausgestattet. 1956 wurden die ersten Anforderungskataloge für die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers geschrieben. Der Name Leopard kam erst deutlich später auf. Von 1963 bis 1984 wurden in den verschiedenen Ausbaustufen 4700 Exemplar auch an Verbündete geliefert. 2003 wurde der letzte Leopard der ersten Generation in der Ausbaustufe A6 außer Dienst gestellt.

In der hier von KILIA abgebildeten ersten Ausbaustufe, nachfolgend A1 genannt, erlebte ich 1975 meine Grundausbildung in Scheuen in der Heide beim PzBtl 34 in der Freiherr von Fritsch-Kaserne (welch' motivierender Name für einen jungen Offiziersanwärter). Man sieht noch den blanken 60mm starken Gussturm, der später aufgedickt wurde und auch noch auf Gummielementen montierte gummierte Stahlplatten erhielt, um Geschosse frühzeitig zur Explosion zu bringen und Explosionsenergie abzubauen. Mit ähnlichem Zweck wurden auch seitlich hochklappbare Schürzenplatten angebracht. Damals waren die Fahrzeuge noch einheitlich olivgrün, Schattierungen ergaben sich nur aus der Verwitterung oder Nachlackierungen.

Der Panzer leistete auch gute Dienste, als die Unteroffiziere und Stammpersonal zur erfolgreichen Eindämmung des Heidebrandes mit nach hinten gedrehtem Turm Schneisen in den Kiefernwald fuhren, indem sie die jüngeren Kiefern einfach umdrückten. Wir Rekruten mussten dann später 20cm Nadelstreu aus dem Panzerturm entfernen.  

Im Diorama habe ich nur KILIA-Figuren verwendet. Als Hintergrund habe wurde ein Internet-Bild der Heidelandschaft verarbeitet wie ich es oft aus niedriger Höhe betrachten durfte.

     

 

 

Samstag, 25. November 2023

Jubiläumsfigur 100 Jahre Kieler Zinnfiguren (1924-2024)

 

Diese wunderschöne Figur zeigt in vier Zimmern den Herstellungsprozess im Hause Ochel:

- Links unten beginnt es mit der Gießkammer (Stahlregale beherbergen die schweren Formen und im Tresor sieht man das Zinn)

- Rechts unten befindet sich das Zimmer der Putzrinnen (die blanken Figuren wechseln in die grauen und roten Schachteln der Serien; laut Erinnerung von Frau Ochel wurde mangels Radio hier immer fröhlich gesungen)

- Links oben sieht man dann die Malstube (es bedarf Farbe und Unterlagen als Hilfen, nicht jeder Farbtropfen fand die Figur)

- Rechts oben bringen die Verpackerinnen (frontal zu sehen Frau Erika Ochel) die Figuren in Schachteln und Kisten zum Versand.

Während es links unten noch etwas schmutzig zugeht, ist rechts oben alles sehr sauber. Für den Fuß habe ich die graubraune Farbe der OKI-Schachtel und die übliche rote Schriftfarbe verwendet und für das Banner das Rot der KILIA-Schachteln mit der üblichen blauen Aufdruckfarbe. Die von Herrn Rieger gravierte Figur basiert auf einer Zeichnung von Sascha Lunyakov.

 Später habe ich auch noch eine zweite Figur angemalt



Donnerstag, 23. November 2023

Herold aus dem Fürstenzug zu Dresden

Aus dem Fürstenumzug von Dresden sind auch einige der wunderbaren Darstellungen in Zinnfiguren abgebildet worden. Die gesamte Darstellung des Zuges umfasst  auf 102 Metern 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige. Damit ist die Darstellung der Ahnengalerie des Wettiner Fürstenhauses (herrschten von 1172-1873) das größte Porzellanwandbild der Welt und dann auch noch Meißner Porzellan.

Das von Wilhelm Walther 1876 erstellte Wandbild verwitterte und so wurde 1907 das Gemälde durch 23000 bemalte Fliesen ersetzt, wofür das Bild exakt von der noch existierenden Vorlage in Originalgröße übertragen werden konnte. Erfreulicher Weise überstand der Zug den Feuersturm weitgehend unbeschadet.

Den Zug eröffnet der hier dargestellte Herold. 



 

Montag, 13. November 2023

1862 - Soldat der Nordstaaten

Aus einem Gespräch mit einem Freund erfuhr ich, dass er von einem Verwandten ein Bild habe, der nach Nordamerika ausgewandert sei und im Bürgerkrieg mitgekämpft habe. Glücklicherweise konnte er auch weitere Daten beibringen. Er war Privat des 1st Regiment Maryland Volunteer Infantry, das als Infanterieregiment während des Amerikanischen Bürgerkriegs in der Unionsarmee in Baltimore, Maryland, aufgestellt wurde. Die 4 Kompanien (A, B, C und D) wurden am 16. Mai 1861 in den Unionsdienst eingezogen. Es verlegte nach Relay House an der Baltimore and Ohio Railroad, wo zwischen dem 25. und 27. Mai weitere Kompanien (E, F, G, H, I und K) ergänzt wurden. Schon in der ersten Schlacht am 23. Mai 1862 an der Front Royal wurde es von seinen Landsleuten der konföderierten 1st Maryland Infantry angegriffen. Dies ist das einzige Mal in der Militärgeschichte der Vereinigten Staaten, dass zwei Regimenter mit der gleichen numerischen Bezeichnung und aus demselben Bundesstaat gegeneinander antreten. Nach stundenlangen verzweifelten Kämpfen gingen die Südländer als Sieger hervor. Unter den Gefangenen erkannten viele Männer ehemalige Freunde und Familienangehörige wieder.

Die Büste erstand ich auf den Zinntagen in Eschwege. Sie ist allerdings aus Kunststoff. Die Büste hat aber nicht die auf dem Bild ungewöhnlicherweise zu sehenden Schulterklappen. Auch habe ich mich nicht getraut, die Haare fülliger zu gestalten.