Sonntag, 21. Januar 2018


1845 - Nassauer General macht einer Dame den Hof


































Der Großherzog Adolph wird zu einem Ball nach Biebrich geladen haben und ein General  begrüßt höflichst eine vornehme Dame. Wir sehen den General (goldene Stickereien an Stehkragen) in der von 1833 bis 1849 getragenen Uniform. Typisch für das Nassauer Militär ist das dunkele Grün, das man schon in der napoleonischen Zeit trug und die graue Hose (früher ebenfalls grün).

Das Nassauer Militär war in das Bundesheer eingebettet und bildete mit Sachsen und Kurhessen das IX- Korps. Diese Epoche war aber eine ruhige Zeit für die Soldaten; man war im Wesentlichen mit Ausbildung, Wachdiensten, Polizeiaufgaben und Repräsentationsdiensten beschäftigt,  erst die Revolutionsjahre erforderten den Einsatz. Allerdings musste man auch bei Bauarbeiten für die Kasernenbauten helfen.
Die Figur stammt von Herrn Martin Sauter und ist eigentlich ein Badischer Stabsoffizier der Infanterie von 1807-09 mit eine Dame im Hofkleid wie es zwischen 1805-20 getragen wurde. Zeichnung und Gravur fertigte Dr. Gerhard Söllner an  


1150 - Lohengrin







Neulich stand ich am Rhein in Eltville und ich war mir sicher, Lohengrin schwamm, sein Boot von einem Schwan gezogen, vorbei … oder lag es am Wein ???



Bei der Lohengrin-Sage handelt es sich um die Sage vom “Schwanenritter”. Die Dichtung gehört zu den Dichtungen um den heiligen Gral:

Elsa, die Tochter des Herzogs von Brabant, wird auf der Wartburg dem Grafen Telramund vorgestellt. Sie soll genötigt werden, diesem Herren zu heiraten zu reichen. In einem Gebet bringt Elsa ihre Klage vor Gott, der einen Helfer aussendet. Eine kleine Schelle an Elsas Rosenkranz hat Wunderkräfte. Denn sie wird beim Hofe von König Artus erhört. Am Hofe von Artus streitet man sich, wer Elsa zu Hilfe eilen soll. Im Gralstempel erscheint zu Karlsfreitag indes eine weiße Taube, die eine Hostie vom Himmel bringt. Während die Gralsleute in Bewunderung erstarren, zaubert die Himmelsbotin an der Gralsschale eine Inschrift hervor. Lohengrin ist zum Kämpfer für Elsa aus Brabant vorgesehen.

Lohengrin steigt seinem göttlichen Auftrag folgeleistend auf sein Pferd. Am Ufer begegnet er einem weißen Schwan, der einen Einbaum, ein kleines flaches Boot hinter sich herzieht. Lohengrin besteigt das Boot, das ihn nach Antwerpen führt. Eine Hostie wird auf der Überfahrt zur Nahrung von Schwan und Lohengrin. In Antwerpen wird Lohengrin feierlich empfangen.

Bei der Reichsversammlung in Mainz entscheidet sich Telramunds Klage gegen Elas von Brabant. König Heinrich ruft das Gottesgericht an. Lohengrin besiegt im Zweikampf seinen Gegner Telramund, dem er das Haupt abschlägt. Elsa muss ihm das Versprechen geben, dass sie niemals nach seinem Namen und seiner Herkunft nachforschen wird. Sodann wird in Antwerpen Hochzeit zwischen Lohengrin und Elsa von Brabant gefeiert. Zwei Jungen gehen aus der Ehe hervor. Sie verleben eine glückliche Zeit, doch Lohengrin zieht mit dem König gegen die Sarazenen und gegen Ungarn in den Krieg.

In Lohengrins Abwesenheit säht eine Ritterfrau bei Elsa Zweifel über Lohengrin, sodass in ihr die Neugier nach seiner Herkunft erwacht. Lohengrin konnte die Frage nach seiner Herkunft zwei Mal abwehren. Doch beim dritten Mal nennt er seinen Namen und berichtet dem versammelten Hof von seiner Sendung durch den heiligen Gral.

Lohengrin muss dahin zurückkehren, woher er gekommen ist. Zurück an Artus’ Tafelrunde in der Gralsburg. Kein Klagen und kein Bitten helfen. Lohengrin verabschiedet sich von seiner Familie. Der Schwan erscheint mit dem Einbaum und Lohengrin begibt sich auf die Reise zurück. Seinen Sohn ernennt er noch zum Herzog von Brabant. Elsa bricht in ihrer Klage zusammen und sinkt in die Arme ihres Sohnes Gottfried, der neue brabantische Herzog.



Samstag, 20. Januar 2018


200 - Römischer Legionär




Konkretes über Römer im Rheingau ist leider sehr wenig bekannt. Wir wissen zwar von Stromübergängen um die Zeitenwende, aber von Bedeutung ist erst der Feldzug Domitians 83 n.Chr., der mit dem folgenden Bau des Limes zur Einverleibung rechten Rheinufers in das römische Reich führte. Aber hinter den Türmen und Kastellen entwickelte sich das Dekumatland genannte Gebiet wenig und bleib dünnbesiedelt. Alleine unter militärischen Gesichtspunkten wurden Straßen ausgebaut. Nur einige wenige Höfe sind nachgewiesen, vermutlich gehörten sie Veteranen der Armee. Man kennt solche aus Niederwalluf, Martinsthal, Eltville, Kiedrich und Winkel. Funde von Dachziegeln, Tonscherben und einer Riemenschließ auf dem Gelände der Sektkellerei Matheus Müller legen das nahe. Auch einige Gräber fand man in Hallgarten, bei Geisenheim, in Rüdesheim und Lorch.

Unser Legionär der Legio XXII Primigenia, die ab dem 1 Jahrhundert in Mainz lag, tträgt einen verzinnten Bronzehelm, ergänzt mit Wangenklappen. Zum Körperschutz dient ein Schienenpanzer, ein komplexes System in einander geschobener eiserner Panzerschienen und –platten, die mit Riemen, Schnallen und Scharnieren beweglich mit einander verbunden waren. Der Schildkörper des halbrunden Scutum war aus drei Lagen verleimten Birkenholz in einer Art Sperrholz mehrschichtig 6-9cm dick aufgebaut. Seine Oberfläche war mit Schaffilz beidseitig bezogen. Die Art der Verzierungen zeigte nach Tacitus die Legionszugehörigkeit. Des Weiteren schützen ihn Beinschienen.

Als aktive Waffe führt der Soldat ein Zungenpilum, das er dem Feind entgegenschleuderte. Im Nahkampf kam das Schwert zum Einsatz oder auch noch der kurze Dolch.

Die klassische Militärsandale, wie man sie auch in Mainz gefunden hat, besteht aus drei Lappen, die mit der Sohle aus einem Stück geschnitten wurden, Riemen und Schnallen halten sie zusammen. Die eingeklebte Brandsohle und die mit 80-90 Eisennägeln benagelte Laufsohle verhalfen der Sandale immerhin zu einer Laufleistung von 500-1000km. 

Mogontiacum (auch Moguntiacum) ist der lateinische Name der heutigen Stadt Mainz, den diese während ihrer fast 500-jährigen Zugehörigkeit zum Römischen Reich trug. Seinen Ursprung hatte Mogontiacum in dem 13/12 v. Chr. von Drusus erbauten Legionslager und gehörte bis es 470 dem fränkischen Reich einverleibt wurde zum römischen Reich.  Insgesamt waren 9 verschiedene Legionen (je ca. 5.000 Mann) dort stationiert, zeitweise sogar 4 gleichzeitig. 

Sonntag, 7. Januar 2018


1520 - Das „Gasthaus zum dreyn Creutzenn“

Eltville war schon immer ein feierlustiger und gastfreundlicher Ort. In Urkunden kann man mehrmals von Ermahnungen, in denen „… unziemlicher, prächtiger und ungebührlicher Weingang“  fortan verboten war. Anfang des 16. Jahrhunderts gab es schon mehrere Gasthäuser, deren Standorte aber heute nicht mehr bekannt sind.

Als erstes wird konkret 1545 im Rechnungsbuch des Klosters Gronau das „Gasthaus zum dreyn Creutzenn“ erwähnt, dass sich östlich neben der Kirche an der Ellenbogengasse befand. Es musste 1888 dem östlichen Erweiterungsbaus des Hauses Rose weichen.

Ein damaliges Gasthaus ist am ehesten mit den Wanderhütten der Alpen zu vergleichen:  Aus einer einfachen Küche wurden Speisen und Getränke dargeboten, aber auch oftmals musste man sich die Verpflegung zur Eigenzubereitung mitbringen. Ein Abort war meist im Stall und als Waschgelegenheit diente der Brunnen auf dem Hof. Im Schlafraum schlief man zu mehreren in den wenigen Betten und wärmte sich gegenseitig. Oft diente auch einfach der Gastraum als Schlafraum und man legte Strohsäcke aus. Neben der Wärme des Nachbarn sollten Decken und  Felle einen vor der Kühle der Nacht schützen. Wer früh hinaus musste, tat gut daran sich abends nahe der Tür zu platzieren, um nicht schlaftrunken die Mitgäste zu sehr zu stören.













Sonntag, 26. November 2017


150 n. C. - Römische Taverne



Einige meinen wegen eines gefundenen römischen Messers, die Römer hätten den Weinbau in den Rheingau gebracht und nicht erst Karl der Große. Auch soll es in Eltville auf dem heutigen Gelände von M&M eine römische Villa gegeben haben, die  vielleicht den Namen Alta Villa begründete. Außerdem zogen die Römer von Mainz aus an den Limes in die Kastelle Kemel, Dörstenberg und Holzhausen. 








Warum soll denn unter diesen Umständen nicht auch in Eltville eine Taverne gestanden habe, in der sich die Legionäre erholten? Der Wein musste doch verbraucht werden und der Weg nach Holzhausen war noch lang. Da sollte man noch einmal den Abend beim Würfelspiel mit etwas Wein und den entsprechenden Geschichten genießen.



Die schönen Figuren stammen von Scholtz aus Berlin.



Montag, 2. Oktober 2017




1190 -Kreuzzug und höfisches Leben

 

Engelhard von Brömser folgte dem Aufruf zum dritten Kreuzzug (1189-1192), währenddessen er in maurische Gefangenschaft geriet und  nach Nordafrika verschleppt wurde. In seiner Verzweiflung gelobte er, bei seiner Rückkehr eine Kirche in seiner Heimatstadt Rüdesheim zu bauen und der Pfarrei Weinberge zu stiften. Als er schließlich nach mehrjähriger Gefangenschaft frei kam, weil sich wundersamer Weise eine Feile fand, die Ketten zu lösen, erfüllte er sein Gelübte und so gibt es heute das Bischöfliche Weingut Rüdesheim  (vielleicht hat er es auch nur vergrößert) und die Kapelle St. Jakobus.

Wie sehen wie hier im Vordergrund das fröhliche höfische Leben in Rüdesheim , während der Brömser im Heiligen Land schließlich in den Kämpfen unterliegt. Wir erkennen ihn an seinem schwarzen Schild mit den silbernen Linien unter einem silbernen Schildhaupt. 

Ohne Mail und Handy bekam man lange Monate bis gar keine Nachrichten von den Liebsten  – so lief das Leben in recht gegensätzlichen Bahnen.

Sonntag, 17. September 2017






1846 - Hallgartener Kreis


"Die persönliche Freiheit ist das kostbarste Gut des Bürgers", erklärte einst Johann Adam von Itzstein (* 28. September 1775 in Mainz; † 14. September 1855 in Hallgarten).  Hallgarten war ein Hort liberaler Politik in der Vorzeit der 48er Revolutionen.

Der liberale Politiker von Itzstein hatte sich schon als Oppositionsführer der zweiten Kammer des Großherzogtums Baden (seit 1822 deren Mitglied) einen Ruf erworben, bevor er einer der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung von 1848-49 wurde. Auf seinem Weingut trafen sich von 1839 bis 1847 jährlich liberale Persönlichkeiten des Bildungsbürgertums wie der Publizist Robert Blum, der Arzt Dr. Johann Jacoby, die Juristen Friedrich Hecker und Heinrich von Gagern, der Verleger Friedrich Daniel Bassermann, der Dichter des Deutschlandliedes Hoffmann von Fallersleben sowie die Schriftsteller Ferdinand Freiligrath und Rudolf von Gottschall und August Hergenhahn, der führende Kopf der nassauischen Liberalen, der 1848 ,,März-Minister'' wurde. Der Hallgartener Kreis gilt als eine der Keimzellen der Nationalversammlung. In fröhlicher bis weinseliger Runde diskutierte man über viele Aspekte der Demokratie, die damals als revolutionär galten und uns heute selbstverständlich sind. Itzstein trat insbesondere für die Pressefreiheit, die Ausweitung der parlamentarischen Rechte und die effiziente Kontrolle des Budgets ein. Auf Grund seiner politischen Tätigkeiten wurde er als Beamter (Hofgerichtsrat in Mannheim) strafversetzt und pensioniert.

Die Obrigkeit verfolgte mit unbarmherziger Härte jene, die sich politisch betätigten, ihre Meinung frei äußerten. Viele der Freiheitskämpfer flohen deshalb. Von Itzstein floh in die Schweiz, später dann bis 1850 nach Straßburg und ins Elsass. Ausgeschlossen aus dem badischen Landtag und seiner Bürgerrechte enthoben, kehrte von Itzstein als körperlich und seelisch gebrochener Mann 75jährig in den Rheingau zurück und starb im Alter von 79 Jahren am 14. September 1855 in Hallgarten, wo er auch begraben wurde.

Die Figuren stammen zum größten Teil aus Serien von Grünewald. Den Raum habe ich etwas höher ausgeführt, weil man sonst kaum die Figuren sieht.

Samstag, 5. August 2017



1525 - Der Rheingauer Bauernkrieg




Im Winter 1524/25 braute sich eine Erhebung der Bauern in vielen deutschen Landen zusammen, weil diese, teilweise auch durch Prediger angestachelt, sich gegen die Steuern, Dienste, mangelnde Eigenwirtschaft und vielerlei Abgaben, nicht nur den Zehnten,  derart dranglasiert fühlten,  dass sie forderten,  die Güter der Geistlichkeit und des Adels sollten ebenso die Abgaben und Dienste mit leisten. Auch suchte man mehr Selbstverwaltung. Der Bauernkrieg brach Anfang Februar 1525 in den süddeutschen Gebieten an der Grenz zur Schweiz aus. Ende Februar entstanden die 12 Artikel von Memmingen, die Forderungen manifestierten und in ähnlicher Weise dann in anderen Gebieten die Basis des Aufstandes wurden.  Luthers Bibel wurde im sozialen Sinne ausgelegt, wogegen er sich mehrfach wandt, damit eine Waffe des Aufstandes.

Mehrere Darstellungen des Aufstandes boten sich an:

1.       Verhandlungen auf der Wacholderwiese

2.       Plünderung des Klosters Eberbach,

3.       Leeren großen Fasses . 

4.       Intensive Feier des Erfolges auf der Wiese vor dem Kloster Eberbach

5.       Hinrichtung der Rädelsführer

Die wunderbaren Figuren stammen zu einem großen Teil aus der Hand von Franz Karl Mohr, der besonders lebendige Figuren schuf.  Figuren vieler anderer Hersteller ergänzen die Darstellung, wie Grünewald, Scholtz. Leider weiß ich gar nicht alle



Zu 1.: Verhandlungen auf der Wacholderwiese

Im Rheingau soll der Aufstand der Bauern am 23. April, Georgstag, dem 1. Sonntag nach Ostern, in Eltville als dem Verwaltungszentrum mit Sitz des Vitztum begonnen haben, als die Bürger wie alljährlich ihre „Harnische wiesen“. An die 200 Personen sollen geschworen haben, dem Rat Beschwerdeartikel zu überreichen. Der Aufstand griff um sich und man traf sich auf dem Wachholder unterhalb des Eichberges -damals eine mit Wacholderbüschen bewachsene Fläche. Hier verhandelten Rheingauer Adlige, Bürger und Bauern mit der Obrigkeit, dem Domkapitel und auch Heinrich Brömser von Rüdesheim. Zum Sprecher der Aufständischen wählte man Friedrich Greiffenclau von Vollrads, ein Bruder des Erzbischofs von Trier. Man errichtete ein Lager mit Wehren, Geschützen und einer Schanze. Der Statthalter des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg, Bischof Wilhelm von Straßburg, und das Mainzer Domkapitel  bewilligten die 31 Artikel (es ging um Steuern, Zinsen, Zölle, Abgaben und rechtliche Fragen)  schließlich am 19. Mai.

Wir sehen in der Mitte das Verhandlungszelt mit dem Mainzer-Wappen. Davor stehen die Verhandlungsführer beider Parteien im repräsentativen Aufzug. Auf der linken Seite lagern einige Aufständische und von rechts ziehen ein paar Landsknechte hinzu, andere lagern schon vorne und bestaunen die Muskete.  




 

 
 

 











Zu 2.: Plünderung des Klosters


Am Anfang stand dabei die Forderung nach Wahl eines Predigers, der die lautere evangelische Wahrheit sage. Neben Steuer und Abgabefragen wollte man auch die Klöster aussterben lassen. Nach den erfolgreichen Verhandlungen zogen die Mehrzahl der Bauern in die Orte zurück nach Hause. Allerdings nicht ohne im Hochgefühl des Sieges über den Landesherren gleich den Erfolg der  Verhandlungen in die Tat umsetzen und das Kloster im vereinbarten Sinne von seinen „Lasten befreien“; sie verzehrten alles an Vorräten, was man erlangen konnte.

Hier sehen wir sie in der Basilika im Rausch des Erfolges und des Weines vandalieren. Wobei ich aber auf Grund des vorhandenen Figurenschatzes von Franz Karl Mohr wahrscheinlich ein wenig überzeichnet habe, denn ob es dabei nur zu „Mundraub“ oder auch wirklich Gewaltakten kam, ist nicht genau belegt. Auch musste ich die schönen Säulenfiguren zum Einsatz bringen.









 





Zu 3.: Leerung des großen Fasses





Das Kloster besaß ein großes Fass, das zu damaliger Zeit mit 42.000 Litern wohl eines der größten war. Es war eine Nachbildung eines solchen in Clairvaux. Eine solche Menge Wein musste natürlich locken und so machte man sich darüber her. Die Mönche scheinen noch beschwichtigen zu wollen. Auch tobt man seinen Übermut an einigen der kleineren Fässer aus und  macht sich über die Mönche lustig.   

  
















Zu 4.: Feiern des Erfolges vor dem Koster


Mit so vielen Vorräten aus dem Kloster feiert man erst einmal intensiv den Erfolg auf der Wiese vor dem Kisselbachtal. Es wird fröhlich mit den geholten Weinvorräten gezecht und auch ansonsten prüfte man genau, ob die Ansicht des üppigen Klosterlebens stimmte. Man erkennt, dass der eine oder andere schon etwas zu viel getrunken hat.

















Zu 5.: Hinrichtung der Anführer 




Aber schon bald schlugen die Herrschenden zurück. Der Schwäbische Bund unter Führung des evangelischen Landgrafen von Hessen und des katholischen bayerischen Herzogs machte es sich zur Aufgabe, den Aufstand niederzuschlagen. Als dies im Süden gelang, forderte man auch die Rheingauer auf, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Die Durchführung obließ man dem Hauptmann und Mainzer Hofmeister Frowin von Hütten. Am 27. Juni 1525 wurde ein Unterwerfungsvertrag mit 17 Artikeln abgeschlossen, die 3.018 Herdstätten des Rheingaus verpflichteten sich zu 15.000 Gulden Kriegskosten und zur völligen Entwaffnung. Am 12. Juli nahm von Hütten mit 300 Reisigen die Unterwerfung auf einem Feld zwischen Eltville und Steinheim entgegen. Neun Rädelsführer wurden zwei Tage drauf auf der Hinrichtungsstätte ostwärts von Eltville enthauptet, unter ihnen auch der Graf Greiffenclau. 

An der Niederwerfung und der Bestrafung wirkte auch Heinrich Brömser von Rüdesheim mit, der in der Schlacht von Pfeddersheim selbst ein Aufgebot gegen die Bauern führte. Er sollte auch die Enteignung der Familien der enthaupteten Anführer durchführen. Setzte sich aber schließlich auch wieder dafür ein, dass ausgewiesene Teilnehmer des Aufstandes 1526 wieder zurückkehren dürfen.


Dennoch ging nicht alles aus dem Aufstand verloren, in der neun Landesordnung von 1527 findet sich schon manche Neuerung, die Regierenden beginnen sich fürsorglicher zu verhalten.  Freiheit und Demokratie werden aber erst mit der französischen Revolution wieder den Rheingau erreichen.