Zwerg, Schnecke und Fee
Aus einer Grabbelkiste des Goslarer Zinnfigurenmuseums
fanden die drei Figuren den Weg in meinen Garten und passen nun auf meine Rosen auf. Leider ist mi der Hersteller nicht bekannt.
Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.

Während seiner Badekur in Wiesbaden besuchte Goethe am 15.
August mit dem Komponisten und Direktor der Singakademie, Friedrich Zelter, und
dem nassauischen Oberbergrat Dr. Wilhelm Cramer den Rheingau, um in Rüdesheim
Quartier zu machen. Auf dem Weg über Schiersten und Walluf macht er auch in
Eltville Station. Immerhin beschreibt er „… schöne Kinder, und erwachsen
wohlgebildete Menschen…“.
Im
Vordergrund fließt der von der Kiedricher Klostermühle kommende Mühlbach. Die Stadt-mauer unterquerend trieb er die Mühle am Kiliansring an, dann eine
Ölmühle in der Mühlgasse, eine weitere, 1888 abgebrannte, Mühle an der
Stelle des heutigen Parkplatzes und eine Lohmühle an dem folgenden Eckhaus der
Leergasse. Die Lohmühle versorgte die Gerbe mit der Lohrinde für ihre Arbeit.
Die
rohen Tierhäute legte man erst in Kalk und Pottasche längere Zeit ein, ließ sie
dann bis zu 5 Jahre in der Löhbrühe und befreite sie in der Gerbergrube erst
einmal grob von den Haut-, Fleisch- und Fettresten, um sie schließlich mit dem
Gerbermesser über einem Holzbalken sauber zu schaben. Mehrfach wurden die Häute
gereinigt, dazu die Bachnähe am Abfluss aus der Stadt, dann schließlich
getrocknet und als wertvoller Rohstoff
für Schuhe, Kleidung oder Sättel und Riemen verkauft. Wegen der vielen
Krankheiten (oftmals Milzbrand) und Todesfälle durch die verwendeten, gesundheitsschädlichen
Stoffe galt das Handwerk als „unehrlicher“ Beruf.