Früher, als es noch Schnee gab...
Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
Donnerstag, 24. Dezember 2020
1308 - Heinrich (VII) von Staufen (1211-1242)
Hier wird immer die VII in Klammern gesetzt, weil Heinrich sein Königtum nicht selbständig ausübte, so wird er nur eingeschränkt als Herrscher gezählt. Man darf ihn nicht mit dem späteren Kaiser Heinrich VII von Luxemburg verwechseln.
Mit der
Auflehnung gegen seinen Vater Friedrich II nahm sein Leben einen unglücklichen
Verlauf, dennoch sehen viele in seiner Regierungszeit eine Menge Erfolge, Landesherrschaft
und Hausmacht wurden vor allem durch die Gründung und den Ausbau von Städten
gestärkt. Er soll lebensfroh und kunstsinnig gewesen sein.
Nach der
1235 erlitten militärischen Niederlage unterwarf sich der Sohn dem Vater, wurde
entthront und gefangengenommen. 1242 verstarb er, vermutlich stürzte er sich
selbst in den Abgrund, als er auf dem Weg zu einem anderen Gefängnis war.
Heinrich
verwendete erstmals die drei Löwen als Siegelwappen, die heute noch die
Wappentiere Baden-Württembergs repräsentieren
1690 – Ratssitzung
Der
dreißigjährige Krieg hatte das Land verwüstet und dann war 1666 auch noch eine
Pestwelle, die 1671 die Zahl der Herdstellen auf 134 Stück mit 572 Einwohnern reduziert.
Als sich
der Rheingau wieder etwas erholt hatte, 1687 waren es immerhin schon wieder 159
Herdstellen, bedrückte der Pfälzische Erbfolgekrieg 1688-97 die Bevölkerung erneut.
Man musste Mainz für die siegreichen Franzosen stärker befestigen, die Pässe
des Gebücks bewachen und für die französischen Truppen Fourage liefern.
Hier sehen
wir wie der Rat versucht, die Kontribution und Requisition mit den Franzosen
herunter zu handeln. In Summe brachte der Rheingau ohne Plünderung und
Zerstörung gerechnet 273000 Gulden auf.
Mit der neuen Landesordnung bestimmte der Erzbischofs Albrecht von Brandenburg 1527, dass der Rat der Stadt nur noch aus vier Personen bestehe und auch nicht mehr jedes Jahr neu gewählt werde, sondern bei Tod eines Mitglieds bestimmte der Vicedom einen von drei ihm vorgeschlagenen Personen.
Die Figuren sind ein Teil der Gruppe Weiber von Schondorf, die einst Retter herausbrachte. Man kann sie heute bei Wilfried Dangelmaier erwerben.
Samstag, 19. Dezember 2020
1770 – Abreise der Gäste am Eltzer Hof
Das westliche Gebäude, vor dem die Gäste stehen, wurde von 1577-80 vom Vizedomus Georg von Bicken direkt an der Stadtmauer am Martinstor errichtet. Die erworbenen Gebäude, auf die er baute, waren Teile der Stadtmauer. Nach seinem Tode 1608 heiratete seine Witwe aus zweiter Ehe den kurmainzischen Rat und Obristleutnant Johan Henrich Herrn zu Eltz, der ihn nach längeren Erbauseinandersetzungen und Übernahme von Schuldverschreibungen schließlich1629 in Besitz nahm. Er erweiterte das Anwesen um den östlichen Bau. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten ihn 1631-1635 die Schweden. Zwischenzeitlich gehörte das Anwesen den Freiherren von Ritter zu Groenensteyn, bevor es 1744 wieder in den Besitz der Familie Eltz kam. Man überarbeitet das östliche Gebäude im barocken Stil. 1753 bezog man den Martinsturm dann in das Anwesen mit ein. Zu dem Ensemble gehören auch das Kellereigebäude aus dem 17. Jahrhundert, zwei Mainzer Stiftsgebäude von 1718/19, ein kleines Wohnhaus von 1660 sowie weitere Wirtschaftsgebäude, ein Garten und ein weitläufiges historisches Kellersystem. Mit diesen Gebäuden ist der Hof der größte in Eltville und auch ein typisches Beispiel eines innerörtlichen Adelshofes mit angeschlossener Landwirtschaft.
Die Gäste
des Grafen Anselm Kasimir von Eltz, er war auch Vizedomus des Rheingaus, reisen
ab, ob sie sich noch ein wenig des guten Weines mitgenommen haben? Er setzte
übrigens das Denkmal des Nepomuk, den Fürbitter in Wassernot, als Schutzpatron
seines Hauses am Rheinufer.
Die
Figuren stammen im Wesentlichen von Rudolf Grünewald und wurden von seinem Sohn
graviert.
Dienstag, 20. Oktober 2020
1327
- Der Name der Rose
Dieser Film wird ewig mit dem Kloster Eberbach verbunden bleiben. 1986 verfilmte der Regisseur Jean-Jacques Annaud das Buch des italienischen Wissenschaftlers und Schriftstellers Umberto Eco, das ein Welterfolg war. Alle Innenaufnahmen des Filmes entstanden in monatelanger Arbeit im Rheingau. Viele Szenen wurden in der Fraternei, dem Laiendormitorium und der Basilika gedreht. Die Außenaufnahmen erfolgten mit einem Kloster in einer einsamen italienischen Bergregion, aber es geht auch am Ende in Flammen auf.
Der
Schauspieler Sean Connery stellt den Hauptakteur des Filmes dar. Der
Franziskanermönch William von Baskerville besucht mit seinem jungen Gehilfen,
dem Novizen Adson von Melk, eine Benediktinerabtei im ligurischen Apennin, um
an theologischen Diskussionen teilzunehmen, in der es am Ende Machtpositionen
der Kirche, der Mönchsorden und des Kaisers geht.
Connery
soll sich während seines Aufenthaltes sehr bemüht haben, auch die Weinbestände
zu reduzieren. Im Kloster entstanden eine Reihe von Schäden, indem man Nägel in
Wände schlug oder dergleichen.
Die
wunderschöne Figur schuf der spanische Hersteller Andrea Miniatures.
1985
– Schützenpanzer Marder
Im Gefecht der verbundenen Waffen müssen Grenadiere die Panzerverbände immer mit ebenso hoher Mobilität und unter Panzerschutz begleiten können, denn sonst wären diese schutzlos. Deshalb wurde der Schützenpanzer Marder entwickelt.
Mit der Entwicklung wurde 1959 (!) begonnen, bis 1967 wurden vier Generationen von Prototypen gebaut, im Mai 1971 erfolgte dann die erste von insgesamt 2136 Auslieferungen durch Rheinstahl AG und Maschinenbau Kiel (MaK) an die Truppe. Über die lange Nutzungsdauer hat man ihn schrittweise in Kampfwertsteigerungen jeweils den neuen Anforderungen bis zur Ausführung 1A5 angepasst. Aber seit 2015 wird er durch den Schützenpanzer PUMA ersetzt. Außerdem wird auch noch seit 2011 das Radfahrzeug Boxer eingeführt
Der Panzer hatte dann als Besatzung neben dem Fahrer 2 Mann im 20mm-Turm und 7 Mann Absitzstärke. Das Fahrzeug hatte in den ersten Auslieferungsstufen noch ein Heck-MG. Das Gewicht betrug 20to. In den Jahren 1977-79 wurde die Panzerabwehrwaffe MILAN aufgerüstet, die auch abgesessen geführt wurde. Ein Grenadier musste den vier Lenkflugkörpern Platz machen, also reduzierte sich die Gruppenstärke auf 6 Mann. Geräumig war es nie im hinteren Kampfraum. Mit dem Lafettenturm war das Fahrzeug unangenehm hoch, die Optik lag ca. 0,5m tiefer.
Es gab sogar Exporte nach Chile, Indonesien und Jordanien.
Diese Figur schuf Rudolf Grünwald, wie so oft gravierte sie sein Sohn Rolf. Ich malte diese Figur für einen Mitarbeiter an, der Panzergrenadier war.
Sonntag, 11. Oktober 2020
1840 - Das Gasthaus zur Glocke
Das älteste heute noch in Eltville in der Marktstraße betriebe Gasthaus ist das „Gasthaus zur Glocke“. Es wird 1635 erstmals in einem Ratsprotokoll erwähnt. Diese bezieht sich auf eine Strafzahlung von 5 Gulden, weil man Wein aus Lorch verzapft hat, also nicht die Regel des Weines aus eigenen Anbaugebieten beachtet hatte. Das Gasthaus wird dann später noch häufiger erwähnt. Noch älter waren nur das „Gasthaus zun dreyn Creutzenn“ und das „Haus zur untersten Laube“ oder zur Krone (hier wechselt der Name). Das ein Haus stand quasi, wo 1888 der Anbau an das Haus Rose erfolgte und das zweite wo heute das Eltz‘sche Herrenhaus steht. Das Haus wird heute als Cafè betrieben.
Wir sehen spät abends die Gäste sich von dem Wirt und seinen Angestellten sich verabschieden. Mancher hat schon etwas mehr getrunken. Links stehen ein paar am Fass und diskutieren, der Nachtwächter deutet mit dem Licht an, dass es Zeit wird. Rechts schaut ein paar noch verträumt. Die Lampe wird auch verlöscht. Der Küchenjunge hat wohl ein paar Würste mitnehmen wollen, aber der Hund hat sie auch entdeckt. Der Hahn scheint sich durch den Krach gestört.
In früheren Zeiten waren noch keine Rosen an der Hausfront
gepflanzt und es waren noch Fensterläden angesetzt. Den Schriftzug, wie er auf
einem alten Bild sehen kann, habe ich weggelassen, weil ich Sorge hatte, ihn
nicht schön genug schreiben zu können. Auch habe ich angenommen, dass das Haus
im Biedermeier noch nicht wieder so schön renoviert worden wäre wie heute.
2008 – Amercian Football
Im Juni 2004 entwickelte der Sportlehrer Jens Ruffert,
der selbst in Hamburg an der Uni Football gespielt hatte, die Idee, eine
American Football AG an einer Schule zu etablieren. Schon im Dezember 2005
fuhren 35 Schüler des Theodor-Fliedner-Gymnasium (TFG) in
Düsseldorf-Kaisersweth nach Roemund, um sich ihre Ausrüstung zu kaufen und
starteten nach den erforderlichen ärztlichen Untersuchungen mit dem Training.
Im Mai finden unter dem Teamnamen TFG Typhoons auf dem Erweiterungsgelände der
LTU Arena (heutige ESPRIT Arena) die ersten Tests gegen die Düsseldorf Panther
Rookies statt.
Auch andere Kreise der Schule waren beteiligt, ein
Kunstkurs entwickelt Logo-Vorschläge und die Spieler richteten die
Internetpräsenz ein. Am Ende eines Jahres des mehr experimentellen
Spielbetriebs, bekam Ende 2006 man als erste deutsche Schulmannschaft die
Berechtigung, im Tackle-Football am regulären Ligaspielbetrieb des AFV/NRW
teilzunehmen. Am 06. Mai 2007 ging man im ersten Spiel in der Jugendaufbauliga
(JAL) bei Remscheid Amboss mit 09:32 ziemlich unter. Running Back Artem
Shevchuk erzielt aber den ersten Touchdown. Aber schon zwei Wochen später
gelang der erste Sieg über die Aachen Vampires. Die erste Saison endete mit
einem ausgeglichenen Punkte Konto auf Platz drei.
2008 berechtiget der erste Platz in der
Jugendaufbauliga Gruppe Mitte zur Teilnahme an den play-offs. Man gewann als
Schulmannschaft (!!) 2008 den GEBAB-Cup und die NRW-Meisterschaft der
Jugendaufbauligen 2008 und stieg so in die Verbandsliga auf
2009 ging die Reise weiter: Im Juni beendete man die
zweite „Perfect Saison“ (= alle Spiele gewonnen) als NRW-Meister der
Verbandsliga und stieg in die Oberliga auf.
Auch 2010 war man nicht zu stoppen und sicherte sich
erneut durch die Meisterschaft den Aufstieg in die Regionalliga des AFCV/NRW.
Unglaublicher Weise gelang in 2011 erneut die Meisterschaft
(die vierte in Folge!) und man durfte nun in der German Football League Juniors
(GFLJ), der Elite-Liga, antreten.
2012 ging man aber auf dem Niveau doch ziemlich unter
und kehrte in die Regionalliga zurück. Es wurden jetzt auch weitere Teams in
den Altersstufen gebildet, der Spielbetrieb wurde breiter und mit
unterschiedlichem Erfolg war und ist man weiter unterwegs.
Aber alles dieses ginge nicht ohne hoch engagierte Lehrer, Eltern und auch Sponsoren. Allein das Transportproblem ist schon eine erhebliche Hürde.
Die Szene ist nach empfunden dem Spiel gegen die
Düsseldorf Bulldozer am 01. Juni 2008 in der kleinen Kampfbahn der LTU Arena,
das mit 44:8 gewonnen wurde. Der Wide Receiver Juan Alexander Berthold (21)
wird von der Defense niedergerungen, sein Freund Quarterback Robby (Robert
Zantow, 10) versucht ihm zu helfen. Als zuschauender Vater holt man manchmal
schon tief Luft, wenn sich die Brocken der Defence auf den Sohn werfen.
Die 45mm-Figur stammt von Jörg Scheibe aus Magdeburg. Daniel Lepeltier setzte die Zeichnung von Rainer Tschörpe in Schiefer um.
1300 – Mönchsausbildung
Dann wird
der Novize eingekleidet, allgemein üblich war dafür der der 125. August eines
Jahres, Marie Himmelfahrt. Danach wird er in einem feierlichen Akt im
Kapitelsaal unter Anwesenheit des gesamten Konvents (das waren in Kloster
Eberbach bis zu 70 Mönche) aufgenommen. Hierbei wird im vom Abte ein neuer Name
zugeteilt. In dem ersten Jahr des Kennenlernen kann der Novize ohne Nachteil
auch wieder aus der Gemeinschaft ausscheiden.
Dies geschah wohl recht selten, denn man war von der Familie für dieses
Leben bestimmt und versprach sich ja auch selbst davon göttliches Wohlwollen.
Ein
Novizenmeister betreut nun die Novizen und unterrichtet sie in allen Aspekten
des Klosterlebens, den Ordensregeln und Glaubensthemen. Nach dieser Zeit der
Ausbildung erfolgt die Aufnahme in den Orden. Als deren Zeichen
vervollständigen sie die Ordenstracht mit dem schwarzen Skapulier (Schürze) und
dem schwarzen Zingulum (Gürtel). Aber auch nach dieser Grundausbildung wird der
junge Mönch weiter geschult. Hier sehen wir den erfahren Mönch die jungen in
Bibeltexten unterweisend.
Heutzutage
erfolgt dann eine dreijährige Ausbildung in Theologie oder eine berufliche
Ausbildung und dann wird erst das ewige Gelübde abgelegt.

















