1631 - Bernhard von Weimar vor Martinsthal
Den schon lange in Deutschland tobenden Glaubenskrieg hatte der Rheingau bisher gut überstanden. Aber am 01. Dezember 1631 führten die Schweden unter der Führung von Bernhard von Weimar (* 16. August 1604 in Weimar; † 18. Juli 1639) gegen Walluf einen Scheinangriff, der die rheingauer Abwehrkräfte band, um dann im 3,5km nördlich gelegenen Neudorf (heute Martinsthal) anzugreifen und erfolgreich in das s. g. Gebück einzudringen (siehe Diorama im Blog „Rheingauer Geschichte in Zinn“ im Juli 2019). Hier sehen wir den Feldherren mit einigen Begleitern wie er Meldung erhält über den Einsatz der Artillerie. Rechts steht seine Bedeckung mit einigen Musketieren und einem Trommler. Der erfolgreiche Beschuss des Bollwerkes Molkenborn am östlichen Ortsrand machte das Eindringen erst möglich. Der milde Winter erlaubte auch das Manövrieren des Heeres auf gut gangbaren Flächen. Die Soldaten sind noch nicht sehr gegen Kälte geschützt. Alle Figuren, auch Bäume und Zubehör, stammen aus dem Hause KILIA und wurden bewusst zu der 100 Jahr-Ausstellung im Jahre 2024 auf der Plassenburg so zusammengestellt. Die Figur des Bernhard von Weimar ist eine Neuerscheinung und die beiden Figuren des Schweden Musketier-Offiziers zu Pferde im Sturm bzw. zu Pferde im Halt sind nach Vorlagen und Mustern wieder erstellte Formen, denn die Originalform war verloren gegangen. Als Vorlage für die Uniformen wurde das Buch „Die Armee Gustav Adolfs“ von Richard Brzezinski/ Richard Horn verwendet.Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
Sonntag, 12. November 2023
Montag, 30. Oktober 2023
1631 - Bernhard von Weimar
(* 16. August 1604 in Weimar;
† 18. Juli 1639)
Bernhard von Weimar wurde als 11.Kind des Herzogs Johann III von Sachsen-Weimar und seiner Ehefrau Dorothea Maria von Anhalt. Da er die Eltern früh verlor, erzog ihn der Hauslehrer Friedrich Hortleder. Nach kurzer Zeit an der Universität in Jena verweilte er dann bei seines Verwandten, dem Herzogs Johann Casimir von Sachsen-Coburg.
Seine kriegerische Laufbahn begann er nach Ausbruch des böhmischen Krieges unter Ernst von Mansfeld, mit dem er an mehreren Gefechten teilnahm. Er wechselte 1625 als Oberst zu Christian IV. von Dänemark und nahm dann am Krieg in Holland teil. Als einer der ersten deutschen Fürsten unterstützte er 1630 Gustav Adolf von Schweden. Nach den ersten Auszeichnungen bei Werben wurde er zum Oberst seines Leibregimentes zu Pferde ernannt. So kam er dann im auch in den Rheingau, um bei Martinsthal das Gebück im Dezember 1631 zu durchbrechen. In der Schlacht bei Lützen übernahm er nach dem Tode des Königs den Oberbefehl über die schwedische Armee und vertrieb in den folgenden Monaten die Kaiserlichen aus Sachsen. Es schlossen sich noch einige siegreiche Schlachten an, bis es in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 zu einer katastrophalen Niederlage kam. Bernhard stellte dann in mühseliger Arbeit aus den Resten wieder eine Armee auf – man nannte sie „Die Weimaraner“. Dieses allerdings sehr schlagkräftige Heer wurde nun von Frankreich finanziell unterstützt, weswegen er dann 1635 auch in deren Dienste trat und bis zu seinem Tode zahlreiche erfolgreiche Schlachten führte.
Mit der Eroberung des Rheingaus waren leider Bernhards Offiziere die ersten, die sich aus dem Bücherbestand der Eberbacher Bibliothek bedienten.
Die schöne Figur stammt von KILIA Zinnfiguren.
"Blut ist ein ganz besonderer Saft"
Szene aus Blutpakt aus „Faust. Der Tragödie erste Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe
Diese Vitrinenfigur aus Zinn in der Größe 95mm stammt aus der Offizin Bellazinnfigur. Da Dieter Beller sich dem großen Thema Faust widmet, so bot sich diese Szene für eine Figur an, um des 250. Jahrestag dieses Epos zu gedenken.
Hier drängte es sich geradezu auf, mit KILIA Zinnfiguren aus
Weimar und dem Erlebnismuseum Weimar Haus zusammenzuarbeiten und ein einer sehr
würdigen Veranstaltung dieses Schmuckstück am 26.09.2023 in dem Museum
zu präsentieren.
Die wunderschöne Gravur von Werner Otto nacheiner Zeichnung von Sacha Lunyakov lädt zu einem schönen Farbenspeil ein. Nur wird Mephisto meist in Rot-Tönen gezeigt.
Dienstag, 17. Oktober 2023
1850 - Schieferbergbau im Taunus
Der Bedarf ging zurück und ausländische Gruben waren preiswerter zu betreiben. Überall wurde nach und nach der traditionsreiche Schieferbergbau unseres Gebietes eingestellt, 1964 in Heidenrod-Nauroth, 1971 in Kaub (Wilhelm Erbstollen), 1975 in Sauerthal und 1980 auf Grube Kreuzberg bei Weisel direkt nördlich von Sauerthal. Im Taunus erinnern noch heute die Abraumhalden an den vergangenen Bergbau, auf denen aber eine besondere Flora und Fauna sich entwickelt haben.
Die Figuren mit den schwarzen Lederkappen stammen aus dem Zinnfigurenmuseum in Goslar. Auf den Fußbrettchen der Bemützen aus meinem Zinnsarg stand „KLIO-SM“. Den „Berg“ habe ich aus alten Schieferdachpfannen zusammengeklebt. Dadurch ist das Diorama natürlich recht schwer geworden. Beim Bearbeiten für das Stiften der Figuren zeigte sich auch, dass Schiefer ausgesprochen hart ist, so dass schnell die Diamantbohrer stumpft waren.
Montag, 25. September 2023
Eschweger Dietermann, Herold und die drei
Johannisreiter einmal anders
Für die
Zinnfigurentage in Eschwege gaben die Eschweger Zinnfiguren diese wunderschöne
Figurenserie heraus. Die reizte natürlich dazu, sie auf den Rheingau umzumünzen.
So wählte ich für die Kleindung die im Rheingau beliebten Farben hellgrün und
weiß. Als Wappen kam natürlich Eltville, meine heutige Heimatstadt, zum Zuge.
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| Dietermann |
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| Herold |
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| Die drei Johannisfestreiter |
Mittwoch, 26. April 2023
200 - Römische Weinschiff
Die Form des römischen Weinschiffes schlummerte im Archiv
der KLIO und kann nun auch wieder beim Verein erworben werden. Auf dem Fußbrett
ist auf der rechten Seite vermerkt: KLIO Saar-Mosel + Vereinigte Volksbank
Cochem Trier 1984. Als Graveur ist UL markiert, den ich aber in meinem
Siegelbestimmungsbuch nicht finde. Der sehr aktive Sammler Prof. Gertheis hat
die Form dem Verein geschenkt. Die römischen Reiter sind von verschiedenen
Herstellern.
1864 – Nassauer Jäger bei Marschübung im
Rheingau
Das
Nassauische Militär erfuhr nach den Napoleonischen Kriegen eine ganze Reihe an
Uniformänderungen. War 1849/50 Waffenrock und Helm (die etwas höhere
Pickelhaube mit einer auf einer Spitze aufgesetzten Kugel) nach preußischem
Muster eingeführt worden, so drückte das Herrscherhaus seinen Schwenk zur
österreichischen Seite auch mit einer Anpassung der Uniform aus: Käppi mit
Haarbusch, zwei Knopfreihen und Sterne am Kragen als Zeichen des Dienstgrades.
Noch deutlicher unterstrich der Herzog die österreichische Bindung durch die
1862 für das Jägerbataillon eingeführte Uniform. Diese Einheit mit Gardecharakter
erhielt nun Waffenröcke mit Schnüren nach österreichischem Muster. Das Kappi
wurde beibehalten. Das Uniformtuch war sehr dunkel russisch-grün. Es wird
fälschlicherweise auf den wenigen Abbildungen dieser Uniform zumeist schwarz
wie die Verschnürung dargestellt. Die Offiziere trugen eine Bauchbinde in der
Landesfarbe Orange. Die Schärpe war gelb mit einem oder zwei schmalen blauen
Streifen. Die Hose war schwarz-grau.
Donnerstag, 16. Februar 2023
1850 – Nachtwächter
Das
negative Image dieser Zunft ist eigentlich nicht nachzuvollziehen. Sie durften
in keiner Wiese verschlafen sein.
Aus meinem
Zinnsarg stammt diese Figuren, die mit „Rellinger Figuren“ tituliert ist.
1860
- rheinischer Winzer an der Traubenmühle
Mittwoch, 1. Februar 2023
1494
- Bischofskonferenz in Eltville am Rhein
Der
Mainzer Erzbischof Berthold von Hennebergs (Amtszeit 1484–1504, auf dem Stuhl)
war ein bedeutender Reichspolitiker. 1495 rang er auf dem Reichstag zu Worms
als Wortführer der Reichsstände dem späteren Kaiser Maximilian I. die
Zustimmung zu einem Reichsregiment (1500-1521 bestehendes Regierungsorgan mit
21 Mitgliedern – dem König, dem Erzkanzler, den Kurfürsten, den Fürsten der
neugeschaffenen Reichkreise) ab. Der Ewige Landfrieden war ebenso seinem
langwierigen Einsatz zu verdanken wie die Einsetzung des Reichskammergerichts
und die „Handhabung Friedens und Rechts“ als Vertrag zwischen König und
Ständen.
Da
ist es doch anzunehmen, dass er sich mit seinen beiden Standesgenossen aus
Trier (Johann II. von Baden, Amtszeit 1456-1503) und Köln (Hermann IV. von
Hessen, Amtszeit 1480-1508), die ja ebenso an der Kaiserwahl beteiligt waren,
traf, um solche wichtigen Projekte abzustimmen.
Diese
wunderschönen Figuren entstammen eigentlich der Wimor-Serie „Papst Julius II
besichtigt den Apoll von Belvedere“, die Franz Karl Mohr 1955 schuf.














