1830 - Der Jäger
Nicht jeder, der zur Jagd geht, will auch jagen. Mancher will
doch lieber die schöne Natur genießen, das Wild beobachten oder auch nur
einfach entspannen und seine Ruhe haben.
Carl Spitzweg gab es herrlich wider.
Über alle Geschichtsepochen gibt es kulturhistorische Zinnfiguren mit höchster Detailtreue; zumeist 30mm hoch und nahezu zweidimensional. Eine große Anzahl von vollplastischen Figuren bereichert die Auswahl. Die Figuren reizvoll bemalt und in ein realistisches Umfeld gestellt, lassen in hervorragender Weise Geschichte lebendig werden. Die Geschichte des Rheingaus möchte ich plastisch werden lassen. Aber gerne zeige ich auch andere interessante Darstellungen von Sammlerfreunden.
Während seiner Badekur in Wiesbaden besuchte Goethe am 15.
August mit dem Komponisten und Direktor der Singakademie, Friedrich Zelter, und
dem nassauischen Oberbergrat Dr. Wilhelm Cramer den Rheingau, um in Rüdesheim
Quartier zu machen. Auf dem Weg über Schiersten und Walluf macht er auch in
Eltville Station. Immerhin beschreibt er „… schöne Kinder, und erwachsen
wohlgebildete Menschen…“.
Im
Vordergrund fließt der von der Kiedricher Klostermühle kommende Mühlbach. Die Stadt-mauer unterquerend trieb er die Mühle am Kiliansring an, dann eine
Ölmühle in der Mühlgasse, eine weitere, 1888 abgebrannte, Mühle an der
Stelle des heutigen Parkplatzes und eine Lohmühle an dem folgenden Eckhaus der
Leergasse. Die Lohmühle versorgte die Gerbe mit der Lohrinde für ihre Arbeit.
Die
rohen Tierhäute legte man erst in Kalk und Pottasche längere Zeit ein, ließ sie
dann bis zu 5 Jahre in der Löhbrühe und befreite sie in der Gerbergrube erst
einmal grob von den Haut-, Fleisch- und Fettresten, um sie schließlich mit dem
Gerbermesser über einem Holzbalken sauber zu schaben. Mehrfach wurden die Häute
gereinigt, dazu die Bachnähe am Abfluss aus der Stadt, dann schließlich
getrocknet und als wertvoller Rohstoff
für Schuhe, Kleidung oder Sättel und Riemen verkauft. Wegen der vielen
Krankheiten (oftmals Milzbrand) und Todesfälle durch die verwendeten, gesundheitsschädlichen
Stoffe galt das Handwerk als „unehrlicher“ Beruf.
Ende des 19. Jahrhunderts begann eine Wiederbelebung der
Verehrung der hl. Hildegard. Der Limburger Bischof Blum, der im Zuge des
Kulturkampfes seines Amtes enthoben bei Fürst Karl zu
Löwenstein-Wertheim-Rosenberg auf Schloss Haid in Böhmen Zuflucht fand, und auch
sein Nachfolger Dr. Karl Klein konnten diesen für seine Sache gewinnen und so
gab er das Land, das er im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses im Jahr 1803 erhalten hatte zurück. Seine
älteste Tochter hätte Äbtissin werden sollen, verstarb aber zuvor, dennoch kam
es zur Gründung. Die Leitung des Baus übernahm P. Ludger Rincklage, ein Mönch
und Architekt aus der Abtei Maria Laach.
Die Steine gewann man oberhalb des Bauplatzes
Am 17. September 1904 zogen 12 Benediktinerinnen aus der
Abtei St. Gabriel in Prag, in die Neugründung ein. Das Kloster wurde am selben
Tag zu einer vollgültigen Abtei erhoben und mit allen Rechten und Privilegien
des ehemaligen Klosters der hl. Hildegard ausgestattet. Als „exemte“ Abtei
untersteht es nicht dem Ortsbischof, sondern unmittelbar dem Hl. Stuhl in Rom.
Die Nonnen waren auf weitgehende Selbstversorgung aus dem
Klostergarten angewiesen, vielleicht knüpfen sie auch die Kräutertradition an.
Wir sehen Sie bei der Arbeit, es wir gehackt, gegossen, angebunden und auch Mohrrüben geerntet. Aus
dem Brunnen versorgt man sich mit Wasser und ein erbauendes Läuten macht die
Arbeit leichter. Die Waldtiere auf dem Busch scheinen sich an die Anwesenheit
gewöhnt zu haben. 
Wieso oft liegt die eigentliche die Arbeit bei den
Konversen, die Mönche disputieren. Hier kommt gerade auch noch der Erzbischof mit
Gefolge, darunter auch ein Benediktiner-Mönch, zu einer Stippvisite zu Besuch.
Hier
sehen wir das Braunschweiger Leibregiment zur Pferde als Teil der Vorhut an Dodo
Freiherr von Innhausen und zu Knyphausen (* 2. Juli 1583 in Lütetsburg; † 11.
Januar 1636) vorbeimarschieren. Er erweist Ihnen durch die Abnahme der
Kopfbedeckung die Ehre. Die Regimenter hatten damals noch nicht eine
einheitliche Uniform, sondern höchsten wenige gleiche Ausstattungsgegenstände,
oftmals diente eine Schärpe als Erkennungszeichen. Als Standarte führte man
einen Schimmel auf blauem Grund.
Nach dem
Abzug der Schweden kehrten 1635 zunächst 20 Mönche wieder zurück, richteten das
Kloster und die Weinberge wieder her. Anfang des 18. Jahrhunderts lebten 40
Mönche, 10 Konversen und 80 Lohnarbeiter in den alt-ehrwürdigen Mauern. Aus den
vielen Baumaßnahmen der Zeit kann man schließen, dass man am Weinbau gut
verdient haben muss. Die Ideen der Aufklärung hatten die dicken Mauern
durchdrungen und man verhielt sich nicht mehr so streng nach den Glaubensregeln des Heiligen
Bernhards.
So sehen
wir hier Mönche, die intensiv die neue Qualität der Spätlese probieren, die ja
erst 1775 auf Schloss Johannisberg entdeckt worden war. Die alten Steinkeller sind
an den Decken mit dem von flüchtigen Bestandteilen des Weines wie Alkohol,
Essigsäure sich ernährenden Kellertuch (Zasmidium cellare) belegt. Man prostet
sich fröhlich zu und diskutiert über den Wein, vielleicht auch Bibelthemen.
Mancher betrachtet das Treiben strenger.
Aber es gibt
auch noch die Sage, dass dessen Vater Rudolf
I (* 1. Mai 1218 auf Burg Limburg bei Sasbach am Kaiserstuhl, † 15. Juli
1291 in Speyer; Deutscher König: 1273 – 1291) die Burg belagerte, weil er den scharfensteiner
Raubritter besiegen wollte. Rudolf hatte sich besonders der Wiederherstellung
des Landfriedens und damit der Bekämpfung des Raubrittertums verschrieben.
Alleine 1290 zerstörten des Königs Truppen über 60 Raubritterburgen. Dies
stärkte den Ruf Rudolfs als Kämpfer für einen allgemeinen Landfrieden, den er
1287 verkündet hatte. Die Burg war aber mit ihrer nach Westen hin auskragenden
Befestigung nur von Osten her anzugreifen. Zwei Halsgraben von 8 und 17m Tiefe
machten das aber unmöglich.
Hier sehen
wir wie der Scharfensteiner auf den König zugeht, während sein Begleiter noch
misstrauisch die Szene beäugt. Hinter ihm steht der Standartenträger mit der
Scharfensteiner Wappenfahne. Rechts halten die Reiter des Königs mit Fahnen des
königlichen Wappens des roten Löwens. Um den König sind seine Getreuen
versammelt, direkt hinter ihm der Mainzer, links von diesem der Graf Schönborn und links von
ihm der Freiherr Dehrn, vor diesem der Graf Ingelheim. Auf der anderen Seite
stehen noch ein paar auswärtige Adelige.